Zugesetzte Rußfilter mit Vollgas freiblasen? Laut TÜV ist das ein Ammenmärchen

Immer mehr Dieselautos werden überwiegend im Stadt- und Kurzstreckenverkehr bewegt. Dadurch häufen sich die Klagen über zugesetzte Filter und einen Leistungsverlust des Motors, so der TÜV Süd. Zur Verstopfung kommt es folgendermaßen: Im Fahrbetrieb setzen sich zunächst die Poren des Partikelfilters zu, dann wächst eine Rußschicht auf der Oberfläche des Filters. Der so genannte Filterkuchen entsteht. Dieser wird erst bei der Regeneration verbrannt.

500 bis 600 Grad Celsius vonnöten
Bei geregelten Systemen wird dieser Vorgang über die Motorsteuerung eingeleitet. Er läuft vom Fahrer unbemerkt ab. Für die Regeneration wird aber eine Temperatur von 500 bis 600 Grad im Abgassystem benötigt. Im Stadtverkehr kommen Dieselfahrzeuge aber lediglich auf 200 Grad. Folge: Die Regeneration findet nicht statt, der Filter verstopft. Der Fahrer merkt bei ungeregelten Systemen am Leistungsverlust, bei geregelten Systemen meist anhand einer Warnlampe, dass der Filter voll ist.

In der Betriebsanleitung nachlesen
Wenn der Motor nicht mehr richtig zieht, muss eine Regeneration eingeleitet werden. Das erledigt je nach Hersteller die Werkstatt oder sollte durch ein vorgeschriebenes Fahrprofil erfolgen. Diesel-Fahrer müssen sich auf jeden Fall bereits nach dem Kauf des Wagens in der Betriebsanleitung das Kapitel ,Partikelfilter" genau durchlesen.

Freifahren im mittleren Drehzahlbereich
Bei Fahrzeugen, die überwiegend im Stadtverkehr bewegt werden, hilft grundsätzlich das Freifahren auf Autobahnen oder Landstraßen. Gerade in der Regenerationsphase muss man dabei aber mit erhöhtem Kraftstoffverbrauch rechnen. Für das Freifahren sollte man unbedingt die Hinweise der Hersteller beachten und nicht irgendeinem Tipp aus dem Freundeskreis folgen. Aus dem Reich der Automärchen stammt laut TÜV-Experte Michael Ebert die Empfehlung, ,mal mit ordentlich Vollgas über die Autobahn zu fahren". Beim Freifahren empfiehlt es sich, das Fahrzeug im mittleren Drehzahlbereich über Landstraße oder Autobahn zu bewegen.

Keine Verstopfung bei Otto-Katalysatoren
Übrigens: Bei Katalysatoren von Ottomotoren tritt das Problem nicht auf. Eine Verstopfung kann nur entstehen, wenn durch Schäden an der Gemischaufbereitung der Monolith des Katalysators aufgrund zu hoher Temperaturen oder durch mechanische Schäden zerstört wird und so den Abgas-Durchfluss behindern würde.