Kräftiger Kleinwagen war auch im Motorsport erfolgreich

GTI: Bei diesen drei Buchstaben denkt man natürlich sofort an den VW Golf. Doch auch Peugeot nutzte die Bezeichnung für ein heißes Geschoss: den 205 GTI, der jetzt 25 Jahre alt wird.

Sportliche Familienplanung
Anfang 1983 hatte Peugeot den neuen Kleinwagen 205 vorgestellt. Die GTI-Version war von Beginn an als Topmodell eingeplant und deswegen parallel entwickelt worden. Schon 1984 wurde der stets dreitürige GTI vorgestellt. Zum Marktstart gab es einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit Einspritzung und 105 PS. Optisch machte der Sport-205 einiges her: Front- und Heckspoiler, Kunststoffverbreiterungen an den Radläufen, Rammschutzleisten mit roten Applikationen. Hinzu kamen die für damalige Verhältnisse als Breitreifen geltenden 185er-Pneus. Im Cockpit gab es ein Zweispeichen-Lederlenkrad sowie eine Öldruck- und Öltemperaturanzeige. Das alles hatte seinen Preis: 19.295 DM mussten zum Händler getragen werden. Zum Vergleich: Für rund 1.000 Mark mehr gab es schon die Basisversion des großen 505. Doch der GTI-Eigner bekam für sein Geld auch etwas geboten. Der 850 Kilogramm leichte Viersitzer erreichte nach 8,7 Sekunden Tempo 100 und war maximal 190 km/h schnell.

Mehr Kraft unter der Haube
Doch die Fans des Kraftzwergs dürstete es nach mehr. Ab Dezember 1986 wurde in Deutschland eine Version mit 1,9 Liter Hubraum und 128 PS offeriert. Damit war der Sprint auf 100 km/h in 7,8 Sekunden möglich, mit 206 km/h Spitze konnte man auf der Autobahn mehr als ein Wörtchen mitreden. 1988 löste eine 120-PS-Version mit Kat das ungereinigte 128-PS-Aggregat ab. Bis Juni 1994 war der 205 GTI in Deutschland erhältlich, 86 Prozent aller GTI-Fahrer waren Männer und 70 Prozent der Kunden unter 40 Jahre alt. Insgesamt stellte Peugeot 332.942 der fixen 205er her, davon wanderten 29.242 in die Bundesrepublik.

Ein ganz heißes Eisen für den Sport
Schon früh plante Peugeot eine scharfe Wettbewerbsversion des 205. Projektleiter war der heutige FIA-Präsident Jean Todt. Er entwickelte einen 205 mit Vierzylinder-Turbo-Mittelmotor und Allradantrieb. Das Ergebnis hieß Turbo 16 oder kurz T16 und holte 200 PS aus 1,8 Liter Hubraum. 1984 wurden 200 Homologationsmodelle zum Preis von sagenhaften 94.400 Mark an Liebhaber verkauft, um an Rallyes teilnehmen zu dürfen. Optisch setzte sich der T16 eindrucksvoll in Szene: Große Lufteinlässe, verbreiterte Kotflügel und mächtige Spoiler begrenzten die Spitze auf 200 km/h. In sechs Sekunden ging es, begleitet von gewaltigen Motorgeräuschen, auf Tempo 100, wobei erst ab 4.000 Umdrehungen richtig Schub einsetzte.

Erfolge am laufenden Band
Die reine Rallyeversion wurde übrigens schon im Februar 1983 vorgestellt, genau einen Tag vor dem zivilen 205. Leistungsmäßig standen je nach Ausführung bis zu 430 PS bereit. Damit ließen die Franzosen sogar starke Konkurrenz wie den Audi Quattro hinter sich. 1985 und 1986 siegte Peugeot sowohl in der deutschen Meisterschaft als auch in der Rallye-WM. Unter den Piloten waren klangvolle Namen wie Juha Kankkunen, Michéle Mouton und Ari Vatanen. Letzterer gewann 1986 das legendäre Pikes-Peak-Bergrennen und 1987 die Rallye Paris-Dakar, jeweils mit einem 205.

25 Jahre Peugeot 205 GTI