Ungewöhnlich gestaltetes Holzrahmen-Auto von sächsischen Studenten

Schon auf der AMI in Leipzig wurde der Nios vorgestellt, ein Brennstoffzellenfahrzeug, das von den Studenten der TU Chemnitz, der Hochschule für Kunst und Design in Halle sowie der Fachhochschule Merseburg entwickelt wird. Die Studierenden haben einen Prototypen hergestellt, der vom 6. bis 7. Mai 2010 beim Shell Eco-Marathon in der Klasse ,Urban Concept Cars" teilnehmen soll. Der Spritsparwettbewerb findet auf dem Eurospeedway Lausitz statt.

Holzrahmenstruktur mit Ellipsen
Der Prototyp soll mit einem Liter Kraftstoff – in diesem Falle also Wasserstoff – eine Strecke von circa 500 Kilometer schaffen. Die Konstruktion des Nios basiert auf einem Holzrahmen. Sichtbar wird er vor allem in den beiden Ellipsen, die die Türrahmen darstellen. Vorne und hinten sind die beiden Ellipsen über je einen Holzbügel miteinander verbunden. Die Gesamtmasse des Rahmens beträgt 18,5 Kilo bei einem Fahrzeug-Gesamtgewicht von nur 400 Kilo.

Blattfedern aus Eschenholz
Dass die Verwendung natürlicher Materialien zu den Entwicklungsvorgaben gehörte, sieht man auch am Fahrwerk. Es wurde vom Maschinenbauspezialisten H&B Omega hergestellt und besitzt Blattfedern aus Eschenholz, die auch die Radführung übernehmen. Die nur 3,2 Kilo schweren Felgen bestehen aus einem Faserverbundkunststoff, der sich aus einem Epoxidharz und Basaltfasern zusammensetzt. Die Karosserie besteht aus einem Laminatwerkstoff. Die transparenten Türen sollen eine gute Rundumsicht ermöglichen. Wie vom Eco-Marathon-Reglement vorgeschrieben, besitzt das Auto außerdem eine komplette Beleuchtungseinrichtung mit LED-Lichttechnik.

Mehr als nur Funktionalität
Der Nios bietet Platz für zwei Personen, die hintereinander Platz nehmen. Der Innenraum soll mehr bieten als reine Funktionalität. Deshalb wurden in Kooperation mit dem schwäbischen Spezialisten Strähle + Hess eigens Textilien entwickelt, die aufgespannt ansehnliche Flächen ergeben – so wird wiederum Gewicht gespart.

Brennstoffzelle und Supercaps
Angetrieben wird der Nios von einem Gleichstrom-Elektromotor. Für Folgeversionen ist ein Synchronmotor geplant, von dem man sich bei gleicher Leistung einen höheren Wirkungsgrad erwartet. Die Wettbewerbsversion wird eine Brennstoffzelle besitzen. Als Energiespeicher werden so genannte Supercaps eingeplant, die auch als Doppelschicht-Kondensatoren bezeichnet werden. Doch auch ein reines Elektrofahrzeug und ein Hybridauto sind denkbar, so die Projektgruppe. Für die Antriebstechnik soll die Erfahrung der TU Chemnitz genutzt werden. Als Team ,Fortis Saxonia" nimmt sie separat am Eco-Marathon teil – mit einem Fahrzeug namens Sax3 in der Prototypenklasse.

Holz und Brennstoffzelle