200-km/h-Studie zeigt die Möglichkeiten des Elektroantriebs

Normalerweise denkt man beim Thema Elektroauto an kleine Fahrzeuge, deren Haupteinsatzgebiet die Stadt ist. Doch nun zeigt Audi mit der Studie e-tron, dass Elektromobilität auch Spaß machen kann.

E-Auto im sportlichen Gewand
Die Audi-Entwickler entschieden sich bereits in der Konzeptphase, alle Komponenten und Technologien an die neuen Anforderungen elektrischer Mobilität anzupassen. Entscheidend dabei waren die Faktoren Effizienz, Reichweite und Praxistauglichkeit. Das Ergebnis wirkt vertraut, aber trotzdem sehr modern. Die Optik des e-tron ähnelt stark der des Audi R8 und tatsächlich sind Radstand, Breite und Höhe praktisch identisch. Einzig in der Länge gibt es Unterschiede: Mit 4,26 Meter ist der e-tron 17 Zentimeter kürzer als das Designvorbild R8. Nicht ohne Grund fiel die Wahl auf den Mittelmotor-Sportwagen, denn so bleibt vor der Hinterachse Raum für die rund 470 Kilogramm schwere Batterieeinheit, den Umrichter und die Leistungselektronik. Markant fallen die LED-Scheinwerfer aus. Sie sind der Kern eines neuen, vollautomatischen Lichtassistenzsystems, das die Witterungsbedingungen erkennt und die Ausleuchtung dementsprechend anpasst.

Neu gestalteter Innenraum
Das Cockpit des Audi e-tron orientiert sich zum Fahrer hin: Statt des klassischen Kombiinstruments verfügt die Studie über ein großes ausklappbares Zentraldisplay mit integrierten MMI-Funktionen, es befindet sich zwischen zwei flankierenden Rundinstrumenten. Die Bedienung erfolgt über ein berührungsempfindliches Scrollfeld am Lenkrad, ähnlich wie bei modernen Handys. Das rechte Rundinstrument informiert über die Geschwindigkeit, links erfährt der Fahrer die abgerufene Leistung. Der Wählhebel, mit dem die Fahrstufen bestimmt werden, fährt beim Start aus dem Mitteltunnel heraus.

Sauberes Quartett
Vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 230 Kilowatt (313 PS) treiben den e-tron voran. Jeweils zwei Aggregate sitzen auf der Vorder- und der Hinterachse. So wird eine Gewichtsverteilung von 42:58 erreicht. Von null auf 100 km/h beschleunigt der rund 1,6 Tonnen schwere Audi in 4,8 Sekunden, der Zwischenspurt von 80 auf 120 wird in 4,1 Sekunden absolviert. Je nach Fahrsituation und Beschaffenheit des Straßenbelags strömt das Drehmoment selektiv an die Räder, Audi nennt dieses Prinzip ,torque vectoring". Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt, da der Energiebedarf der E-Motoren mit höherer Geschwindigkeit überproportional zunimmt. Die Reichweite soll im gemischten Fahrbetrieb bei etwa 248 Kilometer liegen.

Schöner laden
Aufgeladen wird die 42,4 Kilowattstunden speichernde Batterieeinheit wahlweise mit Haushalts- oder Starkstrom. 230 Volt Spannung laden den e-tron in sechs bis acht Stunden komplett auf, mit 400-Volt-Starkstrom sind nur 2,5 Stunden nötig. Um den Komfort beim Ladevorgang zu erhöhen, arbeiten die Audi-Ingenieure an einer kabellosen Lösung. Eine induktive Ladestation, wird beim Andocken des Fahrzeugs automatisch aktiviert. Eine vergleichbare Technik kommt bei der Aufladung von elektrischen Zahnbürsten schon heute zum Einsatz. Außerdem integriert der e-tron unter dem Stichwort Car-to-X-Kommunikation ein informationsverarbeitendes System. Mit dessen Hilfe kann das Fahrzeug mit dem fließenden Verkehr und dem Verkehrsumfeld Informationen, etwa zu Staus oder etwaigen Gefahren, austauschen. Nach Angaben von Audi werden sich Teile der e-tron-Technik im kommenden Q5 Hybrid wiederfinden.

IAA: Elektro-Audi