Ultraleichter Elektroflitzer von der Firma E-Wolf steht auf der IAA

Ein leichter Sportwagen im Stile des Lotus 7 mit reinem Elektroantrieb: Sowas kommt aus Deutschland. Die Firma E-Wolf hat zusammen mit Spezialisten des Leichtbau-Zentrums Sachsen und des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik der Technischen Universität Dresden den leichten und straßenzugelassenen Formel-Sportwagen e1 entwickelt. Der Prototyp des Einsitzers steht auf der IAA (17. bis 27. September 2009 in Frankfurt am Main).

Wiegt unter 500 Kilogramm
Der e1 ist ein heckgetriebener Einsitzer, bestehend aus einer Karbon-Aluminium-Konstruktion – selbst die Felgen sind aus Karbon gemacht. Das Leergewicht des Renners soll unter 500 Kilogramm liegen, das zulässige Gesamtgewicht gibt E-Wolf mit 570 Kilogramm an – der Fahrer sollte sich also nicht allzu viele Speckröllchen angefuttert haben. Dank eines 110-Kilowatt-Elektromotors (150 PS) spurtet der Wagen in unter fünf Sekunden auf 100 km/h, bei 230 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Als maximales Drehmoment gibt E-Wolf 250 Newtonmeter an.

Moderner Energiespeicher
Aber nicht nur die ultraleichte Aluminium-Sandwich-Blechkonstruktion und die selbsttragende kohlenfaserverstärkte Karosserie sind technische Highlights des Wagens. Auch als Lithium-Ionen-Energiespeicher soll eines der modernsten zur Zeit verfügbaren Systeme zum Einsatz kommen. Der Akku-Spezialist Li-Tec steuert die Batterien mit keramischem Separator bei. Die Keramik-Membran ist extrem hitzebeständig, stabil und flexibel, so E-Wolf. Sie sorgt für eine Trennung von Anode und Kathode, wegen ihrer porösen Struktur kann sie von Lithium-Ionen passiert werden. Beim Ladevorgang wandern die Ionen durch Elektrolyt und Separator von der Kathode zur Anode, beim Entladen verläuft dieser Vorgang in umgekehrter Richtung. Der Stromspeicher soll eine hohe Anzahl von Lade- und Entladevorgängen ermöglichen – im Falle des e1 hält die Batterie laut Hersteller zehn Jahre lang.

84 aufgeteilte Kilogramm
Der in Flachzellen-Technologie gebaute 16-Kilowattstunden-Speicher besteht aus 84 je ein Kilogramm schweren Zellen, die einem optimalen Schwerpunkt zuliebe an den Seiten des Fahrzeugs untergebracht sind. So gerüstet, soll die Reichweite des e1 bei über 300 Kilometer liegen. Der vollständig in Deutschland entwickelte und gebaute Wagen ist 3,33 Meter lang, 1,71 Meter breit und 1,22 Meter hoch. Der Radstand liegt bei 2,34 Meter. Ab 2010 soll der exklusiv nach Kundenwunsch gebaute e1 in den Handel kommen – zu heftigen Preisen um die 150.000 Euro.

e2 im Lambo-Style
Einen weiteren rein elektrisch betriebenen Sportwagen will E-Wolf 2011 auf die Straße bringen: den e2. Der im kantigen Lamborghini-Style gehaltene Zweisitzer wird mit Allradantrieb ausgerüstet sein – jeweils ein Elektromotor kümmert sich um ein Rad. Die Gesamtsystem-Leistung soll bei 400 Kilowatt (544 PS) liegen, über 1.000 Newtonmeter Drehmoment stehen zur Verfügung. Der e2 ist für einen Zweisitzer stattliche fünf Meter lang, 1,90 Meter breit und 1,20 Meter hoch. Das Aufladen der Batterie soll in unter 30 Minuten erledigt sein, die nicht näher spezifizierte Kapazität reicht laut Hersteller wiederum für 300 Kilometer. Unter 900 Kilogramm Leergewicht sind für den e2 in Aussicht gestellt. Sein Potenzial soll der Wagen in den kommenden Jahren bei einem 24-Stunden-Rennen beweisen. Die Preise orientieren sich laut Hersteller wegen der vergleichbaren Ausstattung an Modellen wie dem Lamborghini Gallardo – und der startet als Allradler bei zirka 174.000 Euro.

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