Verschärfung der Einfahrtsbeschränkung in zahlreichen Städten ab 2010

Seit drei Jahren gilt in vielen deutschen Städten ein Einfahrtsverbot für Autos ohne Umweltplakette. Während man bisher aber vielerorts noch mit gelbem und teils auch mit rotem Aufkleber einfahren durfte, wird die Regelung nun in vielen Städten verschärft.

In Berlin und Hannover nur noch mit Grün
Am stärksten wirkt sich die Änderung in Berlin und Hannover aus. Dort dürfen ab 1. Januar 2010 nur noch Autos mit grüner Plakette in die Zone. Auch in Frankfurt am Main gilt ab 2010 die Stufe zwei, dort dürfen allerdings Gelb und Grün ins Zentrum. In München startet die gleiche Form der Stufe zwei erst im Oktober 2010. Nur mit grüner Plakette in die City darf man am Main ab 2012 und an der Isar voraussichtlich ab Oktober 2012. Ganz aktuell hat die Stadt Stuttgart angekündigt, dass bereits ab 1. Juli 2010 Fahrzeuge mit roter Plakette nicht mehr in die Umweltzone einfahren dürfen – anderthalb Jahre früher als ursprünglich geplant. Wie die Änderungen in den einzelnen Kommunen gehandhabt werden, erfährt man am besten auf den Internetseiten der jeweiligen Stadt.

Ausnahmeregelungen für Oldtimer
In vielen Städten gibt es Ausnahmen für die Einfahrt in die Umweltzone. Beispielsweise dürfen Schwerbehinderte mit dem Merkzeichen "aG", "H" oder "BI" im Ausweis auch ohne Plakette einfahren. Auch Oldtimer mit H-Kennzeichen sind von der Regelung befreit. Für Zwei- und Dreiräder braucht man ebenfalls keine Plakette. Einschränkung: Quads und Trikes müssen als Motorrad oder land- und forstwirtschaftliche Maschine zugelassen sein. Anwohner, Umzugswagen, Handwerkerfahrzeuge oder Fahrzeuge mit ausländischer Zulassung sind dagegen nicht von der Plakettenpflicht befreit.

Farbenlehre: Grün für Euro 4, 5 und 6
Generell bekommen alle Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 4 und besser eine grüne Plakette. Euro-3-Diesel bekommen eine gelbe Plakette. Mit einem geschlossenen Rußpartikelfilter nachgerüstet erhalten sie einen grünen Aufkleber. Die Aufrüstung wird steuerlich gefördert. Für Euro-3-Diesel, die nicht nachgerüstet werden können, kann in der Regel eine einjährige Ausnahmegenehmigung erwirkt werden. Dieselfahrzeuge, die bereits mit einem offenen Rußpartikelfilter von Euro 2 auf 3 – sprich von Rot auf Gelb – nachgerüstet wurden, dürfen zukünftig nur noch in Härtefällen in die Innenstädte, zum Beispiel, wenn das Auto beruflich benötigt wird und die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist.

Steuerbonus oder Filterzuschuss
Die Förderung der Partikelfilter läuft zweigleisig: über einen Steuerbonus und über eine Barprämie. Für Dieselfahrzeuge, die vor 2007 zugelassen und zwischen Januar 2006 und Ende 2009 nachgerüstet wurden, gibt es einen Steuerbonus von 330 Euro. Dazu kommt, dass man bei Selbstzündern ohne Filter generell 1,20 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum mehr Steuer zahlen. Die zweite Fördermöglichkeit ist ein Zuschuss in bar: Seit August können Nachrüster 330 Euro erhalten. Der Diesel muss dafür vor 2007 erstmals zugelassen worden sein und die Nachrüstung erfolgte zwischen August 2009 und 31. Dezember 2009.

Scharfe Umweltzonen