Weltpremiere auf der Hannover Messe 2010

Auf der Hannover Messe (19. bis 23. April 2010) zeigt VW als Weltpremiere das ,Milano Taxi", eine per Elektromotor betriebene Studie eines Großserien-Taxis.

Besonderer Zugang
Das emissionsfreie Milano Taxi basiert auf der 3,68 Meter langen VW-Studie space up!, welche im Oktober 2007 auf der Tokyo Motor Show erstmals gezeigt wurde. Als wesentlichsten Unterschied weist das Italo-Taxi aber nur zwei Türen auf: Ein Portal links für den Fahrer und eine Schiebetür rechts für den Einstieg der Fondpassagiere. Eine Beifahrertür ist nicht nötig, da auf dessen Platz das Gepäck transportiert wird. Die Entwicklungscrew gab dem Taxi eine weit nach vorn öffnende Schwenktür mit auf den Weg; dank ihrer völlig neu entwickelten, zweiachsigen Kinematik gibt diese Tür ein breites Portal frei. Die Schwenktür reicht zudem bis weit in das Dach hinein, wodurch auch eine hohe Öffnung erreicht wird. Apropos: Hoch ist das Milano Taxi 1,60 Meter, 3,73 Meter lang und 1,66 Meter breit.

Nostalgische Anleihen
Stilistisch dem Volkswagen Samba-Bus der 50er Jahre ähnlich, sind die äußeren Dachbereiche (vorne und rechts hinten als Teil der Türen) transparent ausgeführt. Die in Grün und Schwarz gehaltene Zweifarblackierung der Studie ist eine Hommage der Marke Volkswagen an die Modemetropole Mailand; dort waren die Taxis einst in dieser Farbkombination lackiert.

Platz für Passagiere
Bewusst gibt es an Bord dieses Taxis keinen Beifahrersitz. Stattdessen befindet sich dort wie in den meisten London-Taxis ein Cargobereich für das Gepäck; durch die in diesem Bereich entsprechend angepasste Schalttafel konnte zusätzlich Raum gewonnen werden. Da die Koffer über keine Ladekante gewuchtet werden müssen, können die Passagiere sie leicht selbst verstauen und mittels eines Bügels auf Knopfdruck fixieren. Der eigentliche Kofferraum hinter der Rücksitzbank wird indes nur noch für kleine Utensilien genutzt, um möglichst viel Raum für die Fondgäste zur Verfügung stellen zu können. Der Knieraum hinter dem Fahrersitz erreicht mit 120 Millimeter laut VW das Niveau ausgewachsener Luxuslimousinen. Wer im Fond rechts Platz nimmt, kann seine Beine dank des nicht vorhandenen Beifahrersitzes sogar komplett ausstrecken. Die Kopffreiheit beträgt 994 Millimeter.

Berühr mich
Ganz neu ist das spezielle Taxi-Interface, bei dem die wesentlichen Anzeigen und Bedienelemente zentral in einem Acht-Zoll-Touchscreen im Bereich der Mittelkonsole konzentriert werden. Der Bildschirm ist laut VW intuitiv bedienbar und umfasst folgende Funktionen: Taxameter, Türöffner für den Fahrgastraum, Bordrechner, Navigationssystem (Zieleingabe per Tastenfeld, Handschrift oder Sprachsteuerung), Energiefluss- und Leistungsstandanzeige des Elektroantriebs, Klimasteuerung für Fahrer und Fond, Taxifunk und Telefon, Uhrzeit sowie Onlinedaten zum regionalen Veranstaltungskalender und Wetterwerte. Der Fahrer wählt in Sekundenschnelle die Menüoberflächen der Grundfunktionen aus, indem er die Darstellung der Applikationen via Touchscreen nach oben oder unten verschiebt. Darüber hinaus kann jeder Taxi-Fahrer seine persönlichen Apps laden, respektive die Reihenfolge der Funktionen im Display individualisieren. Auch das Kombiinstrument vor dem Fahrer ist mit dem Touchscreen der Mittelkonsole vernetzt. Bis zu vier Funktionsmodule können durch eine einfache Wischgeste mit den Fingern in das Instrument ,geschoben" werden, um dort entsprechend minimiert visualisiert zu werden.

Sauberer Antrieb
Angetrieben wird das 120 km/h schnelle Milano Taxi von einem Elektromotor mit einer Spitzenleistung von 85 Kilowatt (Dauerleistung: 50 Kilowatt gleich 68 PS). Mit Energie versorgt wird der Motor über eine im Unterboden der Studie integrierte Lithium-Ionen-Batterie. Durch eine realisierte Speicherkapazität von 45 Kilowattstunden und wegen des relativ geringen Fahrzeuggewichtes von 1.500 Kilogramm können je nach Fahrweise Distanzen von bis zu 300 Kilometern zurückgelegt werden. In Abhängigkeit von der vorhandenen Ladeinfrastruktur und dem aktuellen Ladezustand kann die Speicherbatterie in gut einer Stunde auf bis zu 80 Prozent ihrer Gesamtkapazität nachgeladen werden.

Bildergalerie: VW Milano Taxi