Fazit: Billigprodukte aus Fernost erhöhen das Unfallrisiko

Alle Jahre wieder: Kurz bevor das Frühjahr ansteht, veröffentlicht der ADAC seinen Sommerreifen-Test. Diesmal haben sich die Prüfer Gummis in zwei beliebten Größen vorgenommen: 185/65 R15 H und 225/45 R17. Das Fazit der Prüfer: Wer beim Reifenkauf zu sehr auf den Geldbeutel schaut und sich deshalb für Billigreifen aus Fernost entscheidet, erhöht damit sein Unfallrisiko deutlich. Teilweise war bei entsprechenden Produkten der Bremsweg auf nasser Straße 70 Prozent länger als bei hochwertigen Pneus.

Fünf Mal die Bestnote
Die Dimension 185/65 R15 H gewinnt dem Automobilclub zufolge wieder an Bedeutung. Neben älteren Fahrzeugen aus der unteren Mittelklasse passt diese Reifengröße auf viele neue Kleinwagen. Von den 19 in dieser Kategorie getesteten Pneus erhielten fünf die Note ,besonders empfehlenswert", neun weitere wurden als ,empfehlenswert" eingestuft. Bei fünf Produkten raten die Tester vom Kauf ab.

Zwei günstige Pneus in den Top fünf
Die Plätze in der Spitzengruppe teilen sich drei teurere Hersteller mit zwei günstigeren Angeboten. Testsieger ist der relativ neue Pirelli Cinturato P6, der 2009 noch wegen großer Qualitätsschwankungen aus dem Test genommen wurde. Alternativ zu den teuren Produkten finden sich der Uniroyal RainExpert und erstmalig der Nokian H unter den Top fünf. Überzeugen konnten auch Reifen von Continental und Dunlop.

Empfehlenswerte Spritspar-Reifen
Die Gruppe der ,empfehlenswerten" Produkte wird von zwei ausgewiesenen Spritspar-Reifen angeführt. Seinem Namen alle Ehre macht erneut der Michelin EnergySaver. Er fiel positiv durch den niedrigsten Verbrauch und die höchste Laufleistung auf. Erstmals getestet wurde der rollwiderstandsoptimierte Turanza ER300 Eco pia von Bridgestone. Im Gegensatz zum Michelin konnte der Bridgestone allerdings weder beim Verbrauch noch in der Kategorie Verschleiß punkten. Beiden Produkten gemein ist eine Schwäche auf nasser Fahrbahn. Zu den ,bedingt empfehlenswerten" Reifen gehört mit dem Goodyear DuraGrip auch ein Modell eines renommierten Herstellers. Damit schneidet Goodyear im Vergleich mit den Konzernmarken Dunlop und Fulda am schlechtesten ab.

Schlechte Noten für Produkte aus Fernost
Die Produkte von Ceat und Lassa sind wegen Problemen auf nasser Fahrbahn ebenfalls nur bedingt zu empfehlen. Ein ,nicht empfehlenswert" kassierten die in China produzierten Gummis von Interstate und Goodride. Besonders zu beanstanden war, dass sie trotz eindeutigem Sommerreifenprofil über eine M+S-Markierung verfügen. Das schlechte Abschneiden von Produkten aus Fernost scheint sich jedes Jahr zu wiederholen – unabhängig von der Marke.

Vergleich zum Vorjahr schwierig
Ein Vergleich zu den Vorjahresergebnissen ist übrigens nur bedingt möglich. Einige Reifenmodelle wurden zwar erneut unter die Lupe genommen, allerdings in einer anderen Fahrzeugklasse. Nur Continental und Uniroyal konnten dabei ihre guten Leistungen von 2009 wiederholen. Der Firestone erhält wieder die Note ,empfehlenswert", zeigt dieses Jahr allerdings zusätzliche Schwächen auf nasser Fahrbahn.

17 Reifen für die untere Mittelklasse
17 weitere Sommerreifen wurden in der Dimension 225/45 R17 getestet. Dabei handelt es sich um eine der bedeutendsten Umrüstgrößen für die untere Mittelklasse. Unter den hier geprüften Produkten erhielten fünf Modelle das Prädikat ,besonders empfehlenswert". Sieben Mal vergaben die Tester die Bewertung ,empfehlenswert". Bei fünf Pneus rät der ADAC vom Kauf ab. In der Spitzengruppe finden sich ausschließlich Premiumprodukte. Neben dem neuen Pirelli Cinturato P7 schnitten der überarbeitete Dunlop SP Sport Maxx TT, der Continental ContiSportContact 3, der neue Michelin Pilot Sport 3 und der Bridgestone Potenza RE050 A gut ab. Auffälligkeiten stellten die Prüfer beim Michelin-Reifen fest: Die gewohnten Vorteile in Bezug auf Verschleiß und Kraftstoffverbrauch wurden zugunsten sehr guter Nässeeigenschaften aufgegeben..

Fünf Modelle ,nicht empfehlenswert"
Die Gruppe der ,empfehlenswerten" Produkte führt der Goodyear Eagle F1 ­Asymetric an. Er erreichte die Bestnote auf nasser Fahrbahn, wurde jedoch wegen eines zu hohen Verbrauchs abgewertet. Auf den weiteren Plätzen folgen die Produkte von Vredestein, Hankook, Kumho, Uniroyal, Firestone und Maloya. Ein ,bedingt empfehlenswert" wurde nicht vergeben. Gleich fünf Reifenmodelle erhielten allerdings die Note ,nicht empfehlenswert". Sie alle wurden aufgrund schlechter Nässeeigenschaften abgewertet. Vier dieser fünf Pneus stammen aus fernöstlicher Produktion. Der Goodride Neza200 und der Sunny SN3800 tragen außerdem zu Unrecht ein M+S-Logo.

Sommerreifen-Test