Wir zeigen Ihnen die kommenden Modelle der Wolfsburger

In den letzten Monaten war VW hauptsächlich wegen des Übernahmekampfes mit Porsche in den Schlagzeilen. Doch jetzt wenden sich die Wolfsburger wieder mit voller Kraft ihrem Kerngeschäft zu. In den nächsten Monaten werden viele neue Modelle das Programm ergänzen. Einen spannenden Vorgeschmack gab es bereits auf der IAA 2009. Wir zeigen Ihnen schon jetzt konkret, was VW plant.

Zuwachs für die Polo-Familie
Schon im Herbst 2009 ergänzt der Dreitürer das Polo-Angebot. Er setzt im Design auf eine betont sportliche Note und wird optisch vom gleich großen Fünftürer differenziert. Durch längere Türen, das neu gestaltete Band der Seitenscheiben und andere C-Säulen soll sich eine coupéhafte Anmutung ergeben. Dennoch bleibt das Kofferraumvolumen unverändert. Punkten soll der Dreitürer auch über den günstigen Preis: Die Einstiegsversion 1.2 Trendline mit 60 PS kostet inklusive ESP 12.150 Euro. Vorerst keine Änderungen gibt es bei den Motoren, allerdings kommt schon bald der 1.2 TSI mit 105 PS als Ergänzung. Er kann auch mit einem DSG bestellt werden. Fest eingeplant sind bereits der Polo Variant, der Polo Classic und der Polo GTI. Der Variant ist eng verwandt mit dem Seat Ibiza ST, der als Studie auf der IAA 2009 gezeigt wurde und voraussichtlich im ersten Halbjahr 2010 beim Händler steht.

Ein Polo für jede Zielgruppe
Mit dem ,Classic" genannten Stufenheck richtet sich VW weniger an die konservative deutsche Klientel, sondern zielt auf die Märkte in Südeuropa und China. Bereits im Frühjahr 2010 wird der Polo GTI an den Start geschickt. Unter seiner Haube sorgt ein TSI-Motor mit 170 PS für Vortrieb, geschaltet wird per Siebengang-DSG. Noch in der Planungsphase befinden sich die Cabrio- und die Van-Variante des Kleinwagens. Eine positive Entscheidung dürfte beim Cabrio von den Produktionskapazitäten abhängen, beim Van von der Marktlage, da mit dem neuen Opel Meriva und dem Kia Venga schon bald starke Konkurrenten starten.

Viel Kraft oder wenig Verbrauch
Noch eine Schippe drauf gibt es für Golf-Fahrer. Der Golf R setzt auf einen Allradantrieb in Verbindung mit einem Zweiliter-TFSI, der 270 PS erzeugt. Mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe DSG spurtet der Super-Golf in nur 5,5 Sekunden auf Tempo 100. Bestellt werden kann der R ab Ende 2009. Am anderen Ende der Palette knausert VW mit neuen BlueMotion-Modellen. Anders als das schon erhältliche BlueMotion-Paket namens ,BlueMotion Technologies" setzen die äußerlich modifizierten, vollwertigen Sparmodelle auf eine Fülle von Maßnahmen wie Start-Stopp-Technik und eine verbesserte Aerodynamik. Beim VW Polo soll so unter dem Strich ein Verbrauch von 3,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer stehen, der CO2-Ausstoß beträgt 87 Gramm pro Kilometer. Im Fall des Golf BlueMotion sind es 99 Gramm, umgerechnet 3,8 Liter auf 100 Kilometer, während dem Passat BlueMotion 114 Gramm entfleuchen. Das ergibt einen Durchschnittsverbrauch von 4,3 Liter. Der Verkaufsstart für die Sparer beginnt Ende 2009.

Facelift für den Bus
An alle Kunden mit erhöhtem Platzbedarf richtet sich der sanft überarbeitete T5, dessen Motoren jetzt allesamt die Euro-5-Norm erfüllen. Die größte Änderung findet an der Frontpartie statt, die im Design an die aktuelle VW-Linie angepasst wird. Auffälligstes Merkmal sind die schwarzen Querspangen, die je nach Version mit Chrom aufgewertet werden. Der Innenraum erstrahlt mit einem neuen Lenkrad und modernen Radio- und Navisystemen im Stil des aktuellen Golf. Wichtigste Änderung unter der Haube: Alle Diesel verfügen nun über eine Common-Rail-Einspritzung. Dank der Zweiliter-Aggregate sollen die Verbrauchswerte um bis zu 1,9 Liter sinken. Angeboten wird der Selbstzünder in Leistungsstufen mit 84, 102, 140 und 180 PS. Bei Letzterem kommt eine zweistufig geregelte Aufladung mittels Bi-Turbolader zum Einsatz. Der V6-Benziner mit 235 PS entfällt ersatzlos, übernommen wird der Ottomotor mit 115 PS. T5-Kunden können zukünftig auch ein DSG mit sieben Gängen und einen Spurwechselassistenten wählen. Optional steht ein Allradantrieb zur Verfügung, der gegen Ende 2009 auch mit dem DSG kombiniert werden kann. Beim Einsteigermodell Multivan Startline ist nun der Innenraum vollständig verkleidet, zudem gibt es Seiten- und Kopfairbags für Fahrer und Beifahrer serienmäßig. Die Markteinführung des neuen ,Bulli" erfolgt Mitte Oktober 2009, angeboten wird er als Transporter, Caravelle, Multivan und California.

Neues von der Basis
Zu den Highlights des Jahres 2009 zählt sicher die seriennahe Studie des dreitürigen VW up! auf der IAA. Anders als das bislang bekannte Konzeptfahrzeug gibt diese einen sehr konkreten Ausblick auf den VW-Mini, der Ende 2010 als Lupo auf den Markt kommen wird. Besonders optisches Kennzeichen ist die tief nach unten gezogene Motorhaube, welche dadurch an den Käfer erinnern soll. Ein weiteres interessantes Detail der neuen up!-Studie ist der Elektroantrieb, die Reichweite beziffert VW mit 130 Kilometer. Allerdings ist mit der Stromvariante erst im Jahr 2013 zu rechnen. Gleiches gilt für die Serienversion des L1. In dem futuristischen Ein-Liter-Auto können zwei Personen hintereinander Platz finden. Der Verbrauch soll nur 1,4 Liter betragen, jedoch dürfte der käufliche L1 angesichts teurer Materialien kein Schnäppchen sein.

Dynamisch ins Gelände
Sowohl der VW Touareg als auch sein technischer Verwandter, der Porsche Cayenne, werden 2010 komplett neu aufgelegt. Der Touareg bekommt eine schlankere Statur, Insider sprechen von einer Gewichtsersparnis von bis zu 300 Kilogramm. Äußerliches Merkmal ist eine Frontpartie in der aktuellen Designsprache der Marke. Unter dem Blech gibt es neue aufgeladene Benziner und besonders saubere Diesel mit Abgasnachbehandlung, die auch im Hinblick auf den US-Markt von Interesse sind. Erstmals wird es das SUV auch mit einem Hybridantrieb geben.

Die neuen Familienfreunde
Mehrere Neuerungen gibt es bei den familienfreundlichen Volkswagen. Anfang 2010 bekommt der Touran ein Facelift im neuen Stil der Marke. So will man den Kompakt-Van länger frisch halten, zudem ist das bisherige Chromlätzchen an der Frontpartie markenintern aus der Mode gekommen. Komplett neu konstruiert wird das dienstälteste Modell der Wolfsburger: Im Laufe des Jahres 2010 kommt der nächste Sharan auf den Markt, dann auch erstmals mit hinteren Schiebetüren.

Die Neuen von VW