Schon ab Ende 2009 werden 200 Stück von dem neuen Wasserstoffauto gefertigt

Bereits ab Ende 2009 will Mercedes ein Brennstoffzellenauto fertigen. Die Mercedes B-Klasse F-Cell wird allerdings nur in einer Kleinserie von rund 200 Stück produziert. Anfang 2010 sollen die ersten Fahrzeuge an Kunden in Europa und den USA ausgeliefert und dann von diesen getestet werden.

Lithium-Ionen-Batterie als Energiespeicher
Schon im Oktober 2002 präsentierte Mercedes mit der A-Klasse F-Cell ein Brennstoffzellenauto. Doch waren die Fahrleistungen noch stark verbesserungswürdig: Der Aktionsradius betrug nur 150 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit recht kümmerliche 140 km/h und der 88 PS (65 kW) starke Elektromotor brauchte geschlagene 16 Sekunden, um die A-Klasse auf Tempo 100 zu bringen. In der B-Klasse F-Cell hat sich vieles davon gebessert. Der Elektromotor ist mit 136 PS (100 kW) und 290 Newtonmeter deutlich stärker als 2002. Während damals noch 350-bar-Wasserstofftanks verwendet wurden, arbeitet Mercedes nun mit 700 bar. So passen beim neuen Modell rund vier Kilo Wasserstoff in die Tanks, wie wir auf Nachfrage erfuhren. Das hebt die Reichweite auf stattliche 385 Kilometer.

Verbesserte Fahrleistungen
Auch bei den sonstigen Fahrleistungen hat Mercedes deutliche Fortschritte gegenüber der A-Klasse F-Cell gemacht. So stieg die Höchstgeschwindigkeit von 140 auf 170 km/h, und statt 16 Sekunden braucht die neue Version nur noch 11,4 Sekunden für den Sprint auf 100. Mercedes spricht von Fahrleistungen auf dem Niveau eines 2,0-Liter-Benziners, doch das ist dann doch übertrieben. Denn das Höchsttempo eines B 200 ist immer noch runde 30 km/h höher, der Sprint klappt beim Benziner fast zwei Sekunden schneller und auch die Reichweite ist größer.

3,3 Liter Diesel-Äquivalent
Der Verbrauch der B-Klasse F-Cell ist jedoch rekordverdächtig: Umgerechnet in Diesel, soll das Auto nur 3,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer verbrauchen. Moment mal, Diesel? Die B-Klasse F-Cell benutzt doch Wasserstoff! Nun, das Diesel-Äquivalent lässt sich über die Heizwerte der beiden Kraftstoffe berechnen, also über die beim Verbrennen erzeugten Energiemengen. Wem das lieber ist, kann den Verbrauch auch aus der Reichweite berechnen: Vier Kilo Wasserstoff sind an Bord, 385 Kilometer beträgt die Reichweite – das ergibt einen Verbrauch von etwas über einem Kilo Wasserstoff pro Kilometer. Damit der Verbrauch minimiert wird, wird beim Bremsen Energie zurückgewonnen. Als Speicher kommt eine Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Sie gibt bis zu 35 kW Leistung ab und weist eine Kapazität von 1,4 Kilowattstunden (kWh) auf.

Profitieren von der Sandwich-Bauweise
Die Alltagstauglichkeit des Fahrzeugs profitiert von dem Sandwichboden, den Mercedes vor zehn Jahren auch mit Blick auf die Integration alternativer Antriebe bei der ersten A-Klasse-Generation eingeführt hat. Der Vorteil: Die Antriebskomponenten liegen geschützt und Platz sparend im Sandwichboden und der Innenraum wird nur wenig kleiner. Das Kofferraumvolumen des Brennstoffzellenautos ist mit 416 Litern beachtlich, auch wenn die normale B-Klasse 544 Liter aufweist. In puncto Alltagstauglichkeit lobt Mercedes auch die gute Kaltstartfähigkeit des neuen F-Cell-Fahrzeugs: Selbst bei Temperaturen bis minus 25 Grad Celsius soll das Auto noch starten. So groß die Fortschritte in der Brennstoffzellentechnik auch sind: Laut Mercedes werden Diesel und Benziner noch länger eine wichtige Antriebsform bleiben, vor allem im Überlandverkehr. In der Stadt werden jedoch zunehmend Elektro- und Brennstoffzellenautos zum Einsatz kommen.

Mercedes B-Klasse F-Cell