Wir saßen schon im eleganten Münchner: So gut ist der neue BMW 5er

Mit dem neuen BMW 5er, der am 20. März 2010 bei den Händlern steht, kommt der beliebte Bayer der oberen Mittelklasse bereits in sechster Generation. 1962 startete BMW mit der ,Neuen Klasse", 1972 kam mit dem 520 der erste Wagen mit der neuen Nomenklatur – die ,5" steht für die Baureihe, die ,20" für den Zweilitermotor. Mit dem neuen Modell, das auf dem Genfer Autosalon Anfang März 2010 Weltpremiere feiern wird, hatten wir bereits ersten hautnahen Kontakt: Im BMW-Projekthaus in München, der Geburtsstätte sozusagen, konnten wir die erste ausführliche Sitzprobe vornehmen.

Langer Radstand, kurze Überhänge
Als das verhüllende Tuch vom neuen Mobil gezogen wird, steht vor uns ein eleganter Wagen. Das Design ist eine optische Mischung aus 7er, 5er GT und 3er, die Form geht eindeutig in Richtung Dynamik. Im Vergleich zum Vorgänger, der doch einen recht massigen Eindruck hinterlässt, hat der Neue leicht veränderte Proportionen: Er ist zwar mit fast 4,90 Meter nur fünf Zentimeter länger, weist aber mit nun 2,96 Meter einen um acht Zentimeter gewachsenen Radstand auf. Dafür wurden die Überhänge vorn und hinten kürzer.

Geduckt und sprungbereit
Insgesamt wirkt der Münchner geduckter und sprungbereiter als das Vorgängermodell. Die Frontpartie erinnert uns an den Zweisitzer Z4 und natürlich an den 5er GT. Auffällig hier sind die leichten Augenbrauen auf den Scheinwerfern und die aufrecht stehende Niere. Die aus manchen Perspektiven leicht nach vorn geneigt wirkende ,Haifischnase" soll an die Modelltradition erinnern, erklärt uns BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk.

Betonte Lichtkanten
Betonte Lichtkanten in der Motorhaube verleihen dem Vorderwagen einen markanten Eindruck. In der Seitenlinie fällt besonders die stark konturierte Schulterlinie, ähnlich wie beim 7er, auf. Das coupéartig nach hinten gezogene Dach endet in einer schmalen C-Säule, die den traditionellen ,Hofmeisterknick" aufweist – manche Traditionen ändern sich bei BMW zum Glück nie. Hinten fallen die linienartig gezeichneten Leuchten auf, sie erinnern an den größeren 7er. In ihrer Gesamtheit empfinden wir die Proportionen des 5er als stimmiger und dynamischer als beim Oberklasse-Bruder.

Klar gegliederte Armaturentafel
Das Cockpit orientiert sich am 5er GT. Wir nehmen hinter dem Dreispeichen-Lenkrad des 550i Platz und sitzen bequem auf einem vielfach verstellbaren Ledersitz. Uns gefällt die klare Gliederung in Anzeigenbereiche am oberen Teil der Armaturentafel und aufgeräumte Bedienfelder im unteren Bereich. Die breite Mittelkonsole bietet uns eine bequeme Armauflage. Hier findet sich neben dem Wahlhebel der Achtgang-Automatik, die beim 550i zur Serienausstattung gehört, auch der Controller des iDrive-Systems. Vorn haben wir sowohl auf dem Fahrer-, als auch auf dem Beifahrersitz genügend Platz, hinten fällt das Raumangebot besonders für die Knie nicht besonders üppig aus. Dafür sind an Kopf- und Schulterfreiheit – letztere aber nur für zwei Personen – nichts auszusetzen. Der Kofferraum fasst wie beim Vorgänger 520 Liter. Ob die recht hohe Ladekante beim Beladen stört, wird sich beim Praxistest zeigen.

Parkassistent und Surround-View
Die technischen Ausstattungsmöglichkeiten des neuen 5er sind ebenso innovativ wie mannigfaltig. Zu den optionalen Besonderheiten gehörten erstmals ein 550 Euro teurer Parkassistent, der passende Längsparklücken selbsttätig erkennt und den Wagen in die Lücke lenkt – der Fahrer muss nur noch Gas geben. Ein ebensolches Novum ist ,Surround-View": Mit Hilfe von Kameras werden die Bereiche vor, neben und hinter dem Wagen erfasst und am Display dargestellt. Diese Besonderheit ist für 700 Euro zu haben. Neu ist auch ein Abstandstempomat, der für den Notfall über eine Anbrems-Funktion verfügt.

Integral-Aktiv-Lenkung
Zu den weiteren bestellbaren Schmeckerchen gehören ein Spurverlassenswarner, ein Nachtsichtgerät mit Wärmebildkamera für die Personenerkennung, eine Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarnung und ein Head-up-Display. Außerdem gibt es auf Wunsch eine Fahrdynamik-Control, die auf Knopfdruck eine individuelle Fahrzeugabstimmung ermöglicht. Die neue BMW 5er Limousine kann darüber hinaus mit Adaptive Drive, bestehend aus der Dynamischen Dämpfer Control und der Wankstabilisierung Dynamic Drive, sowie mit der Integral-Aktivlenkung ausgestattet werden. Bei diesem System wird auch die Hinterachse mitgelenkt.

520d: 184 PS und 5,0 Liter Verbrauch
Zur Markteinführung stehen ein Achtzylinder- und drei Sechszylinder-Benzinmotoren sowie zwei Sechszylinder-Diesel zur Auswahl. Ergänzt wird das Angebot Mitte 2010 um einen Vierzylinder-Turbodieselmotor mit Aluminium-Kurbelgehäuse und Common-Rail-Direkteinspritzung. Der Selbstzünder leistet 184 PS und ist serienmäßig mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet. Den Verbrauch beziffert BMW mit glatt fünf Liter auf 100 Kilometer, den CO2-Ausstoß mit 132 Gramm pro Kilometer. Der kleine Diesel ist zugleich das Einstiegsmodell: Er soll 39.950 Euro kosten.

Spitzenmodell mit 407 PS
Das Spitzenmodell 550i wird von einem 407 PS starken Achtzylinder mit TwinPower-Turbo-Technologie und der Benzin-Direkteinspritzung High Precision Injection angetrieben. Es kostet mindestens 70.500 Euro. Hinzu kommen ein 306 PS starker Reihensechszylinder mit TwinPower Turbo, High Precision Injection und Valvetronic im BMW 535i für 50.300 Euro. Zudem kommen zwei Reihensechszylinder mit High Precision Injection im Magerbetrieb, die 258 PS im 528i für 45.400 Euro, beziehungsweise 204 PS im 523i für 41.900 Euro erzeugen. Im 530d holt ein Reihensechszylinder-Diesel 245 PS für 49.300 Euro herbei, beziehungsweise 204 PS im 525d ab 44.700 Euro. Der 530d erfüllt mit optionaler BluePerformance-Technologie die Abgasnorm Euro 6, alle anderen haben Euro 5.

Optionale Achtgang-Automatik
Für alle Varianten der neuen 5er Limousine ist optional für 2.200 Euro das neue Achtgang-Automatikgetriebe erhältlich. Der BMW 550i ist serienmäßig mit der wirkungsgradoptimierten Automatik ausgestattet. Sie hilft ebenso wie die bei allen Varianten eingesetzte elektromechanische Servolenkung EPS beim Spritsparen. Als serienmäßige EfficientDynamics-Maßnahmen sind außerdem in modellspezifischer Kombination unter anderem eine Bremsenergie-Rückgewinnung, eine Schaltpunktanzeige, eine aktive Luftklappensteuerung und bedarfsgerecht gesteuerte Nebenaggregate einschließlich eines abkoppelbaren Klimakompressors an Bord.

Bildergalerie: Neue Meisterklasse