Aber auch Blockieren ist illegal – sogar wenn man gar nicht schneller fahren darf

An schönen Winterwochenenden sind Massen von Ski- und Snowboardbegeisterten auf den Autobahnen unterwegs in Richtung Berge. Da wird schon mal dicht aufgefahren, um möglichst schnell auf die Piste zu kommen. Drängeln auf der Autobahn kann allerdings teuer werden. Darauf weist nun die D.A.S.-Rechtsschutzversicherung hin.

Bis 400 Euro Strafe und Führerschein weg
Der Fahrzeuglenker muss stets so viel Abstand halten, dass er jederzeit anhalten kann. Als Faustregel gilt: halber Tachostand in Metern. Bei 160 km/h auf der linken Spur muss der Abstand also mindestens 80 Meter betragen. Bei zu geringem Abstand droht eine Geldstrafe. Mit dem seit Februar 2009 geltenden Bußgeldkatalog wurde diese empfindlich erhöht, auf 75 bis 400 Euro, abhängig von Geschwindigkeit und Abstand. Da kann der Skiausflug schnell zu einem teuren Vergnügen werden. Hält man nur acht Meter Distanz, also immerhin mehr als eine Fahrzeuglänge, beträgt die Geldstrafe 400 Euro plus vier Punkte in Flensburg und auch noch drei Monate Führerscheinentzug.

Blockieren ebenfalls illegal
Aber auch wer durch konstantes Linksfahren andere Autofahrer ausbremst, riskiert eine Strafe: 80 Euro und ein Punkt. Und das sogar dann, wenn man sich an ein Tempolimit hält und andere Fahrer gar nicht schneller fahren dürfen. Wer sich allerdings von einem notorischen Linksfahrer zum Überholen auf der rechten Spur gedrängt fühlt, sollte bedenken, dass dies ebenfalls eine Strafe nach sich zieht: 100 Euro und drei Punkte.

Auch im Ausland gelten Verkehrsregeln
Auch in Österreich und in der Schweiz ist zu dichtes Auffahren strafbar. Mit Österreich gibt es ein Vollstreckungsabkommen, das es den Behörden ermöglicht, Bußgeldbescheide in Deutschland einzutreiben. Wird man direkt angehalten und weigert sich, die Geldstrafe zu begleichen, so muss man mit einer Strafvergütung rechnen, die bis zu dreimal höher sein kann als der ursprüngliche Betrag. Auch Bußgeldbescheide aus der Schweiz sollte man nicht ignorieren, denn sie können noch bis zu drei Jahre nachträglich vollstreckt werden, wenn man sich wieder mal in der Schweiz aufhält.