Vor dem Losfahren das Auto vollständig von Eis und Schnee befreien

Der Winter hat Deutschland fest im Griff. Was für den einen schon zur Routine zählt, ist für andere eine Last: das morgendliche Freikratzen und Freischaufeln des Fahrzeugs. Einige eilige Fahrzeugführer glauben mit einem Sehschlitz in der Frontscheibe die Situation zu meistern, den Rest übernimmt dann Heizung und Gebläse. Falsch gedacht: Laut StVO ist jeder Fahrzeugführer verpflichtet, sein Fahrzeug von Schnee und Eis zu befreien und eine vollständige Rundumsicht zu gewährleisten. ,Das Fahrzeuggebläse kann lediglich beschlagene Scheiben beseitigen. Gegen Eis und Schnee helfen nur Eiskratzer und Schneebesen. Die gehören im Winter immer an Bord", sagt Achmed Leser, Schaden- und Wertgutachter beim TÜV Thüringen. Auch Scheinwerfer, Blink- und Rückleuchten sind stets sauber und schneefrei zu halten.

50 Kilo Schnee erhöhen auch den Verbrauch
Leser kennt die Gefahren, die von Schneemassen auf Fahrzeugdächern ausgehen. ,Beim Pkw kann durch eine Bremsung der nach vorn rutschenden Schnee, die Sicht zum vorausfahrenden Verkehr behindern, was im schlimmsten Fall zu einem Unfall führen kann. Scheibenwischer sind für das Beseitigen größerer Schneemengen absolut ungeeignet." Abgesehen von drohenden Bußgeldern ist Schnee auf dem Autodach schlecht für den Geldbeutel. ,Durch den zusätzlichen Dachballast erhöht sich der winterbedingte Mehrverbrauch des Fahrzeugs nochmals. Zehn Zentimeter nasser Neuschnee auf einem durchschnittlich großen Autodach kann bis zu 50 Kilogramm wiegen", erklärt Leser.

Lkw: Eisbrocken drohen
Noch größere Gefahren gehen von Schnee beladenen Lkw-Dächern aus. Schnee und Eisbrocken fallen dann aus vier Meter Höhe auf den nachfolgenden Verkehr. ,Gerade die noch schwereren herabstürzenden Eisplatten können erhebliche Schäden an nachfolgenden Fahrzeugen anrichten. Durchschlagene Frontscheiben sind da keine Seltenheit", weiß Leser. ,Fahrzeugführer verreißen oftmals in der Schrecksekunde das Steuer und dann ist der Unfall vorprogrammiert."