Der ,kleine Rolls" geht mit viel BMW-Technik an den Start

Was lange währt, wird endlich gut: So könnte man die Entstehungsgeschichte des neuen Rolls-Royce beschreiben. Jetzt gibt es die ersten offiziellen Bilder des Ghost, dessen Bezeichnung an den legendären ,Silver Ghost" von 1907 erinnern soll. Publikumspremiere ist auf der IAA in Frankfurt vom 17. bis zum 27. September 2009.

Der kleine Phantom
Optisch orientiert sich der 5,40 Meter lange Ghost am Phantom, ohne aber dessen Wuchtigkeit zu übernehmen. Inspiriert wurden die Designer bei Rolls-Royce von modernen Möbeln, Yachten und Häusern. Offiziell wird die Linienführung als ,Yacht Design" bezeichnet, große und glatte Oberflächen verbinden sich mit ausgeprägten horizontalen Linien. Besondere Highlights sind der integrierte Kühlergrill mit versenkbarer Emily-Kühlerfigur, schmale Xenon-Scheinwerfer und Räder mit Zentralverschlüssen, die das Firmenlogo auch beim Fahren stets in korrekter Position anzeigen. Eine matte Silberlackierung ist optional für den Bereich von Kühlergrill, Motorhaube und Rahmen der Windschutzscheibe erhältlich, sie kann mit zwölf Außenfarben kombiniert werden. Apropos Kühlergrill: Dieser soll nicht mehr an antike Tempel, sondern an den Lufteinlass eines Jets erinnern.

Viel Platz im Innenraum
Trotz der Tatsache, dass der Ghost 40 Zentimeter kürzer ist als der Phantom, sollen beide Briten den Passagieren fast gleich viel Platz bieten. Dafür sorgt der Ghost-Radstand von 3,29 Meter. Den Zugang zum Innenraum gewähren gegenläufig öffnende Türen. Die hinteren Portale bieten einen Öffnungswinkel von 83 Grad und können per Knopfdruck von innen geschlossen werden. Ein nettes Detail sind Regenschirme, die sich aus den vorderen Türen entnehmen lassen. Für angemessenen Luxus sorgen eine Vier-Zonen-Klimaanlage, die auch vom Fond aus bedient werden kann und optional ein großes Glasdach. Ebenfalls erhältlich sind Einzelsitze hinten mit Massagefunktion und Klapptische aus Edelholz. Musikliebhaber dürften das Audiosystem mit 600 Watt, 16 Lautsprechern und einer 12,5 GB großen Festplatte wählen, zudem können über in den Vordersitzen integrierte Bildschirme Filme genossen werden.

Ein Rolls-Royce für Selbstfahrer
Der Antrieb des Rolls-Royce Ghost soll die Aussage des Herstellers unterstreichen, dass dieses Fahrzeug eher für den Selbstfahrer gedacht ist. Unter der Haube steckt der vom BMW 760i bekannte Zwölfzylinder mit Doppelturbo, der für den Edel-Einsatz einen Hubraum-Nachschlag bekommen hat. Im Ghost stehen 6.592 Kubikzentimeter und 570 PS zur Verfügung. Damit beschleunigt der gut drei Tonnen schwere Brite in 4,9 Sekunden auf Tempo 100, bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. Bereits bei 1.500 Umdrehungen liegt das maximale Drehmoment von 780 Newtonmeter an, welches über eine Achtgang-Automatik übertragen wird. Den Verbrauch beziffert Rolls-Royce auf 13,6 Liter pro 100 Kilometer, der CO2-Ausstoß liegt bei 317 Gramm pro Kilometer. In Sachen Fahrwerk kommt eine Luftfederung zum Einsatz, mit der das Auto um 25 Millimeter in der Höhe verstellt werden kann.

Technik aus München
Wenig überraschend ist die Tatsache, dass die meisten Komfort- und Sicherheitsextras vom Mutterkonzern BMW stammen. Dazu zählen eine Menüführung mittels Spracheingabe, eine Kamera-Rundumsicht, Nachsichttechnik, ein Spur- und ein Leuchtweitenassistent sowie ein Abstandsradar und ein Head-Up-Display. Zu den genauen Preisen hat sich Rolls-Royce noch nicht geäußert, angesichts des hohen Anteils von Handarbeit bei der Fertigung dürfte unter 200.000 Euro kein Ghost zu haben sein.

Bildergalerie: Kleiner Rolls-Royce