Wie ein Erfinder gegen den Ford-Konzern kämpfte

Kinofilme, die sich bewusst um das Thema Auto drehen, sind selten. Umso interessanter ist daher der Inhalt des Streifens ,Flash of Genius", der seit dem 25. Juni 2009 in den Kinos zu sehen ist.

Ein Mann und seine Vision
Alles beginnt nach einem Gottesdienstbesuch im Detroit der 1960er-Jahre: Auf der Heimfahrt im strömenden Regen fragt sich Robert Kearns, gespielt von Greg Kinnear, warum die Scheibenwischer seines Wagens die Windschutzscheibe nicht in Intervallen vom Wasser befreien können. Zu diesem Zeitpunkt gibt es nur eine Wischergeschwindigkeit, die bei schwachem Regen viel zu schnell ist. In den Augen des Professors für Ingenieurwesen ist das ein untragbarer Zustand. Wird der Wischer eingeschaltet, lenkt er den Fahrer vom Verkehr ab, ist er aus, kann man vor lauter Wasser kaum noch etwas erkennen. Warum soll das System nicht funktionieren wie ein blinzelndes Auge, fragt sich Kearns und macht sich zu Hause an die Arbeit. Und tatsächlich, ihm gelingt es noch vor den drei großen US-Autofirmen ein Intervallsystem zu erfinden.

Man sieht sich vor Gericht
Doch Kearns denkt bereits einen Schritt weiter: Er will den neuen Scheibenwischer selbst produzieren und vertreiben. Doch sein Partner Gil (Dermot Mulroney) teilt ihm mit, dass die ,Big Three" schon lange an der Intervall-Realisierung arbeiten. Dennoch zeigt sich Ford an Kearns' Erfindung interessiert. Nach einer Vorführung und falschen Verspechungen überlässt Kearns Ford sein Vorführmodell. Kurze Zeit später erteilt ihm der Konzern jedoch eine Absage. Umso größer ist der Schreck 1969: Der brandneue Mustang besitzt einen Intervall-Scheibenwischer: das System von Kearns. Es folgt ein harter und extrem langwieriger Rechtsstreit mit dem Auto-Riesen, in dem der Erfinder an die Grenzen der Belastbarkeit geht. Im realen Leben erhielt Kearns erst Anfang der 1990er-Jahre Schadensersatz in Millionenhöhe, der Professor starb 2005.

Im Kino: Flash of Genius