US-Start des Elektro-Fünftürers für 2010 geplant

Alle sprechen von der Krise, nur die Chinesen nicht: Das in Shenzhen ansässige Unternehmen Build Your Dreams, kurz BYD, konnte allein im ersten Halbjahr 2009 seine Verkäufe um 176 Prozent steigern. Nun bläst BYD zur Attacke auf die USA und zeigt auf der Detroit Auto Show 2010 das Elektroauto e6.

Ansehnliches Äußeres
Anders als bei vielen Elektroautos handelt es sich beim e6 nicht um einen Kleinstwagen, sondern um einen ausgewachsenen Fünftürer mit einer Länge von 4,55 Meter und einer Breite von 1,88 Meter. Durchaus ansprechend ist das eigenständige Design des e6, der von BYD als ,familienorientierter Crossover" angepriesen wird. In Detroit haben wir bereits kurz im e6 Platz nehmen können: Das Cockpit wird dominiert von einem breiten Zentraldisplay, einige Bedienungselemente wirken sehr bekannt. So ähnelt der kurze Schalthebel dem des Toyota Prius, das Design der Schalterleiste findet sich auch in der Mercedes S-Klasse. Die verwendeten Materialien fallen recht schlicht aus, Hartplastik dominiert. Auffallend ist der durch die Elektrotechnik eingeschränkte Fußraum sowohl vorne wie auch hinten.

Enorme Reichweite
Angetrieben wird der BYD e6 von einem Elektromotor mit einer Leistung von 101 PS und einem maximalen Drehmoment von 450 Newtonmeter. Der dafür notwendige Strom wird laut Hersteller in neuartigen Lithium-Eisenphosphat-Akkus gespeichert, die eine höhere Energiedichte als Lithium-Ionen-Batterien aufweisen. Infolgedessen soll die Reichweite enorme 330 Kilometer betragen. Zur Ladedauer machen die Chinesen noch keine Angaben, bekannt ist bisher nur, dass mit 380-Volt-Starkstrom ans Netz gegangen wird. Maximal ist eine Spitze von 140 km/h möglich, Tempo 100 steht laut Hersteller nach rund 14 Sekunden auf dem Tacho. Eine leichte Angelegenheit ist der e6 nicht, das Leergewicht beträgt gut 2,3 Tonnen. Noch 2010 soll der Verkauf in den USA starten, im Raum steht ein Preis von rund 40.000 Dollar, umgerechnet etwa 27.000 Euro.

Unterstützung von prominenter Seite
Schon jetzt steht BYD im Interesse namhafter Firmen. So hält der bekannte US-Investor Warren Buffett einen Anteil von zehn Prozent an dem Unternehmen. Im Frühjahr 2009 wurde eine Absichtserklärung zwischen VW und BYD unterzeichnet, um an Elektroautos zu forschen.

Elektro-Attacke aus China