Audi scheut keinen Aufwand bei der Premierenfeier

,Audi is pretty amazing" sagt Hollywood-Star Lucy Liu artig ins Mikrofon, während sie die Gesprächsrunde mit Audi-Chefdesigner Stefan Sielaff, dem Londoner Künstler und Designer Tom Dixon und dem auf die Renovierung historischer Gebäude spezialisierten Craig Robins moderiert. Liu ist also Audi-Fan und findet die Marke ganz toll. Wer hätte das gedacht von einer Frau, die in Quentin Tarantinos ,Kill Bill"-Filmen als O-Ren Ishiis, Deckname ,Cottonmouth", eine der gefährlichsten Killerinnen der Welt spielt? Aber Liu war ja auch schon als Engel im Kinofilm ,Drei Engel für Charlie" unterwegs. Jetzt kanalisiert sie die Aussagen der Design-Kompetenzträger um sie herum.

Warum steht der A8 in Miami?
Laut Lucy Liu bringt Audi ständig neue Ideen auf die Straße. Und die zur Premierenfeier angereisten Kunstsammler Mera, Don und Jason Rubell meinen schmunzelnd, dass sie Kunst kaufen müssen, solange die Künstler und nicht die Familie Rubell die guten Ideen haben. Don wirft noch schnell ein, dass er sich in den A8 verliebt hätte. Und die zierliche Mailänderin Ambra Medda, Chefin der Messe ,Design Miami" (welche von Audi gesponsert wird) findet das Licht des A8 geradezu magisch. Miami ist bekannt für seine vielen Art-Déco-Gebäude, die einst ziemlich verfallen waren und erst in den letzen Jahren wiederentdeckt wurden. Wiederentdeckt von kreativen Industrien wie Bekleidungsherstellern. Laut Craig Robins waren diese die ersten, die in die runtergekommenen Stadtviertel einzogen und für den Aufschwung sorgten. Künstlerisch interessante Bausubstanz war ohne Ende vorhanden und musste ,nur recycelt werden", so Robins. Es setzte die von Tom Dixon ,Redesign" genannte Phase ein. Die so entstandene Aura sog weitere Künstler an, der bis heute anhaltenden kreativen Atmosphäre konnte sich keiner entziehen. Laut Audi-Boss Rupert Stadler wurde Miami zur natürlichen Heimat seines Design-Teams – womit die Brücke zum A8 geschlagen wäre.

Klotzen statt kleckern
Dennoch waren selbst Insider überrascht, welch immensen Aufwand Audi bereits im Vorfeld der A8-Premiere betrieben hatte. Mehrseitige Pressemitteilungen erklärten die Kunstausstellung im Audi-Pavillon sowie den Zusammenhang von Kunst und Fortschritt. So wurden Mera und Don Rubell mit dem Satz zitiert: ,Als innovativer Automobil-Pionier erkennt Audi an, dass es wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt nicht ohne Entwicklungen in der Kunst geben könnte." Nicht nur Kritiker wunderten sich, warum die rein statische Vorführung des neuen A8 in Zeiten der Krise in Übersee stattfinden musste. Zum Vergleich: Nur eine Woche vorher hatte BMW den für die Marke wichtigen 5er vorgestellt – in München.

Das Kunstwerk A8
Doch die Audi-Verantwortlichen sind von dem immerhin 5,14 Meter langen Kunstwerk A8 überzeugt. Chefdesigner Stefan Sielaff erzählt vom weißen Blatt, auf welchem sich der Designer mit einer Zeichnung selbst ausdrücken kann. Aber ganz so einfach scheint das dann doch nicht zu sein. Schließlich macht Stadler klar, dass hier Form und Funktion zusammenkommen müssen. Das meint auch Sielaff: Die Fahrzeugtechnik, die Elektronik der Scheinwerfer, die Aerodynamik und eben auch ein ansprechendes Design müssen perfekt zusammengebracht werden – das ist die wahre Kunst. Tom Dixon hat schon mit der Definition des Begriffs ,Design" Probleme, weil dieses Wort ,einfach zu viele Teilgebiete abdeckt", so der berühmte Licht- und Möbeldesigner. Und laut Stadler hat am Ende ein Fahrzeug von Audi in fehlerfreiem Design umherzufahren. In die ,Synthese von vielen Teams und technischen Kompetenzen", wie Sielaff es ausdrückt, sind schließlich fünf Jahre Arbeit geflossen. Am Ende kommt ein A8 heraus, von dem der oberste Audi-Gestalter der Meinung ist, dass er als Klassiker 30 bis 40 Jahre bei seinem Eigentümer für Freude sorgen könnte.

Zurechtgestreichelt
Der A8 ist Audi wichtig, laut Stadler stellt der Wagen die Essenz und das Flaggschiff der Marke dar. Das Luxus-Fahrzeug soll nicht nur Kunst in die reale Welt transportieren, sondern auch durch Technik und Präzision überzeugen. Dafür sind hochgradig motivierte Mitarbeiter nötig, wie uns ein kleiner Audi-Film beweisen soll. Dort sehen wir Designer, die über den Wagen streichen, Schweißer, die über den Wagen streichen und Frauen, die das richtige Leder nach Geruch aussuchen. Wir bekommen fast den Eindruck, als wäre der neue A8 zurechtgestreichelt worden. Dann schwebt ein aus kleinen Lichtkugeln bestehender Quader von der Decke und hypnotisiert uns mit silbrig kaltem bis warm orangefarbenem Licht. Lucy Liu überlässt die Show zwei auf die Bühne fahrenden Audi A8. Modern und dynamisch stehen die Wagen im Gedränge der über 800 Gäste. Das Design ist gelungen, aber bei allem Verständnis für die Euphorie der Künstler und Designer haben wir natürlich Sielaffs Satz im Kopf ,Design kann noch so schön sein, es muss auch funktionieren." In diesem Sinne freuen wir uns auf den Test des Wagens.

Bildergalerie: Im Zeichen des A8