Von Audi A1 bis VW Passat: Das planen die Hersteller für 2010

Trotz allgemeiner Wirtschaftskrise blicken die Automobilhersteller positiv auf das Jahr 2009 zurück. Die Verkäufe in Deutschland können sich sehen lassen, maßgeblich dazu beigetragen hat die Abwrackprämie, die es in ähnlicher Form in vielen Ländern Europas gab. Um die Kunden auch 2010 zu den Händlern zu locken, sind viele spannende Neuheiten geplant. Ein Trend ist dabei zu beobachten: Immer mehr Nischen werden besetzt, dem Autokäufer bieten sich so viele individuelle Möglichkeiten wie nie zuvor.

Edel-Konkurrenz für den Mini
Audi greift mit dem A1 den Mini und damit BMW frontal an. Das rund vier Meter lange Fahrzeug basiert auf der Plattform des VW Polo und setzt auf bekannte Designelemente wie den Single-Frame-Grill und markante LED-Tagfahrleuchten. Motorenseitig wird das Angebot beim 1.2 TSI mit 105 PS beginnen. Alle A1-Varianten rollen in Brüssel vom Band. Zunächst kommt im Frühjahr 2010 die dreitürige Version auf den Markt, der Sportback genannte Fünftürer folgt im Herbst des Jahres. Bereits sehr seriennah wirkt die im Frühjahr 2010 zu enthüllende Studie mit dem Projektnamen E1. Mit dem elektrisch betriebenen Cityflitzer wollen die Ingolstädter spätestens 2014 Ernst machen, was die abgasfreie Mobilität betrifft. Optisch orientiert sich der E1 an der für 2011 angekündigten ,New Small Family" von VW. Sehr wahrscheinlich ist, dass Audi den Kleinstwagen nur als Elektroversion anbieten wird, weil die Kunden der Premiummarke am ehesten bereit sind, den deutlichen Aufpreis für das saubere Fahren zu investieren. Zudem passt der E1 bestens zum Firmenslogan ,Vorsprung durch Technik".

Die schöne Gärtnerin
Fiat reitet weiter auf der Nostalgiewelle, was den 500 betrifft. Nach dem 2009 vorgestellten Faltdach-Cabrio wird 2010 die Kombiversion mit dem schönen Namen 500 Giardiniera, auf deutsch ,Gärtnerin", wiederbelebt. Die kleine Lademeisterin ist als Dreitürer ausgelegt. Mit den bekannten Motoren und einem neuen Turbo-Zweizylinder soll die Marktnische des Mikro-Kombis erfolgreich besetzt werden. Gewissermaßen ein Cousin des Fiat 500 ist der neue Mazda 1, der Ende 2010 vorgestellt wird. Da Ford immer noch rund 15 Prozent an den Japanern hält, wird der dreitürige Mini-Mazda gemeinsam mit dem Ford Ka und dem Fiat 500 in Polen vom Band rollen, um Kosten zu sparen. Eine weitere wichtige Neuheit aus Hiroshima ist der kommende Mazda 5, welcher im Herbst 2010 zu den Händlern rollt.

Mehr Emotionen bei Mercedes und Opel
Bei Mercedes wird das Jahr 2010 ganz im Zeichen von aufregendem Design stehen. Eines der Highlights ist ohne Frage der neue CLS. Das Vorgängermodell begründete anno 2004 die Nische der viertürigen Coupés, der Nachfolger behält die fließende Linienführung bei, soll aber noch schöner werden. Markantes Merkmal sind die optisch entschärften Scheinwerfer, in die ein LED-Leuchtenband integriert wird. Technisch nutzt der CLS die Plattform der aktuellen E-Klasse mitsamt einer Vielzahl von Assistenzsystemen. Bereits seine geschlossene Variante sorgt bei jung und alt für leuchtende Augen, der SLS Roadster soll die Begeisterung ab Mitte 2010 zusätzlich anfachen. Zwar fallen die Flügeltüren weg, dafür umschmeichelt ein knapp geschnittenes Stoffverdeck die Insassen. Nach dem turbulenten Jahr 2009 will Opel wieder in ruhigeren Gewässern segeln. Mehrere neue Modelle sollen für positive Schlagzeilen sorgen. Neben dem neuen Meriva im Frühjahr und dem Astra Sports Tourer im Sommer 2010 ist der Astra GTC das künftige emotionale Aushängeschild der Marke. Mit deutlich coupéhafterer Optik als bislang, einer Panorama-Windschutzscheibe und Motoren bis zu 200 PS soll er in die Fußstapfen von Manta und Calibra treten. Eine OPC-Variante mit rund 280 PS und Allradantrieb wird als Golf-R-Gegner nachgereicht.

Schickes bei den Kleinwagen
Neuauflage statt Facelift heißt die Devise von Renault beim Clio. Mit einem gehörigen Schuss Mégane-Design im Blechkleid und verbesserter Qualität tritt der auf über vier Meter wachsende Franzose gegen den VW Polo und den Citroën C3 an. Beim optischen Vorbild ist die Modellfamilie mit einer Ausnahme bereits komplett. Der Mégane CC setzt wie gewohnt auf ein Stahlklappdach, dessen Besonderheit die transparenten Einsätze sind. Freunde des Offenfahrens können sich zudem auf eine Roadsterversion des Twingo freuen. Bereits auf der Frankfurter IAA im Herbst 2009 hatte Seat mit einer Studie das Design des Ibiza ST gezeigt. Auch bei der Serienversion des kompakten Kombi, der 17 Zentimeter länger als der normale Ibiza ist, setzt Seat-Chefstylist Luc Donckerwolcke auf schnittige Linien. Erst 2011 kommt der eng mit dem Ibiza ST verwandte VW Polo Variant auf den Markt.

Nächste Passat-Generation kommt im Herbst
VW hat für 2010 bereits einen üppigen Strauß an Neuheiten zusammengestellt. Dazu gehören der Touareg im Frühjahr, das Facelift des Touran, ein neuer Sharan und der Polo GTI. Das Highlight wird jedoch der neue Passat sein, der auf dem Pariser Automobil-Salon im Herbst 2010 zu sehen sein wird. Das für die Wolfsburger wirtschaftlich wichtige Mittelklassemodell wächst nur unwesentlich. Statt der bisherigen Frontpartie mit Chromlätzchen kann zukünftig ein kantig-kühler Stil mit Parallelen zum Polo aus der Feder des obersten VW-Formgebers Walter de'Silva bewundert werden. Weitere Merkmale sind LED-Tagfahrleuchten und Rücklichter mit hakenförmigen Diodeneinsätzen. Der Marktstart des nächsten Passat ist für November 2010 geplant, zeitgleich wird auch der sehr beliebte Passat Variant bei den Händlern stehen.

Bildergalerie: Die Auto-Zukunft 2010