TÜV Süd lotet mit Aufpralltests Grenzbereiche für Akkus aus

Lithium-Ionen-Batterien sind die Schlüsseltechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Doch wie sicher sind die Akkus, wenn es zu einem Unfall kommt? Schließlich hört man des Öfteren von explodierenden Notebook-Batterien – die ja in der Regel auch Lithium-Ionen-Technik aufweisen. Der TÜV Süd hat für den Pkw gedachte Energiespeicher nun Aufpralltests unterworfen.

Zylinder und Gabelzinke als Stoßkörper
Für die Crashtestreihe wurde eine nicht näher bezeichnete Hochvolt-Serienbatterie an einem 110 Tonnen schweren Betonblock montiert. Ein so genannter Impaktor mit einem Zylinder oder einer Gabelzinke als Stoßkörper wurde über einen Tragarm an einem Trägerfahrzeug befestigt. Kurz vor dem Aufprall wurde der Impaktor vom Tragarm gelöst, so dass dieser frei fliegend auf die Batterie auftraf. Mit der Versuchsanordnung sind Geschwindigkeiten bis 55 km/h und Massen bis 500 Kilo möglich.

Keine Explosion
Die erste Versuchsreihe wurde mit Geschwindigkeiten von 18 bis 29 km/h durchgeführt. Die auf die Batterie einwirkenden Kräfte entsprechen dabei etwa dem Niveau eines typischen Crashs, decken aber noch nicht alle vorstellbaren Unfallszenarien ab, so der TÜV. Das Ergebnis: Die in einen Stahlmantel gepackten Serienbatterien hielten den Crashreihen stand. Bei Versuchen mit anderen Werkstoffen als Stahl riss allerdings eine Batterie auf. Folge: Sie lief aus, es kam aber nicht zu der befürchteten Verpuffung oder zum Brand. Die ersten Tests haben gezeigt, dass Lithium-Ionen-Batterien schon recht sicher sind. Es bedarf aber weiterer Versuche, um ein geeignetes Crashtest-Verfahren für Hybrid- und Elektrofahrzeuge zu finden, so der TÜV Süd.

Bildergalerie: Lithium-Ionen-Batterietest