Der Wagen soll mit 340 km/h das schnellste Büro der Welt sein

Gigantischer Motor, ultraedle Ausstattung und jede Menge Büro-Equipment: Der Brabus SV12 R stellt sich als einer der potentesten Dienstwagen der Welt vor. Als Basis dient ein Mercedes S 600 mit aktuellem Facelift. Der Wagen kommt serienmäßig auf 517 PS und ein maximales Drehmoment von 830 Newtonmeter. Brabus macht daraus 750 PS und 1.350 Newtonmeter.

Mehr Hubraum
Das Herz der Brabus-Modifikationen ist natürlich der Zwölfzylinder-Motor. Dessen Hubraum erhöhen die Veredler von 5,5 auf 6,3 Liter. Erreicht wird dies durch den Einsatz einer Kurbelwelle mit längerem Hub, aufgebohrte Zylinder und dazu passende größere Kolben. Zur weiteren Leistungssteigerung werden die Ein- und Auslasskanäle optimiert, größere Turbolader und effizientere Ladeluft-Kühler verbaut, sowie eine neue Auspuffanlage montiert. Neue Spezial-Nockenwellen verbessern den Gasdurchsatz. Eine umprogrammierte Motorelektronik stimmt die Komponenten aufeinander ab.

Enorme Werte
Die 750 PS liegen bei 5.500 U/min an, das maximale Drehmoment von 1.350 Newtonmeter steht bei 2.100 Touren zur Verfügung. Allerdings wird zur Schonung der Antriebskomponenten das Drehmoment elektronisch auf 1.100 Newtonmeter begrenzt. Derart gekräftigt, jagt der Brabus SV12 R in 4,0 Sekunden von null auf 100 km/h, nach 11,9 Sekunden sind 200 km/h erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf heftige 340 km/h elektronisch begrenzt. Geschaltet wird über eine angepasste Fünfgang-Automatik. Zur Verbesserung der Traktion bietet Brabus ein spezielles Sperrdifferenzial an.

Aerodynamik-Feile
Brabus hat für den SV12 R neue Karosserie-Komponenten entwickelt und diese im Windkanal getestet. Die neue Frontschürze soll beispielsweise den Auftrieb an der Vorderachse reduzieren. Ein großer zentraler Lufteinlass an der Front sorgt für zusätzliche Kühlung von Motor und Bremsen. Zusatzscheinwerfer und LED-Tagfahrleuchten sind für eine erhöhte Sicherheit da. Die Kotflügel werden von Brabus gegen Teile aus Aluminium ersetzt. Die hinter den vorderen Radhäusern sitzenden Luftauslässe fallen durch Karbon-Hinterlegung auf. Auch Seitenschweller, Heckspoilerlippe und Heckschürze kommen von Brabus. Die Schürze wird auf ihrer Unterseite mit LEDs bestückt, welche den Boden hinter dem Wagen ausleuchten.

Alles gigantisch
Der SV12 R fährt auf großem Fuß. Felgen von 19 bis 21 Zoll stehen in den verschiedensten Ausführungen zur Verfügung. Als Maximum kommt vorne ein Reifen der Dimension 265/30 ZR 21 auf einer 9Jx21-Felge zum Einsatz, hinten hat der Pneu dann eine Größe von 295/30 ZR 21 und sitzt auf einer Felge der Dimension 10,5Jx21. Gezügelt wird der immense Vortrieb des SV 12 R durch eine großkalibrige Bremsanlage: Zwölf-Kolben-Aluminium-Festsättel und innen belüftete, gelochte 380-x-36-Millimeter-Bremsscheiben vorn und Sechskolben-Aluminium-Festsättel mit 355-x-28-Millimeter-Bremsscheiben hinten kümmern sich um eine probate Verzögerung.

Technik vom Feinsten
Der Brabus SV12 R soll nicht nur schnell sein, sondern auch als rasendes Büro dienen. So ist im Kofferraum in einer Schublade unter der Hutablage ein Drei-Gigahertz-Notebook untergebracht. Aus dem wahlweise mit Leder oder Alcantara bezogenen Dachhimmel kann ein 15,2-Zoll-TFT-Display herausklappen. Der Rechner lässt sich über eine Funktastatur bedienen und ist via UMTS mit dem Internet verbunden – über USB-Anschlüsse lassen sich für Videokonferenzen notwendige Geräte wie beispielsweise eine Webcam anschließen. Das Bild von Digital-TV, DVD und Blue-Ray sowie der Spielekonsole wird zum einen an den Deckenmonitor, zum anderen an die serienmäßig in den Rücksitzen integrierten Bildschirme gesandt. Die Tonübertragung erfolgt über Sennheiser-Noise-Guard-Kopfhörer, die Nebengeräusche beinahe komplett herausfiltern.

Tische und Hölzer
Wer dicke Akten liebt, braucht einen Tisch. So lassen sich auf Knopfdruck aus den Sitzrückteilen der Vordersitze Holztische mit Aluminium-Einfassung herausklappen. Für maritimes Flair gibt es eine spezielle Holz-Ausstattung im Jacht-Stil. Hier wird in Handarbeit ein Miniatur-Schiffsfurnier aus Ahorn und Wenge nachgebildet. Wenge ist ein tropisches Holz – auf unsere Nachfrage betont Brabus, nur zertifizierte Hölzer und Leder zu verwenden, deren Herkunft zu 100 Prozent belegbar ist. Komplettiert wird der Auftritt durch verschiedene Vollleder-Polsterungen aus atmungsaktivem Leder. Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird der Wagen auf der IAA (17. bis 27. September 2009 in Frankfurt am Main). Der Brabus SV12 R ist auf jeden Fall ein exklusives Vergnügen, alleine die Bremsanlage, die Leistungssteigerung, die Differenzialsperre und die Auspuffanlage bringen es zusammen auf einen Preis von 113.308 Euro – ohne Montage und ohne den Basis-Mercedes.

Grollender Büro-Hammer