Vollbremsungen haben in der Regel keine gesundheitlichen Folgen

Eine Vollbremsung führt in der Regel nicht zu gesundheitlichen Folgen. Im Gegensatz zu einem Auffahrunfall lohnt sich bei solchen Bagatellereignissen daher zumeist auch keine Schadenersatzklage. Darauf weist die Victoria Versicherung hin und nimmt Bezug auf ein Urteil des Landgerichts Würzburg.

Unglaubwürdig: Schleudertrauma und Psychose
In dem konkreten Fall hatte ein Beifahrer nach einer Vollbremsung, die vorgeblich einen Unfall verhindert hatte, Schadenersatz verlangt. Der Herr machte geltend, er hätte aufgrund der Vollbremsung sowohl ein Schleudertrauma (HWS-Verletzung) als auch einen Schock erlitten, der wiederum eine Psychose ausgelöst habe. Das konnten die Richter kaum glauben und wiesen die Klage ab. Die Begründung: Bei einer Vollbremsung ohne Kollision herrschten so niedrige Verzögerungswerte, dass HWS-Verletzungen im Grunde nicht entstehen könnten. Auch der Ausbruch einer Psychose durch einen derartigen Vorfall sei doch zumindest sehr unwahrscheinlich.

Sicher fahren statt nachher übertreiben
Die Versicherungsexperten mahnen daher, dass übertriebene oder gar frei erfundene Unfallfolgen erfahrungsgemäß schnell als solche entlarvt werden. Besser sollte man daher mit einer der Verkehrssituation angepassten Geschwindigkeit fahren und gleichzeitig einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Vordermann einhalten.