Verbrauchsfahrt mit vier verschiedenen BMW-Modellen

Kinder von heute träumen angeblich nicht mehr davon, Rennfahrer zu werden, sie wollen Klimaretter sein. Doch wie wird man sowas? Vielleicht indem man Autos fährt, die wenig von dem Treibhausgas Kohlendioxid ausstoßen, also Wagen mit wenig Verbrauch. Um herauszufinden, wie viel Sprit sich BMW-Modelle genehmigen, haben wir eine Verbrauchsfahrt von München nach Ljubljana unternommen, zusammen mit sieben anderen Journalisten. Wir bewegten vier Modelle: den 330d BluePerformance, den 116d, den 320d EfficientDynamics Edition und das 123d Coupé.

Es geht los
Garching bei München, neun Uhr früh: Es geht los. Wir steigen in den 330d, auf dessen Seite groß der Herstellerverbrauch steht: 5,7 Liter. Neben uns sitzt Jürgen Först vom BMW-Fahrertraining, um uns den nötigen Feinschliff beim Spritsparen zu geben. Vorausschauend fahren, das ist die Hauptbotschaft, die Jürgen uns einbläut. Was das heißt, erfahren wir schon am ersten Kreisverkehr: An seiner Einfahrt sammeln sich vor uns ein paar Autos, wir müssen halten. Wenn das Navi einen Kreisverkehr in der Nähe meldet, dann sollen wir vom Gas gehen, sagt Jürgen – damit wir ohne Stopp hineinfahren können. Recht hat er natürlich, doch wenn man unterwegs ist und sich unterhält, unterbleibt die Vorausschau immer mal wieder.

Erste Fortschritte
Aber gänzlich lernunfähig sind wir nicht, und so werden wir langsam besser. Der Bordcomputer, der anfangs Werte um die 6,4 Liter anzeigte, meldet immer bessere Verbräuche. Als wir in Kitzbühel unseren ersten Pausen-Stopp einlegen, zeigt er 5,7 Liter: genau der Herstellerverbrauch. Angesichts der ebenen Strecke und einem hohen Landstraßenanteil keine Heldentat, aber unser Spritspar-Coach ist zufrieden: ,Als ich in den 80er-Jahren meine Kfz-Mechaniker-Lehre machte, glaubte ich, an den Autos ließe von damals sich kaum mehr was verbessern. Aber heute kommt so ein 245-PS-Auto mit unter sechs Liter Sprit aus."

Wer bremst, verliert
Auf der zweiten Etappe bekommen wir den BMW 116d, ein Auto, das laut Datenblatt mit 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer auskommt. Doch die Strecke führt steil hinauf zum Felbertauern-Tunnel in über 1.600 Meter Höhe – eine Strecke, bei der keine Hoffnung besteht, den Normverbrauch zu erreichen. Macht nichts, wir tun unser Bestes. Jürgen ist zwar umgestiegen in das Auto eines Kollegen, aber inzwischen haben wir ja einiges gelernt. Zwar haben uns die Betreuer von der BMW-Presseabteilung immer wieder eingeschärft, dass wir keine Rekordfahrt versuchen sollten. Doch die Ratschläge von Jürgen sind immer noch im Kopf: ,Wer bremst, verliert – Schwung nämlich, und damit Effizienz." Und so halten wir uns an Jürgens Rat: ,Stell dir einfach vor, die Bremse wäre kaputt." Schon wenn wir am Horizont einen Kirchturm erspähen, gehen wir vom Gas. Wir fahren Kurven, als wären wir auf der Rennstrecke: von innen nach außen nach innen. Auch wenn wir dabei natürlich auf unserer Spur bleiben müssen, erlaubt uns das höhere Kurvengeschwindigkeiten, und wir müssen vor den Biegungen weniger bremsen.

Komplexe Aufgaben
Wir halten uns an Jürgens Tipps, auch wenn es nicht immer leicht fällt: Wir müssen die Anweisungen des Navis in die Fahrpraxis übersetzen, die ständig wechselnden Tempolimits beachten, die Schaltpunktanzeige im Blick behalten und gleichzeitig noch mindestens einen Kilometer oder zwei nach vorne blicken, um Ortschaften und Tempolimits rechtzeitig zu erspähen. Für die schöne Landschaft bleibt da keine Zeit – das ist richtig Arbeit. Der Lohn der Mühe ist auf dieser Etappe ein grottiger Verbrauch von 6,5 Litern, statt den 4,4 Litern aus dem Datenblatt. Nun ja, wir werden es überleben, schließlich ging es fast immer bergauf.

Von jetzt an geht's bergab
Rosiger sind die Aussichten auf das dritte Teilstück: Wir sind wir ja nun auf der Passhöhe angekommen, von jetzt an kann es eigentlich nur noch bergab gehen, und damit hoffentlich auch mit dem Verbrauch. Dabei kommt uns zustatten, dass wir nun den Spritsparkönig unter den BMW-Modellen unterm Hintern haben, den 320d EfficientDynamics Edition. Mit 4,1 Liter auf 100 Kilometer ist er nach Werksangaben der sparsamste BMW überhaupt. Als wir gegen fünf Uhr nachmittags in Velden am Wörthersee ankommen, stehen gloriose 3,5 Liter auf der Anzeige des Bordcomputers, nicht schlecht. Unser Tempo-Schnitt liegt allerdings bei nur 74 km/h, was nicht ganz so gut ist. Ein Kollege, der einen zweiten Spritspar-320d auf der gleichen Etappe fuhr, erzielte beim gleichen Verbrauch bei einem vier km/h besseren Geschwindigkeitsschnitt.

Letzte Etappe: Slowenien
Die letzte Etappe führt über die slowenische Grenze nach Bohinj nahe des berühmten Triglav-Nationalparks, der nicht weit von Ljubljana entfernt liegt. Von der schönen Gegend sehen wir nichts mehr, denn die Sonne ist inzwischen untergegangen. Als wir um 19 Uhr 30 am Hotel eintreffen, interessiert uns der Verbrauch unseres 123d Coupé nicht mehr so sehr: Nach zehn Stunden und sieben Stunden reiner Fahrzeit sind wir froh, mit der Spritspararbeit fertig zu sein. Natürlich kann man auch schneller von München nach Bohinj fahren – der Routenplaner versprach uns eine Fahrzeit von nur vier Stunden. Vermutlich wäre das sogar effizienter im Sinne des Kraftstoffverbrauchs gewesen. Aber wir hätten nicht soviel gelernt – über das vorausschauende Fahren, aber auch über die Mühen des Spritsparens. Kinder, überlegt es euch nochmal: Das Klima zu retten, ist manchmal richtig anstrengend.

Spritspar-Arbeit