Das visionäre Fahrzeug soll nachts als Straßenlaterne dienen

Der Wagen erinnert in seinem leichten Design an das Apple iPhone. Ross Lovegrove, ein auf organische Formgebung spezialisierter britischer Industriedesigner, hat das ,Car on a Stick" entworfen. Mit dem ,Auto am Stiel" will Lovegrove die Städte von der Last herkömmlicher Fahrzeuge befreien – und seine Vision hat mit einem klassischen Auto in der Tat wenig gemein.

Sprachlenkung und Vogel-Flug
Das Car on a Stick hat vier Räder und Sitzplätze für vier Erwachsene – und damit enden die Gemeinsamkeiten mit klassischen Vehikeln. Der Wagen hat die Form einer gigantischen Blase und bietet eine großzügige Einstiegsluke. Das Gepäck der in kreisförmiger Anordnung sitzenden Passagiere verstauen diese unter ihren Sitzen. Wegen der Plexiglas-Außenhaut des Car on a Stick gibt sich das Zukunfts-Auto unübertroffen übersichtlich. Gesteuert wird das Zukunftsmobil per Sprachbefehl und GPS-Navigation – das gute alte Lenkrad gibt es hier nicht mehr. Abstands-Sensoren sollen nicht nur Karambolagen verhindern helfen, sondern auch dafür sorgen, dass die leichte Kunststoff-Blase sich in Bezug auf die anderen Verkehrsteilnehmer wie im Fluss fortbewegt. Lovegrove nennt Fisch- und Vogel-Schwarm-Bewegungen als Vorbild für organisches Vorankommen.

Antrieb durch Luft
Lovegroves Fahrzeug soll auf bereits vorhandenen Produktionsstrecken aus möglichst leichten Materialien gebaut werden. Fürs Vorwärtskommen ist ein Druckluft-Antrieb vorgesehen, der so geräuschlos arbeiten soll, wie eine Seifenblase in der Atmosphäre aufsteigt. Bei dieser Art Antrieb wird ein Hubkolben-Motor ohne Verbrennungsvorgänge mit komprimierter Luft betrieben. Zusätzliche Energie zum Laden der Batterien zieht sich das Visions-Gefährt über sein Solar-Dach.

Teleskop-Laternenpfahl
Das Ungewöhnlichste am Car on a Stick ist die Möglichkeit, es nach dem Einparken über eine hydraulisch ausfahrbare Stange in ein paar Meter Höhe zu hieven. Laut Lovegrove sollen so zum einen Parkplatz-Probleme gelöst werden, zum anderen fungiert der Wagen über seine im Fahrzeugboden untergebrachten Scheinwerfer des Nachts als Straßenlaterne. Außerdem wird das Car on a Stick beim Parken überschüssige Energie ins örtliche Stromnetz einspeisen können, als Ladestation für Handys dienen und einen Internetzugang ermöglichen. Wie das Car on a Stick in seiner Laternen-Funktion gegen Umkippen gesichert werden soll und ob es konkrete Pläne zum Bau des Wagens gibt, ist nicht bekannt.

Auto als Laterne