Rennwagen feiert Weltpremiere in Genf

Exakt 110 Jahre nachdem Ferdinand Porsche das erste Fahrzeug mit Hybridantrieb, den Lohner Porsche Semper Vivus entwickelt hat, greift die Sportwagenschmiede das Antriebskonzept im seriennahen GT-Rennsport wieder auf: Ein 911 GT3 R mit Hybridantrieb feiert auf dem Genfer Autosalon (4. bis 14. Februar 2010) Premiere.

Besonderheit: Schwungradspeicher
In dem Hybrid-Rennsportler ergänzen zwei je 82 PS starke Elektromaschinen an der Vorderachse den 480 PS starken Vierliter-Sechszylinder-Boxer im Heck. Die Besonderheit: Anstelle von Batterien wird ein elektrischer Schwungradspeicher verwendet. Er ist im Innenraum neben dem Fahrer untergebracht und stellt eine Elektromaschine dar, deren Rotor sich mit bis zu 40.000 U/min dreht und Energie in Form von Rotationsenergie speichert. Aufgeladen wird der Speicher durch Bremsenergierückgewinnung. Aus dem geladenen Speicher kann der Pilot etwa beim Beschleunigen aus Kurven heraus oder während Überholvorgängen Energie abrufen, wobei bis zu 163 PS an die Vorderachse gelangen – allerdings nur für jeweils sechs bis acht Sekunden. Der Hybridantrieb wird aber auch zur Verringerung des Verbrauchs eingesetzt. Das erlaubt ein geringeres Tankgewicht und ermöglicht sogar spätere Boxenstopps.

Erprobung auf dem Nürburgring
Der 911 GT3 R Hybrid wird nach seiner Premiere in Genf auf dem Nürburgring bei Langstreckenrennen erprobt. Als Höhepunkt ist ein Start beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings am 15. und 16. Mai 2010 vorgesehen. Ein Sieg des 911 GT3 R Hybrid wird dabei aber nicht angestrebt. Vielmehr soll er als Technologieträger und Rennlabor Erkenntnisse für die Anwendung in Straßensportwagen liefern.

Bildergalerie: Schwungscheiben-Hybrid