Wie man Sprit durch weniger Rollwiderstand spart

Wer schon mal versucht hat, einen Kinderwagen über einen Sandstrand zu schieben, der weiß, was Rollwiderstand bedeutet. Beim Auto macht diese Art der Reibung je nach Tempo 15 bis 30 Prozent des Spritverbrauchs aus. Leichtlaufreifen, auch rollwiderstandsoptimierte Reifen oder RoWi-Reifen genannt, sollen den Spritverbrauch ohne großen Aufwand senken.

Veränderte Gummimischung
Bei RoWi-Reifen wird die Gummimischung der Lauffläche so verändert, dass sich eine geringe Verformung ergibt. Aber nicht nur die Lauffläche spielt eine Rolle, auch der innere Aufbau des Reifens. So ergibt sich eine spürbare Verbesserung des Rollwiderstandes um bis zu 30 Prozent. RoWi-Reifen kommen deshalb auch immer öfter als Erstausstattung auf die Felgen, zum Beispiel bei VW: ,Leichtlaufreifen unterstützen unsere Bemühungen, weitere Fortschritte hinsichtlich des Kraftstoffverbrauches zu erzielen", erklärt VW-Pressesprecher Peter Weisheit. ,Im Rahmen der neuen Dachmarke BlueMotion Technologies bündeln wir eine Vielzahl von unterschiedlichsten Maßnahmen wie Rekuperation, Start-Stopp System, NOx-Abgasnachbehandlung oder auch rollwiderstandsoptimierte Reifen. Dabei verwenden wir nicht nur Reifen eines Herstellers, sondern wählen individuell die beste Lösung für den Kunden."

Möglichkeiten zum Nachrüsten
Auch für die Nachrüstung empfehlen sich Reifen mit wenig Rollreibung. ,Die Umrüstung auf Reifen mit niedrigem Rollwiderstand lohnt sich für jeden Autofahrer, denn eine Einsparung von 0,3 Liter pro 100 Kilometer ergibt über die gesamte Laufleistung des Reifensatzes, dass einer der vier Reifen sich selbst finanziert", so Michelin-Pressesprecher Jan Hennen. ,Auch für die Umwelt lohnt es sich, denn je geringer der Rollwiderstand, desto geringer ist auch der CO2-Ausstoß." Dennoch: Reifen sollte man nicht gleich wegwerfen, nur weil es keine RoWi-Reifen sind. Wenn die alten Roller aber ohnehin verschlissen sind, lohnt es sich, auf den Rollwiderstand zu achten.

Für den Laien nicht zu erkennen
Allerdings gibt es dabei ein Problem, wie ADAC-Reifenexperte Ruprecht Müller weiß: ,Rollwiderstandsoptimierte Reifen sind äußerlich nicht von herkömmlichen zu unterscheiden. Der Name kann einen Hinweis auf entsprechende Auslegungen des Herstellers geben: zum Beispiel ‚EcoContact', ‚EnergySaver', ‚FuelSaver'. Allerdings zeigen unsere Reifentests auch: Nicht immer erzeugen Reifen mit einem entsprechenden Namen den geringsten Kraftstoffverbrauch." Wer Spritsparreifen haben will, muss sich also die Tests von ADAC oder Stiftung Warentest ansehen. Hier fließt der Kraftstoffverbrauch in die Gesamtnote mit ein. Alleiniges Kriterium ist er nicht: ,Tatsächlich gilt es, die Balance zwischen dem Rollwiderstand und dem Nassgrip zu bewahren", so Müller weiter. ,Nicht nur im Rahmen unserer Reifentests legen wir großen Wert auf Reifen mit ausgewogenen Eigenschaften. Deswegen ist es nachteilig, wenn ein Reifen nur bezüglich des Rollwiderstandes optimiert wird." Außer über Tests sollen sich Käufer künftig auch beim Händler informieren können: Ab 2012 wird es ein Reifenlabel geben – mit Informationen, wie sie derzeit schon beim Stromverbrauch von Kühlschränken üblich sind.

Gallery: Sparen mit RoWi-Reifen