Asiatische Hersteller besetzen mit Hybridmodellen die meisten vorderen Plätze

Seit 1989, also genau seit 20 Jahren, prüft der Verkehrsclub Deutschland (VCD) aktuelle Automodelle auf ihre Umweltfreundlichkeit. Die Ergebnisse werden Jahr für Jahr in der VCD-Umweltliste zusammengestellt. In der neuesten Ausgabe wurden wieder die zehn umweltfreundlichsten Autos überhaupt gekürt. Darüber hinaus fand der Automobilclub die besten Modelle in den Kategorien Kompaktklasse, Familienautos und Siebensitzer sowie die Autos mit dem geringsten CO2-Ausstoß.

Toyota Prius ganz vorne
Unter den Top Ten der umweltfreundlichsten Autos räumen vor allem asiatische Marken ab. Deutsche Hersteller schneiden eher schlecht ab, und Marken aus anderen Ländern wie Italien, Frankreich oder USA tauchen überhaupt nicht auf. Sehr gute Plätze haben wieder einmal die Hybridmodelle erreicht, von denen einige neu auf dem Markt sind. Die absolute Nummer eins ist wie im Vorjahr der Toyota Prius. Doch handelt es sich diesmal um den neuen Prius III – der Vorgänger wäre laut VCD nur auf Platz 3 gekommen. Gefolgt wird der Prius vom Stadtflitzer Toyota iQ mit 1,0-Liter-Benziner und einem weiteren Hybridmodell, dem Honda Insight. Der verbraucht zwar mit 4,4 Liter einen halben Liter mehr als der Prius, ist dafür aber auch etwa 5.000 Euro günstiger.

Kompaktklasse, Familienautos und Siebensitzer
Während die Top Ten von japanischen Marken dominiert werden, finden sich in der Kompaktklasse auch etliche Modelle aus dem VW-Konzern wie der Golf 1.6 TDI BlueMotion. Ähnlich ist es bei den Familienautos, definiert als Pkw ab 4,20 Meter Länge mit fünf Sitzen, mindestens vier Türen und 400 Liter Kofferraum. Unter den fünf besten Siebensitzern finden sich überhaupt keine Asiaten. Bei drei der fünf Autos handelt es sich um Fahrzeuge mit Erdgasantrieb.

Lärmbelastung als wichtiges Kriterium
Die Bewertungskriterien für die Umweltliste sind das Ergebnis eines Gutachtens vom Institut für Energie- und Umweltforschung aus dem Jahr 1997, doch wird das Bewertungsverfahren laufend aktualisiert. Mit 60 Prozent den Löwenanteil der Gesamtnote macht die CO2-Emission aus. Mit 20 Prozent ist die Lärmbelastung gewichtet – anders als beim ADAC Eco-Test, der Geräuschemissionen nicht einbezieht. Mit 15 Prozent geht die Belastung des Menschen durch Schadstoffe wie zum Beispiel Dieselpartikel ein und fünf Prozent macht die Belastung der Natur beispielsweise durch Stickoxide aus. In jeder Kategorie werden null bis zehn Punkte vergeben. Entsprechend gewichtet, ergibt sich aus diesen Teilbewertungen die Gesamtpunktzahl.

CO2-Musterknaben
Außer den Ergebnissen dieser Umweltwertung nennt die VCD-Umweltliste auch die Automobile mit dem geringsten CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer. Das Fahrzeug mit den geringsten Kohlendioxid-Emissionen ist nach wie vor das Smart Fortwo Coupé mit Dieselmotor und 88 Gramm CO2 pro Kilometer. Neu sind die Autos auf Platz zwei und drei: der Prius mit nur 89 Gramm und der Golf 1.6 TDI BlueMotion mit 96 Gramm. Insgesamt zeichnet der VCD ein positives Bild bei der Entwicklung der CO2-Emissionen: Mitte 2009 lag der Mittelwert aller in Deutschland zugelassen Pkw laut VCD bei 155 Gramm pro Kilometer. Das ist noch deutlich mehr als der Zielwert von 130 Gramm, aber zehn Gramm weniger als noch im Jahr 2008.

Elektroautos: Bisher noch Fehlanzeige
Gar keine CO2-Emissionen verursachen Elektroautos, doch sind bislang nur Leichtbau-Kleinfahrzeuge mit eingeschränktem Nutzen auf dem Markt, so der VCD. Außerdem sind Elektroautos nur lokal emissionsfrei, nicht aber, wenn man die Stromherstellung mit einbezieht. Doch findet der VCD die Entwicklung von E-Mobilen ,wichtig und richtig". Den Käufern bleibt allerdings nichts, als auf bezahlbare, alltagstaugliche Elektroautos zu warten.

Bildergalerie: VCD-Umweltliste