Detroit zeigt, was mit Chrysler und Lancia passiert

Wie sich das Zusammengehen von Chrysler und Fiat auf die Produktpalette auswirken wird, ist und bleibt spannend. Die Gerüchte-Küche sah schon den Fiat Croma als Chrysler durch Nordamerika fahren. Jetzt steht ein erstes Produkt der italienisch-amerikanischen Ehe in Detroit: ein Delta der Fiat-Tochter Lancia erstrahlt im Chrysler-Look. Was soll uns dieses Fahrzeug sagen?

Entweder – oder
Der Delta steht mit Chrysler-Grill, Chrysler-Markenemblemen und Chrysler-Lenkrad auf der Auto Show (11. bis 24. Januar 2010). Viel ist über den umgelabelten Wagen nicht zu erfahren. Wir haben beim deutschen Chrysler-Pressechef Markus Hauf nachgefragt. Hauf verrät uns, dass der noch namenlose ,Chrysler Lancia Delta" einen Ausblick auf die Verschmelzung der Marken Chrysler und Lancia gibt. Im Groben soll das so ähnlich ablaufen, wie vor Jahren mit den Marken Daewoo und Chevrolet. Es wird in Zukunft keine Märkte mehr geben, auf denen Chrysler- und Lancia-Modelle parallel angeboten werden. Welcher Markt welche Marke bekommt, ist noch nicht entschieden. Fest steht nur, dass es in Italien natürlich Lancia geben wird und dass in den USA weiterhin Chrysler die Kunden bedient. Welche Marke wir in Deutschland bekommen, ist noch nicht entschieden. Aber die Fahrzeugpalette wird identisch sein, nur im markentypischen Design werden sich die Fahrzeuge unterscheiden. Der gezeigte Chrysler Delta gilt als Studie – ob der Wagen in Serie so in den USA auf dem Markt kommt, ist noch nicht bekannt.

Passt das?
Lancia und Chrysler – funktioniert das? Und passt der Delta? Hauf bemerkt, dass Lancia und Chrysler eine Gemeinsamkeit haben: Beide Marken sind designorientiert, haben stets auf eigenständige Formgebung Wert gelegt. Wie das bei einzelnen Modellen gelungen ist, steht auf einem anderen Blatt. In Sachen Technik könnten sich die Konzerne ganz gut ergänzen: Chrysler braucht dringend kleinere Fahrzeuge und könnte an Fiat halt größere Plattformen und Heckantriebs-Technologie liefern. Und als kleineres Fahrzeug geht der Delta bei den Amis locker durch. Mit seinen 4,52 Meter Länge trifft er genau die Größe, die der Ami als ,kompakt" bezeichnen würde. Die Motorisierungen des Delta gehen vom Vierzylinder-Benziner mit 120 PS bis zum Diesel mit 190 PS – die Vierzylinder-Kompetenz des Fiat-Konzerns kann Chrysler ebenfalls gut gebrauchen. Und der US-Diesel-Markt scheint sich gerade zu entwickeln.

Das meinen die Amerikaner
Die amerikanischen Medien haben den Delta im Chrysler-Gewand jedenfalls mit großem Interesse aufgenommen – sicher auch, weil in den USA offiziell nie Lancias verkauft wurden. Die Form scheint den Amis zu gefallen, für den Innenraum wünschen sie sich wohl mehr Ablagen und Becherhalter – in Sachen Kabinen-Design steht der Amerikaner zum Zeitpunkt noch mehr auf Pragmatismus als auf Design.

Verschmelzungs-Symbol