Elektroauto auf 1er-Basis wird auf der Detroit Auto Show präsentiert

Der Kreis schließt sich, oder besser gesagt, der Stromkreis: 1972 begleitete ein BMW 2002 mit Elektroantrieb die Marathonläufer bei den Olympischen Spielen in München, rund 38 Jahre später stellt die Marke einen abgasfreien 1er namens Concept ActiveE auf der Auto Show in Detroit (11. bis 24. Januar 2010) vor.

Auf dem Weg zur Elektro-Serie
Das laut BMW ,realitätsnahe" Concept ActiveE ist ein Bestandteil im Rahmen des ,project i". Dahinter verbirgt sich die Entwicklung eines serienmäßigen Elektroautos, welches unter einer Submarke von BMW bis 2015 auf den Markt kommen soll. Ergänzend zur Erprobung des Mini E wird nun eine Flotte von elektrischen 1er-Coupés durch Privatkunden im Alltag getestet. Äußerlich erkennt man das Concept ActiveE an blauen Grafikelementen, die an Leiterbahnen erinnern sollen, hinzu kommen blaue Ringe auf den Reifen oder auch blau lackierte Nierenstäbe. Anstelle des Drehzahlmessers findet sich im Cockpit eine Anzeige zur Batteriekapazität. Ein zweites Instrument zeigt, wie viel Strom momentan aus der Batterie entnommen oder durch Rekuperation wieder zugeführt wird. Das Ladekabel ist in einem Extra-Staufach zwischen dem linken Radhaus und der Leistungselektronik untergebracht.

Unter Strom gesetzt
Seine Energie bezieht das viersitzige Concept ActiveE aus neu konzipierten Lithium-Ionen-Akkus, die vom Kooperationspartner SB LiMotive stammen. Dahinter verbirgt sich ein Joint-Venture von Bosch und Samsung SDI. Ein Flüssigkeitskühlsystem erhöht die Lebensdauer der Stromspeicher. Die größte Batterieeinheit nimmt den Platz des konventionellen Antriebsstrangs im unteren Bereich des Fahrzeugs ein, weitere Speicherzellen befinden sich an der für den Kraftstofftank Stelle. Trotzdem verringert sich das Kofferraumvolumen auf 200 Liter, das Gesamtgewicht des Fahrzeugs beträgt rund 1.800 Kilogramm.

Flott voran
Der Elektromotor der Studie leistet 125 Kilowatt beziehungsweise 170 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 250 Newtonmeter. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h soll laut BMW in weniger als neun Sekunden über die Bühne gehen. Maximal sind elektronisch limitierte 145 km/h möglich. Die Reichweite des Concept ActiveE beziffert der Hersteller auf rund 160 Kilometer im Alltagsbetrieb. Durch ein intelligentes Batteriemanagement wird sichergestellt, das dies weitgehend unabhängig von den äußeren klimatischen Bedingungen realisiert werden kann.

Energie durch Rekuperation
Eine intensive Nutzung der so genannten Rekuperation soll die Reichweite um 20 Prozent erhöhen. Sobald der Fahrer den Fuß vom Fahrpedal nimmt, wird der Elektromotor zum Generator, der den aus der Bewegungsenergie gewonnen Strom in die Fahrzeugbatterie zurückspeist. Zugleich entsteht dabei ein Bremsmoment, was zu einer wirksamen Verzögerung führt. Nach Angaben von BMW können 75 Prozent aller Verzögerungsvorgänge ohne Aktivierung des Bremspedals absolviert werden. Die rekuperativ erzeugte Verzögerung wirkt ausschließlich auf die Hinterräder, erst beim Tritt auf das zuständige Pedal greift die konventionelle Bremsanlage ein.

Zügig laden
Die Lithium-Ionen-Akkus können aus externen Stromquellen verschiedenster Art mit frischer Energie versorgt werden. Je nach Verfügbarkeit sind verschiedene Stromstärken nutzbar. An einer so genannten ,Wallbox", einer hinsichtlich möglichst kurzer Ladezeiten optimierten Haushaltssteckdose, vollzieht sich die komplette Aufladung in drei Stunden. Dabei kommen 50 Ampere Stromstärke und eine Spannung von 230 Volt zum Einsatz. Auch normale Steckdosen und öffentliche Ladestationen können genutzt werden. Auf diese Art und Weise möchte BMW dem Nutzer eine flexible Reichweite ermöglichen.

Gut vernetzt
Damit der Umgang mit dem Concept ActiveE für den Besitzer noch einfacher wird, wurde die Studie vernetzt. So kann der Fahrer mittels eines Smartphones in beliebiger Distanz zu seinem Fahrzeug Auskunft über den Ladestand der Batterien und die restliche Reichweite erhalten. Wenn das Auto an einer öffentlichen Ladestation hängt, während man einkauft oder ein Restaurant besucht, zeigt das Mobiltelefon, wie viel Kraft in den Akkus ist. Zusätzlich kann ermittelt werden, welche Ladezeit erforderlich ist, bis die Energiekapazität für den Heimweg reicht. Auch die aktuell verfügbare Reichweite ist abrufbar, um so die weitere Route planen zu können. Als weiterer Vorteil kann per Fernfunktion in fremden Gegenden nach einer Ladestation gesucht werden.

Bildergalerie: 1er unter Strom