Auch der Chevrolet Spark überzeugt nicht vollständig

Das EuroNCAP-Gremium veröffentlicht zwölf neue Crashtests. Dabei sind auch Fahrzeuge, die noch gar nicht auf dem Markt sind, wie der Chevrolet Spark und der Citroën DS3. Aber auch wichtige Autos wie der BMW X1, die neue Mercedes E-Klasse und der eben erschienene Opel Astra wurden getestet. Hinzu kommen noch der Chevrolet Cruze, der Infiniti FX, der Mazda 3, der Mercedes GLK, der Peugeot 5008, der Toyota Urban Cruiser und der VW Scirocco.

Zehn Fünf-Sterne-Autos
Anfang 2009 hat EuroNCAP die Testkriterien verschärft. Damals wurde unter anderem eine Bewertung der Heckcrash-Sicherheit von Sitzen und Kopfstützen eingeführt. Außerdem ist es seither ein Kriterium, ob ESP Serie in den am häufigsten gekauften Varianten ist. Trotz der schärferen Kriterien erhielten von den zwölf jetzt getesteten Autos zehn die Maximalwertung von fünf Sternen. Gepatzt haben also nur zwei Autos: Der Toyota Urban Cruiser erhielt enttäuschende drei Sterne, der Chevrolet Spark nur vier Sterne.

Urban Cruiser: Schlecht trotz sieben Airbags
Dass eine umfassende Sicherheitsausstattung für ein gutes Crashverhalten nicht ausreichend ist, zeigt der Urban Cruiser. Er ist mit sieben Airbags und einem auf allen europäischen Märkten serienmäßigen ESP sehr gut ausgerüstet, und bekam daher in der Teildisziplin Sicherheitssysteme auf 86 Prozent. Dennoch fiel er beim Crashtest durch. Bei der Wertung für die Sicherheit erwachsener Insassen erhielt der Urban Cruiser nur 58 Prozent. Der Fahrer erleidet beim Frontalcrash starke Verletzungen an den Beinen, da trotz des Fahrer-Knieairbags das Knie mit dem Armaturenbrett in Kontakt kam. Beim seitlichen Pfahlaufprall ist die Gefährdung des Kopfes extrem, da der Kopfairbag einen harten Aufprall nicht verhindert. Außerdem besteht bei einem Heckaufprall ein hohes Schleudertrauma-Risiko.

Auch Fußgänger werden stark gefährdet
Etwas besser schneidet der Urban Cruiser in puncto Sicherheit von Sprösslingen im Kindersitz ab. Hier erreicht der Toyota 71 Prozent. Enttäuschend ist jedoch wieder der Schutz für Fußgänger im Fall einer Kollision mit dem Urban Cruiser. Hier kommt das Auto auf nur 53 Prozent. Der Stoßfänger gewährte zwar ordentlichen Schutz, doch die Fronthaube gab außen zu wenig nach und würde die Beine eines Fußgängers stark verletzen.

Chevrolet Spark ohne ESP
Der zweite Problemfall, der Chevrolet Spark, schnitt bei der Sicherheit der erwachsenen Insassen mit 81 Prozent deutlich besser ab als der Toyota. Auch die Sicherheit in Kindersitzen ist mit 78 Prozent gut. Schlecht kommt das Auto aber beim Fußgängerschutz und bei den Sicherheitssystemen weg, wo der neue Chevrolet nur mit jeweils 43 Prozent bewertet wurde. Schlecht fanden die EuroNCAP-Fachleute die Kante der Fronthaube, die schwere Beinverletzungen wahrscheinlich macht. Außerdem fängt hier die Haube den Aufprall eines Fußgängers noch schlechter ab als beim Toyota Urban Cruiser. In puncto Sicherheitssysteme wurde bemängelt, dass ESP in keiner Variante verfügbar ist. Chevrolet teilte den Crash-Testern allerdings mit, dass das Stabilitätssystem im Laufe des Jahres 2010 für einige Varianten zu haben sein soll.

BMW X1 und Opel Astra am sichersten
Die übrigen Autos überzeugten die Crashtest-Ingenieure. So bekam auch der Citroën DS3 die Maximalwertung von fünf Sternen, obwohl der auf der gleichen Basis beruhende neue C3 kürzlich nur vier Sterne erhielt. Während beim C3 das nicht in allen Ländern Europas serienmäßige ESP abgestraft wurde, ist das Sicherheitssystem beim DS3 stets an Bord. Am besten schnitten der BMW X1 und der Opel Astra mit jeweils 80 von 100 Punkten ab, dicht gefolgt von der Mercedes E-Klasse sowie dem Chevrolet Cruze mit jeweils 79 Punkten. 77 Punkte erhielten der Infiniti FX, der Mazda 3, der Mercedes GLK und der Peugeot 5008. Nochmals einen Punkt weniger erhielt der Scirocco, und der DS3 kam auf 73 Punkte. Mit weniger zufrieden geben müssen sich der Spark (69 Punkte) und der Urban Cruiser mit 62 Punkten.

Bildergalerie: Neue Crashtests