Verletzte beruhigen, Weg freimachen und als Zeuge fungieren

Jeden Tag kann es passieren: In nächster Nähe kracht es, ein Verkehrsunfall ist geschehen. Menschen sind verletzt. Wie Unfallzeugen jetzt am besten helfen können, erläutern die Fachleute der TÜV Süd Pluspunkt GmbH in München.

Schock mildern
Für Unfallopfer ist die Ungewissheit über mögliche Verletzungen und das Gefühl, lange und allein auf professionelle Hilfe warten zu müssen, am schlimmsten. Genau da können Unfallzeugen ansetzen: Die Verunglückten sollen spüren, dass sich jemand bewusst um sie kümmert. ,Das wirkt auch gleich der Schockwirkung entgegen", so TÜV-Psychologe Thomas Wicke.

Konkret helfen
Konkrete Hilfen, die den Beteiligten direkt angeboten werden, sind dabei am nützlichsten. Wer ankündigt, den Rettungswagen zu verständigen oder Decken und Kissen zu organisieren, macht Mut. Auch das Halten der Hand oder beruhigende Worte signalisieren, dass der Betroffene nicht allein gelassen wird.

Ruhe bewahren
Auch wenn es schwer fällt – Hektik sollte kein Helfer verbreiten, denn diese überträgt sich schnell auf den Verunglückten. ,Ruhe ist enorm wichtig für den Abbau von Angst und Hilflosigkeit direkt nach dem Unfall – und damit die beste Voraussetzung für eine langfristige Verarbeitung des Geschehens", so der Psychologe.

Keine Angst haben
Das Bewusstsein, dass der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon Ewigkeiten her ist, verunsichert jeden Unfallhelfer. Aber: Laut TÜV ist noch nie jemand verurteilt worden, weil er als medizinischer Laie am Unfallort etwas falsch gemacht hat. Wohl aber wegen unterlassener Hilfeleistung. Deshalb sollte man sich bewusst machen: Der Schaden, der durch Nichtstun entsteht, ist eigentlich immer größer als das Risiko, als Ersthelfer etwas Falsches zu machen.

Weg frei machen
Auch um das Eintreffen der Rettungskräfte aktiv zu beschleunigen, können Helfer etwas tun. Wichtig ist, eine Rettungsgasse für den Notarztwagen freizuhalten. Dabei ist es durchaus angebracht, neugierige Passanten zum Verlassen der Unfallstelle oder wenigstens zum Zurückweichen aufzufordern. Dies dient schließlich auch deren eigenem Interesse: Denn durch abgelenkte Zuschauer entstehen häufig Folgeunfälle. Wenn die Rettungsprofis eingetroffen sind, müssen diese auf dem schnellsten Weg zu den Verletzten geleitet werden.

Als Zeugen fungieren
,Wenn die Verunglückten versorgt sind, sollten sich die Unfallhelfer als Zeugen zur Verfügung stellen und der Polizei mit entsprechenden Auskünften weiter helfen", so Wickes Appell.