Nach dem Umbau hat der Enzo 840 PS und ist 100 Kilogramm leichter

Der 660 PS starke Ferrari Enzo gehört wohl zu den exklusivsten Automobilen weltweit. Doch Tuner Edo Competition legt noch eine Schippe drauf. Die Ahlener erweitern den Hubraum von sechs auf 6,3 Liter und verpassen der Maschine neue Nockenwellen sowie neue Titanfederteller und -Pleuelstangen.

Schalt-Drehzahl bei 9.600 Touren
Überarbeitet werden zudem die Zylinderköpfe. Obendrein gibt es eine Sportfächerkrümmeranlage, Katalysatoren nebst Endschalldämpfer und einen Sportluftfilter. Dank der Verwendung der neu entwickelten Tassenstößel anstatt wie in Serie verbauten Hydrostößeln soll eine Erhöhung der Schalt-Drehzahl des Zwölfzylinders bis auf 9.600 Touren möglich sein. Zudem wurden die Sauganlage des Zwölfzylinders modifiziert und eine leistungsfähigere Ölpumpe montiert.

180 PS mehr
Die Leistung wächst insgesamt um 180 auf rund 840 PS. Bei Verzicht auf die Schalldämpfer steigt die Power auf über 860 PS. Das maximale Drehmoment von 780 Newtonmeter liegt bei 5.800 Touren an. Dadurch ändern sich auch die klassischen Fahrwerte: Auf Tempo 100 sprintet der Edo in rund 3,2 Sekunden, Tempo 200 wird nach glatten neun Sekunden erreicht. Die 300-km/h-Marke durchbricht der Edo Enzo XX Evolution nach 19 Sekunden und beschleunigt weiter bis zu einer Spitze von 390 km/h.

Getriebeschaltzeiten verändert
Geändert wurden auch die Getriebeschaltzeiten. Während das Serienfahrzeug 110 Millisekunden benötigt, wurden die Schaltzeiten auf 60 Millisekunden reduziert. Zum Vergleich: Ein Formel-1-Fahrzeug schaltet in 40 Millisekunden. Im Angebot ist zudem eine neue Sport-Kupplung, die wahlweise mit den Reibbelägen ,strada" (Straße) und ,pista" (Rennstrecke) angeboten wird.

Dreifach verstellbare Stoßdämpfer
Das Edo/KW-Rennfahrwerk aus der FIA-GT-Serie, das fahrdynamische Höchstleistungen verspricht, wurde angepasst. Die Höhenliftfunktion bleibt weiterhin erhalten. Die reibungsarmen, dreifach verstellbaren Stoßdämpfer ermöglichen eine für den Piloten angepasste Einstellung. Der getunte Enzo steht vorn auf 19-Zöllern, hinten sind 20-Zöller montiert. Ein Reifendruckkontrollsystem zeigt überdies den aktuellen Luftdruck an jedem der vier Räder an. Um den hohen Antriebskräften gerecht zu werden, wurden die Antriebswellen ebenfalls ersetzt. Die Neuen sind vier Kilogramm leichter und stabiler.

Neues Aerodynamikpaket
Während die Leistung wächst, sinkt gleichzeitig das Gewicht des Enzo um 100 Kilogramm. Dem Ultra-Italiener wurde ein neues Aerodynamik-Paket verpasst. Es beinhaltet eine nach oben versetzte Abgasanlage mit aus dem Vollen gefrästen Aluminium-Endrohren. Diese werden mit einem speziellen Verfahren zusätzlich plasmabeschichtet. Auf Wunsch ist ein Edelstahl-Endschalldämpfer erhältlich, dessen Klappen sich mittels Fernbedienung steuern lassen. Damit lässt sich der Klang der Sportabgasanlage in zwei Soundstufen regeln.

Verstellbare Flügelprofile
Die Heckschürze mit Winglets und in drei Stufen einstellbaren Flügelprofilen erlaubt eine individuelle Abstimmung. Der ausfahrbare Heckspoiler wurde mit einer höheren Abrisskante versehen, welche die Abtriebswerte und die Fahrstabilität insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten erhöht. Nach hinten strahlt der Enzo jetzt mit LED-Rückleuchten.

Preis auf Anfrage
Was der Umbau kostet, teilt Edo Competition nur auf Kunden-Nachfrage mit. Das allerdings setzt den Besitz eines Ferrari Enzo, der von 2002 bis 2004 gebaut wurde, voraus. Und die sind selbst gebraucht nicht ganz billig: Je nach Zustand und Kilometerleistung werden sie zwischen 800.000 und 1,3 Millionen Euro angeboten.

Tuning für den Enzo