Das Concept Car wird in Genf gezeigt

Kupferfarben steht er da und unter seiner Heckscheibe schimmern durchgestylte Technik-Komponenten: Der Lotus Evora 414E Hybrid kommt. Das auf dem viersitzigen Evora basierende Konzeptauto ist mit zwei Elektroaggregaten und einem kleinen Verbrennungsmotor ausgerüstet und somit das erste Hybridmodell der Marke.

414 PS und Reichweiten-Verlängerung
Jeder der beiden 152-Kilowatt-Elektromotoren (207 PS) ist für jeweils ein Hinterrad zuständig. Die addierte Leistung von 414 PS findet sich als ,414" auch im Modell-Namen der Studie wieder. Ihre Energie beziehen die elektrischen Triebwerke von einer mittig unter dem Wagen montierten Lithium-Polymer-Batterie, die 17 Kilowattstunden speichern kann. Geht der Strom zur Neige, treibt ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Verbrennungsmotor einen Generator an, der die Batterie wieder auflädt. Der Verbrenner leistet 48 PS und kann sowohl mit Benzin als auch mit Ethanol betrieben werden. Der Evora 414E Hybrid ist als so genannter Plug-in-Hybrid ausgeführt, kann also auch an der Steckdose geladen werden – im Fall des 414E genügt ein 230-Volt-Haushaltsanschluss. Bemerkenswert: Lotus bezeichnet den Wagen technisch korrekt als Plug-in-Hybrid mit Reichweiten-Verlängerer, während General Motors beim Chevrolet Volt und seinem Schwestermodell Opel Ampera, die technisch auf dem gleichen Prinzip beruhen, verbissen von einem Elektroauto spricht.

56 Kilometer pendeln
Als rein elektrische Reichweite gibt Lotus 56 Kilometer an, was für den täglichen Pendel-Verkehr zur Arbeit in den meisten Fällen reichen wird. Unter Einsatz des Verbrennungs-Aggregats sind dann insgesamt bis zu 483 Kilometer drin. Laut Lotus bietet das System mit Elektroantrieb und Reichweiten-Verlängerung in der Gesamtbetrachtung eine bessere CO2-Bilanz als ein reines Elektrofahrzeug, welches eine deutlich größere Batterie mitschleppen müsste.

Torque Vectoring und virtuelle Gänge
Lotus, spezialisiert auf leichte sportliche Fahrzeuge, möchte auch den Fahrspaß im Evora 414E Hybrid nicht zu kurz kommen lassen. So ist bei den von jeweils einem Elektromotor betriebenen Hinterrädern Torque Vectoring möglich. Das heißt: Jedes der Antriebsräder kann mit einem unterschiedlichen Moment versorgt werden. Dies soll laut Lotus nicht nur einem dynamischen Kurvenverhalten zugute kommen, sondern auch den Geradeauslauf bei hohen Geschwindigkeiten verbessern. Da der 414E Hybrid kein mechanisches Getriebe hat, programmiert der Hersteller dem Wagen eine virtuelle Schaltung mit sieben Gängen ins System. Die Gänge lassen sich über Paddles am Lenkrad einlegen – Lotus verspricht kurze Schaltzeiten, wie man sie von Doppelkupplungs-Getrieben her kennt. Auf die Authentizität der Schaltung legten die Ingenieure besonderen Wert, so wirkt beispielsweise ein Herunterschalten tatsächlich wie eine Motorbremse.

Künstliche Sound-Optionen
Bei langsamer Fahrt ist ein Elektroauto kaum zu hören. Lotus baut aus diesem Grunde in den 414E Hybrid künstlichen Sound ein. Dieser wird nach außen über Lautsprecher in Front und Heck abgegeben. Zudem werden die Geräusche für den Innenraum gegenüber dem Außen-Sound modifiziert. Der Fahrer kann zwischen vier Geräusch-Kulissen wählen: Es gibt klassischen V6- oder V12-Sound, einen so genannten ,Zukunfts"-Sound und eine Mischung aus konventionellen Motorgeräuschen und besagter Zukunfts-Musik. Ob, und wenn ja wann die Zukunfts-Musik namens Evora 414E Hybrid mal zu einem echten Serienmodell wird, ist noch nicht bekannt. Die Studie zeigt sich schon mal auf dem Genfer Autosalon (4. bis 14. März 2010).

Lotus Evora 414E Hybrid