Neuer Achtzylinder-Biturbo und Ankündigung von Kompaktwagen

,Ich habe mir die erste Fahrt im Mercedes SLS AMG electric schon zum vergangenen Weihnachtsfest geschenkt", so AMG-Chef Volker Mornhinweg. Allerdings sind wir nicht wegen des futuristischen Stromers hier. Mornhinweg präsentiert uns vielmehr den neuen M-157-Verbrennungs-Motor. Beide, das Hochleistungs-Aggregat und der elektrisch angetriebene SLS, sind Teile der Zukunfts-Strategie ,AMG Performance 2015".

571 PS bei 10,5 Liter
Der Nachfolger des erfolgreichen M-156-Aggregats wird im Mercedes S 63 AMG seinen Einstand feiern. AMG beschreitet hier den zum Trend gewordenen Weg des Downsizings: 5.461 Kubikzentimeter Hubraum sind 747 Kubikzentimeter weniger als bisher. Ein verringerter Hubraum bringt verminderte Reibungsverluste mit sich. Zwei Turbolader, einer für jede Zylinderbank, gleichen mit Ladedrücken von 1,0 bis 1,3 bar den Hubraum-Verlust wieder aus. Der neue V8-Biturbo entwickelt so eine Leistung von 544 PS und ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmeter, welches zwischen 2.000 und 4.500 U/min anliegt. Mit dem optionalen AMG Performance Package steigt die Leistung auf 571 PS und ein Drehmoment von 900 Newtonmeter liegt zwischen 2.500 und 3.750 U/min an. Dabei soll sich der S 63 AMG im Schnitt mit 10,5 Liter Kraftstoff begnügen, was die ,Gas Guzzler Tax", die US-Sondersteuer für besonders verbrauchsintensive Fahrzeuge, an ihm vorbeiziehen lässt. Im Vergleich zum Vorgänger werden 25 Prozent Sprit gespart.

MCT, Start-Stopp und Zylinderabschaltung
Der vergleichsweise niedrige Verbrauch geht nicht nur auf reines Downsizing zurück. Auch eine strahlgeführte Benzin-Direkteinspritzung in Kombination mit einer neuen Generation der Zylinder-Abschaltung sorgen für wertvolle Kraftstoff-Einsparungen. Der nach dem Motto ,One Man, one Engine" per Hand zusammengebaute Motor wird beim Sparen auch von außen unterstützt. So sorgt die aus SL 63 AMG und inzwischen auch E 63 AMG bekannte MCT-Siebengang-Automatik nun im S 63 AMG für schnelle Schaltvorgänge und effizientes Fahren. Im Fahrprogramm ,Controlled Efficiency" schaltet sich der Motor im Stillstand ab. Zudem wird jetzt im zweiten Gang angefahren und möglichst früh hochgeschaltet. Als weitere Spritspar-Maßname kommt das aus dem E 63 AMG bekannte Generator-Management zum Einsatz: In Schubphasen wird die kinetische Energie zum Laden der Batterie genutzt.

S 63 AMG Showcar
1971 fuhr ein 300 SEL 6.8 AMG bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps (Belgien) als Zweiter über die Ziellinie und sorgte damit für den Klassensieg. In Erinnerung an diesen Triumph legt jetzt AMG ein S 63 AMG Showcar auf – den ersten S 63 mit dem neuen AMG-Motor. Geschmückt ist der Wagen mit den identischen Sponsoring-Aufklebern wie das Original. Und genau wie beim Original kommt roter Lack zum Einsatz, der dem Wagen seinerzeit den Spitznamen ,rote Sau" einbrachte. Das Serienmodell des Mercedes S 63 AMG geht im August 2010 in den Verkauf. Der oben angesprochene Elektro-SLS mit einem Drehmoment von 880 Newtonmeter wird für das Jahr 2013 in Aussicht gestellt. Und noch eine Neuigkeit deutet Mornhinweg an: In naher Zukunft werden wir den ersten AMG-Kompaktwagen auf Basis von A- oder B-Klasse erleben.

AMG Performance 2015