Außerdem Details zum Elektroantrieb des Kangoo Be Bop Z.E.

Schon in zwei Jahren sollen drei Elektroautos von Renault auf den Markt kommen. Im Jahr 2011 wollen die Franzosen neben einer emissionsfreien Version des Kangoo einen Familienkombi mit Elektroantrieb und ein speziell für den Elektroantrieb entwickeltes Stadtfahrzeug fertig haben. Ebenfalls auf den emissionsfreien Antrieb zugeschnitten sein soll eine kompakte Schräghecklimousine, die für 2012 eingeplant ist.

Ein-Gang-Getriebe
Konkreter als diese Pläne ist die Elektroversion des Kangoo Be Bop. Bereits 2008 wurde der Z.E. (für zero emission) auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Nun nennt Renault weitere Details. Die 2008er-Version besaß noch einen 70 Kilowatt (95 PS) starken Elektromotor, jetzt sind es nur noch 44 Kilowatt (60 PS). Das Aggregat liefert vom Start weg 190 Newtonmeter Drehmoment und lässt sich bis auf 12.000 U/min drehen. Anstelle einer konventionellen Schaltung besitzt der Z.E. einen Reducer, eine Art Ein-Gang-Getriebe mit fixer Untersetzung. Da keine Gänge gewechselt werden müssen, benötigt der Be Bop Z.E. auch keine Kupplung, sodass das Fahrzeug stufenlos beschleunigt. Aus dem Stand braucht das Auto so sechs Sekunden, um 50 km/h zu erreichen.

Batterien von AESC
Die Batterien arbeiten mit Technik von dem Unternehmen AESC. Das Kürzel steht für Automotive Electric Supply Corporation, eine durch Nissan und NEC gegründete Joint-Venture-Firma. Die Akkus bestehen aus 48 Modulen à vier Lithium-Ionen-Zellen. Da jede von den 192 Zellen 2,1 Volt liefert, ergibt sich eine Spannung von etwas über 400 Volt. Die gespeicherte Energiemenge liegt bei 15 Kilowattstunden (kWh). Damit erzielt der Be Bop eine Reichweite von 100 Kilometer. Zum Serienstart soll sich der Wert durch bessere Batterien auf immerhin 160 Kilometer erhöhen.

Aufladen: Über Nacht oder unterwegs
Die Batterien wiegen 250 Kilo und werden unterflur zwischen Vorder- und Rücksitzen untergebracht. Dazu musste die Bodenfreiheit um zwei Zentimeter erhöht und der Boden im Innenraum um 4,5 Zentimeter höher gelegt werden. Die Akkus werden von der Umgebungsluft gekühlt. Aufgeladen werden sie über eine Klappe an der Front des Fahrzeugs, die neben dem rechten Scheinwerfer untergebracht ist. An der 220-Volt-Haushaltssteckdose mit 10 oder 16 Ampere dauert das Aufladen sechs bis acht Stunden. Unterwegs kann das Auto mit 32-Ampere-Drehstrom bei 400 Volt aufgeladen werden. Eine 80-Prozent-Ladung dauert etwa 30 Minuten. Einen Batterieaustausch nach dem so genannten Quick-drop-System erlaubt der Be Bop nicht, doch zukünftige Renault-Elektromodelle sollen dazu befähigt sein.

Energieumwandlungen
Die 400 Volt Gleichstrom, die von den Batterien kommen, wandelt eine Leistungselektronik in dreiphasigen Drehstrom um, der dann den Motor antreibt. Außerdem formt ein Konverter die 400 Volt in 12-Volt-Gleichstrom um, mit denen die Bordelektronik beliefert wird, also Audioanlage, elektrische Fensterheber und dergleichen.

Renaults E-Offensive