Elektro-Studie Trabant nT auf der IAA 2009 enthüllt

Die Liga der Retro-Autos bekommt ein weiteres Mitglied: Nachdem die Neuauflagen von VW Käfer, Fiat 500 und Mini bereits auf dem Markt sind und auch Citroën an einer modernen Ente arbeitet, wird nun auf der IAA 2009 das Comeback einer DDR-Legende zelebriert: Der Trabant kommt in moderner Gestalt zurück.

Von der Miniatur zum richtigen Auto
Am Anfang des Trabant nT stand eine Idee namens ,New Trabi", die sich im Kürzel nT wiederfindet. Der Modellautoproduzent Herpa aus dem fränkischen Dietenhofen stellte vor einigen Jahren fest, dass sich die berühmte Rennpappe im Maßstab 1:87 blendend verkaufte. So reifte das Konzept einer Neuauflage des Trabi heran. Pünktlich zum 50. Geburtstag des kleinen Zwickauers zeigte Herpa auf der IAA 2007 unter großen Publikumsinteresse ein Modell des ,New Trabi" im Maßstab 1:10. Allerdings wirkte dieser erste Entwurf noch etwas unharmonisch, weshalb der früher bei VW tätige Designer Nils Poschwatta mit einer neuen Linienführung beauftragt wurde.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Auf der IAA 2009 kann man das Ergebnis von Poschwattas Arbeit, den Trabant nT, im Maßstab 1:1 bewundern. In der Tat hat der Designer ein ansprechendes Fahrzeug abgeliefert: Die 3,95 Meter lange und 1,69 Meter breite Neuauflage zitiert geschickt die Kombiversion des Trabant 601 namens Universal. Von diesem übernimmt sie die gerade Dachlinie und die ausgeprägte C-Säule. Auch die Rückleuchten sind wie einst vertikal hervorstehend angeordnet. An der Frontpartie setzt der Zukunfts-Trabi auf runde Scheinwerfer. Anstelle der damaligen Einfassungen tritt jeweils eine runde LED-Einheit für Tagfahrlicht und Blinker. Die Form des Kühlergrills erinnert an den letzten Trabant 1.1 mit VW-Polo-Motor. Im Innenraum soll es Platz für vier Personen und ein Kind geben, die Zuladung beträgt 400 Kilogramm.

Elektro statt Zweitakt
Unter der Haube des 1.050 Kilogramm schweren Trabant nT geht es modern zu: Blau ist jetzt nur noch die Lackierung und nicht wie früher die Abgasfahne. Abgas gibt es nämlich gar nicht mehr, weil der Trabant nT von einem 47 Kilowatt (64 PS) starken Elektromotor angetrieben wird. Diese Leistung soll für eine Spitze von 130 km/h reichen. Immerhin: Der alte Trabant 601 schaffte nur rund 110 Sachen. Gespeist wird der Neue von einer Lithium-Ionen-Batterie im Mitteltunnel des Fahrzeugs. Die Reichweite soll rund 160 Kilometer betragen. Bei Aufladung an einer normalen Steckdose dauert die Wartezeit acht Stunden, mit Starkstrom reduziert sie sich auf zwei Stunden. Ein Solardach unterstützt die Lüftung und andere Verbraucher im Auto.

Investoren gesucht
Als Zielgruppe für den Trabant nT werden Personen betrachtet, die ihn als Zweitwagen für Familie und Alltag nutzen möchten. Auch für Dienstleister verschiedener Bereiche käme er laut Hersteller in Frage. Bevor der Trabant nT aber in Serie gehen kann, wird noch nach finanzkräftigen Investoren gesucht. Läuft alles optimal, könnte der neue Trabi im Jahr 2012 an den Start gehen.

IAA: Trabi-Comeback