Studie analysiert europäische Metropolen auf Verkehrsprobleme hin

München ist die stauanfälligste Stadt Deutschlands. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, in welcher der Verkehrsfluss in 59 europäischen Großstädten analysiert wurde. Insgesamt elf deutsche Städte finden sich unter den Top 50. Häufiger im Stau steht man jedoch in ausländischen Metropolen. Erstellt wurde die Studie vom Navigationsgeräte-Hersteller TomTom.

Europaweit nur im Mittelfeld
Im Gegensatz zu anderen europäischen Metropolen scheinen die Verkehrsprobleme in Deutschlands Stau-Stadt Nummer eins jedoch gar nicht so gravierend zu sein. Im europäischen Vergleich landet München nämlich nur auf Rang 28. Auf den Plätzen 31 bis 38 finden sich sechs weitere deutsche Städte – Essen, Hamburg, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Berlin. Weitere sieben deutsche Städte (Nürnberg, Frankfurt, Hannover, Bremen, Leipzig, Dresden und Dortmund) finden sich im hinteren Drittel der Auflistung. Damit stellt die Bundesrepublik die meisten Städte mit signifikanten Verkehrsverzögerungen in Europa. Das ist aber auch in der Tatsache mitbegründet, dass es hierzulande die meisten Cities mit mehr als 500.000 Einwohnern in Europa gibt.

Brüssel ist europäische Stau-Hauptstadt
Europaweit am häufigsten stehen Autofahrer in Brüssel im Stau. In der belgischen Hauptstadt kommt es der Studie zufolge täglich auf fast 38 Prozent der Hauptverkehrsstraßen zu Verzögerungen. Brüssel liegt damit knapp vor der polnischen Hauptstadt Warschau. Mit Breslau folgt eine weitere polnische Stadt auf Platz drei. Schlechte Nachrichten gibt es auch für britische Verkehrsteilnehmer: London belegt – trotz City-Maut – den vierten Rang. Mit Edinburgh und Belfast finden sich zwei weitere Metropolen von der britischen Insel in den Top Ten. In Frankreich hingegen macht Autofahren der Untersuchung zufolge deutlich mehr Spaß – sofern man nicht in Paris oder Marseille unterwegs ist. Denn außer diesen beiden Metropolen findet sich keine weitere französische Stadt in der Studie.

Wenige Staus in Spanien und Skandinavien
In spanischen und nordeuropäischen Städten geraten Autofahrer eher selten in Staus. Nur drei skandinavische Städte tauchen in den Top 20 auf. Doch während es in Norwegens Hauptstadt Oslo mit Platz 16 auf immerhin 26 Prozent der wichtigsten Straßen zu Verzögerungen kommt, staut es sich im schwedischen Stockholm nur auf sechs Prozent der Routen. Auch in Spanien scheinen Verkehrsbehinderungen eher die Ausnahme zu sein. Barcelona belegt im europäischen Vergleich zwar Rang 17, zahlreiche weitere Großstädte wie Madrid, Valencia oder Sevilla finden sich jedoch erst im hinteren Teil des Rankings.

Anonyme Geschwindigkeitsprofile als Basis
Als Basis der Staustudie dienen Messungen, wie schnell Autos im städtischen Straßenverkehr tatsächlich fahren können. Diese Daten stammen aus Millionen anonymer Geschwindigkeitsprofile, die tagtäglich von TomTom-Nutzern ermittelt werden. Sobald ein Fahrer mit 70 Prozent oder weniger der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gefahren ist, wurde für diesen Straßenabschnitt eine Verzögerung beziehungsweise Stauung angenommen. Die Prozentangaben beziehen sich nur auf Hauptverkehrsstraßen – also Autobahnen, Auto-, Bundes- und Hauptstraßen.

Navi berechnet immer die kürzeste Route
Die gesammelten Daten sind für die ,IQ Routes"-Technologie des niederländischen Naviherstellers relevant. Anhand der Informationen berechnen die mit IQ Routes ausgerüsteten Lotsen nämlich die jeweils schnellste Route zwischen zwei Zielpunkten. Dabei finden auch der Tag und die Uhrzeit, auf bis zu fünf Minuten genau, Berücksichtigung. Bisher hat TomTom so mit Hilfe von mehr als 30 Millionen Mitgliedern seiner Community mehr als 1,8 Billionen Geschwindigkeitsmessungen gesammelt.

Stau-Hauptstadt München