BMW-Sauber-Rennteam wird aufgelöst; Schumi zurück am Steuer

Es ist die Woche der Rennsport-Sensationen: Während Michael Schumacher mitteilte, wieder ins Ferrari-Cockpit zu steigen, verkündete BMW sein Formel-1-Aus.

Am 1. November 2009 ist Schluss
Vorstandschef Norbert Reithofer gab im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, dass BMW sein Engagement in der Formel 1 nach Ablauf der Saison 2009 nicht fortführen wird. Im Klartext heißt das: Nach dem letzten Rennen am 1. November des Jahres rollen die blau-weißen Flitzer ins Museum. Obwohl die millionenschweren Aktivitäten in der Königsklasse zurzeit in einem achten Platz in der Konstrukteurswertung resultieren, sollen der Entscheidung keine wirtschaftliche Gründe als Basis gedient haben. Laut Reithofer sei der Ausstieg ,ein konsequenter Schritt vor dem Hintergrund der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens". Die frei werdenden Ressourcen sollen in die Entwicklung neuer Antriebstechnologien sowie Projekte im Bereich Nachhaltigkeit fließen. Unter anderem zählt dazu die Entwicklung sparsamerer Motoren und alternativer Antriebe.

Bedauern bei den Betroffenen
BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen bedauerte die Entscheidung, kann sie aber nach eigener Aussage ,aus Sicht des Unternehmens" nachvollziehen. Überrascht zeigte sich der neben Robert Kubica zweite Fahrer des Teams, Nick Heidfeld: ,Die Entscheidung kommt für mich unerwartet." In welchem Umfang es zu einem Stellenabbau in München oder dem Teampartner Sauber im schweizerischen Hinwil kommt, ist noch offen. Insidern zufolge liegt der Hauptgrund für den BMW-Rückzug im so genannten ,Concorde Agreement", in dem sich die Teams bis 2012 zur Teilnahme an der Formel 1 verpflichten sollen. Noch völlig offen ist, ob der BMW-Partner Peter Sauber den Rennstall übernimmt. In diesem Fall müsste sich Sauber neue Motoren beschaffen. Seit dem Debüt 2006 errang BMW-Sauber einen Sieg, eine Pole-Position und 16 Podiumsplatzierungen. Der WM-Titel wurde letztmalig 1983 gemeinsam mit Brabham errungen.

BMW bleibt dem Motorsport erhalten
Ausdrücklich betont der BMW-Vorstand, das man auch zukünftig in vielem Motorsportserien mitmischen wird. Hierzu zählen der Tourenwagensport in der WTCC, die Teilnahme an der American Le Mans Series (ALMS) und der Nachwuchspokal Formel BMW. Nicht ausgeschlossen wird ein BMW-Einstieg bei den Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM). Die populäre DTM könnte in Betracht kommen, da sie wesentlich volksnäher und preisgünstiger als die Formel 1 ist. Zudem könnte sich BMW hier direkt mit der Premium-Konkurrenz von Mercedes und Audi duellieren, wie es bereits in den frühen 1990er-Jahren der Fall war. Ein heißer Pilotenkandidat und Publikumsmagnet wäre der mittlerweile 32-jährige Nick Heidfeld.

Toyota verlängert Formel-1-Einsatz
Zeitgleich zum BMW-Ausstieg teilte Toyota fast unbemerkt mit, dass die Unternehmensführung grünes Licht für ein weiteres Formel-1-Engagement gegeben hat. Ähnlich wie BMW-Sauber ist auch der in Köln ansässige Toyota-Rennstall noch auf der Suche nach dem ganz großen Erfolg.

Schumi ist zurück
Jenen ganz großen Erfolg hatte Michael Schumacher gleich reihenweise. Nun kehrt der siebenmalige Weltmeister zurück ins Ferrari-Cockpit. Er soll für den Rest der Saison Felipe Massa ersetzen, der beim Grand Prix von Ungarn schwer verunglückt war. Ob Schumi wirklich die verbleibenden sechs Rennen fahren kann, muss aber noch ein abschließender Gesundheits-Check zeigen. Auf seiner Homepage teilte Schumacher mit: ,Obwohl das Thema Formel 1 für mich seit langem und komplett abgeschlossen war, kann ich aus Verbundenheit zum Team diese unglückliche Situation nicht ignorieren. Als Wettkämpfer, der ich nun mal bin, freue ich mich aber auch auf diese Herausforderung."

BMW geht, Schumi kommt