Kompaktes Elektroauto aus Südafrika bald fertig

Auf dem Pariser Autosalon 2008 stand noch die Studie, jetzt ist der seriennahe Prototyp da: Der südafrikanische Autobauer Optimal Energy stellt das Elektroauto Joule vor. Der Wagen wurde ursprünglich vom ehemaligen Jaguar-Designer und gebürtigen Südafrikaner Keith Helfet in Form gebracht. Nun haben die italienischen Stylisten von Zagato nochmal Hand an den rundlichen Stromer gelegt.

100 Prozent elektrisch
Angetrieben wird der Joule von einem 75-Kilowatt-Synchron-Elektromotor (102 PS), dessen Drehmoment bei 280 Newtonmeter liegt. Seine Energie bezieht das Aggregat von einer Lithium-Ionen-Batterie. Dieser Hochvolt-Speicher bringt eine Kapazität von 36 Kilowattstunden mit. Damit spurtet der Afrikaner in unter fünf Sekunden auf Tempo 60, 100 km/h sind nach 15 Sekunden erreicht. Maximal sind 135 km/h drin. Die Reichweite des somit laut Hersteller autobahntauglichen Stromers gibt Optimal Energy hinsichtlich des europäischen Fahrzyklus (NEFZ) mit 230 Kilometer an.

Batterie wechselbar
Die Lithium-Ionen-Batterie wird beim Joule von unten in den Fahrzeugboden eingeführt und ist wechselbar, also fit für das so genannte ,Battery Swapping". Sprich, eine entladene Batterie kann schnell gegen einen geladenen Akku ausgetauscht werden. Die tiefe Einbauposition des Energiespeichers soll zudem für einen niedrigen Schwerpunkt des Joule sorgen. Über ein in den Wagen integriertes Modul lässt sich das Fahrzeug auch an der 230-Volt-Haushaltssteckdose laden, wobei die Ladezeiten noch nicht bekannt sind. Ein aufpreispflichtiges Solardach kann zum einen Energie in die Batterie einspeisen, zum anderen Strom für Klimaanlage, Tagfahrleuchten und Unterhaltungs-Elektronik liefern. Produziert wird der Stromspeicher aller Voraussicht nach vom südkoreanischen Hersteller EIG (Energy Innovation Group).

Sicherheit
Der Joule soll zum Serienstart mit Airbags, ABS, ESP und Isofix-Kindersitz-Befestigungen ausgerüstet sein. Beim NCAP-Crashtest will man mindestens vier von fünf möglichen Sternen erreichen. Da der Wagen sehr leise sein wird, tüftelt man bei Joule an einem System, mit dem sich nähernde Fußgänger gewarnt werden, ohne dass künstliche Motorgeräusche zum Einsatz kommen. Der Wendekreis des Joule fällt mit zehn Meter recht klein aus, gefahren wird serienmäßig auf 16-Zoll-Alufelgen.

Ab Mitte 2013
Der Joule bietet bis zu fünf Personen Platz und verträgt bis zu 700 Liter Gepäck. Seine Scheibenbremsen rundum werden laut Optimal Energy selten gebraucht, da ein Energie-Rückgewinnungssystem den Wagen abbremst, sobald der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt. Der Joule soll besonders leicht sein – die Batterie dient beispielsweise gleichzeitig als tragendes Element. Als Produktionspartner wird voraussichtlich der deutsche Entwicklungs-Dienstleister EDAG mit ins Boot genommen – so will der südafrikanische Hersteller ,das Beste aus der deutschen Automobil-Produktion" in die Fertigung des Joule einfließen lassen. Produziert wird ab Ende 2012, ab Mitte 2013 soll der Stromer dann für voraussichtlich 24.300 Euro zu haben sein.

Optimal Energy
Insgesamt 200 Testfahrzeuge will Optimal Energy demnächst auf die Straße bringen. Zur Fußball-Weltmeisterschaft im Juni/Juli 2010 in Südafrika sollen bereits ein paar Joules die Blicke neugieriger Touristen auf sich lenken. Optimal Energy wurde 2005 auf der grünen Wiese gegründet und sitzt in Kapstadt. Geld erhält der Autohersteller von der Industriellen Entwicklungsgesellschaft Südafrika (Industrial Development Corporation, IDC) sowie vom Innovationsfonds für Technologie-Investitionen des südafrikanischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie.

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