Die Ami-Flitzer sollen mit 2,4 Liter Biodiesel auf 100 Kilometer auskommen

Mit schnittigem Design und sportlichen Fahrleistungen ködert man auch Kunden, die Spritspar-Fahrzeugen eher abgeneigt sind. Tesla hat das mit dem rein elektrisch betriebenen Roadster vorgemacht, andere versuchen, mit ihren eigenen Konzepten nachzuziehen. So auch die amerikanische Firma Lightning Hybrids. Dort hat man einen hydraulischen Parallel-Hybrid entwickelt, der zunächst in zwei Fahrzeugen zum Einsatz kommen soll. Der vierrädrige LH4 und der dreirädrige LH3 unterscheiden sich in ihren Fahrleistungen laut Hersteller kaum.

Pumpen- statt Elektromotor
Laut Lightning Hybrids funktioniert der hydraulische Hybrid ähnlich wie ein herkömmlicher Hybrid, nur das an die Stelle des Elektromotors ein so genannter Pumpenmotor rückt. Dieser 105-PS-Hubkolben-Motor kann mit und gegen den Uhrzeigersinn laufen und somit je nach Bedarf als Pumpe oder Antriebsaggregat dienen. Statt einer großen Batterie ist ein 26,5-Liter-Flüssigkeits-Druckspeicher vorgesehen, der bei Bedarf seinen Inhalt Richtung Pumpe drückt und somit zum Vortrieb beiträgt. Im Leerlauf füllt die vom Diesel-Motor angetriebene Pumpe wieder den Speicher. Das Karbon-Gefäß arbeitet mit Drücken von 345 bis 483 bar und soll genug Energie zur Verfügung stellen, um den Wagen zweimal in 5,9 Sekunden von null auf 96 km/h (60 mph) zu bringen, oder um zirka elf Kilometer weit mit einer Geschwindigkeit von 64 km/h zu fahren. Laut Hersteller lassen sich auch 70 Prozent der Bremsenergie dank des Pumpen-Speicher-Systems zurückgewinnen.

Zusammen 190 PS
Als Verbrennungsmotor kommt ein nicht näher spezifizierter 85-PS-Diesel zum Einsatz, der auch mit Biodiesel fertig werden soll. Zusammen stehen so 190 PS zur Verfügung. Dabei kann der Fahrer wählen, ob er im Economy-Modus fahren und nur 2,4 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen will, oder ob er lieber mit sportlicher Performance unterwegs ist. Die Fahrzeuge LH3 und LH4 stecken unter einem Chrom-Molybdän-Rohrrahmen mit einer Karbon-Karosserie. Den Luftwiderstands-Beiwert gibt Lightning Hybrid mit 0,24 an. So haben die Wagen beispielsweise keine Außenspiegel, sondern arbeiten mit Kameras. Ob dies bis zum avisierten Serienstart 2010 so bleibt, ist offen – bisher hat es noch keine Außenspiegel-Ersatzkamera in die Serie geschafft.

Manierliche Ausstattung
Serienmäßig sollen sowohl beim LH3 als auch beim LH4 eine Automatik, eine Klimaanlage, Fahrer- und Beifahrer-Airbag, ABS und ESP sowie elektrische Fensterheber dabei sein. Optional gibt es zum Beispiel 19-Zoll-Felgen, Sitzheizung und eine Aufrüstung des Hydraulik-Systems, welche den Wagen dann in 4,0 Sekunden von null auf 96 km/h pusht. Den LH3 will Lightning Hybrid für umgerechnet 27.800 Euro anbieten, der LH4 soll für 42.000 Euro unters Volk gebracht werden. Drei Jahre Garantie bis zu einer Kilometerleistung von 58.000 Kilometern sind mit dabei. Seine Bewährungsprobe wird das Hydraulik-Hybrid-System beim mit zehn Millionen Dollar dotierten Automotive X Prize bestehen. Dort tritt Lightning mit dem LH3 in der Alternativ-Klasse und dem LH4 in der Mainstream-Klasse an. Werden beide Klassen gewonnen, winkt ein Gesamtgewinn von 7,5 Millionen Dollar.

Hydraulik-Pumpen-Sportler