Der Dreirad-Wagen soll extrem sparsam unterwegs sein

Kanada ist bisher nicht unbedingt als Land mit eigener florierender Automobilindustrie bekannt. Aber jetzt versucht ein kleiner Hersteller mit einem kleinen Auto ganz nach vorne zu kommen: FVT (Future Vehicle Technologie) will mit dem dreirädrigen Zweisitzer eVaro sensationell niedrige Verbräuche ermöglichen. eVaro steht für ,electric vehicle with advanced regenerative braking onboard" – Elektrofahrzeug mit fortschrittlicher Bremsenergie-Rückgewinnung.

0,7 Liter Sprit auf 100 Kilometer?
FVTs erster Prototyp hieß ,alé" und verbrannte noch 2,6 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Das war den Kanadiern anscheinend viel zu viel. Jetzt haben sie den eVaro auf seine drei Räder gestellt. Dank seriellem Hybrid-Antrieb soll der Fronttriebler nur den energetischen Gegenwert von 0,7 bis 1,9 Liter Sprit pro 100 Kilometer konsumieren. Die elektrische Reichweite des eVaro soll zwischen 160 und 200 Kilometer liegen. Ein nicht näher spezifizierter Verbrennungsmotor dient als Reichweiten-Verlängerer. Der Verbrenner soll in der Lage sein, die Batterien des eVaro innerhalb von einer Stunde Fahrt wieder vollständig aufzuladen, an der Haushaltssteckdose vergehen laut Hersteller drei Stunden.

Noch vieles ungewiss
Zwar will FVT mit dem eVaro am im September 2009 beginnenden Automotive X Prize teilnehmen und dort die 2,5 Millionen Dollar Siegprämie in der Klasse für alternative Fahrzeuge mit Tandem-Sitzanordnung absahnen. Aber nicht nur zum Verbrennungsmotor macht FVT keine näheren Angaben. Auch zur Art und zur Kapazität der Batterie sowie zum geplanten Elektromotor gibt es noch nichts Konkretes. Laut FVT will man in Sachen Batterie möglichst auf das aktuellste verfügbare Produkt warten.

Ein paar Antworten
Bei ein paar kleineren Fragen lassen sich die Kanadier aber in die Karten gucken. So soll der eVaro bis zu 209 km/h schnell sein und in unter fünf Sekunden von null auf 96 km/h (60 Meilen pro Stunde) kommen. Das Dach des ungewöhnlichen Flitzers lässt sich zum Ein- und Aussteigen elektrisch anheben. Zum Dreirad-Layout hat man sich bei FVT entschlossen, weil dadurch eine aerodynamisch günstigere Form erreicht werden soll und zudem das Fahrzeuggewicht sinkt. Nach Herstellerangaben ist auch das Kurvenverhalten dem eines vierrädrigen Wagens überlegen – Umkippgefahr soll nicht bestehen. Außerdem will FVT den eVaro auch als viersitzige Variante konzipieren.

Bildergalerie: Kanadischer Spar-Sprinter