Driftschule im schwedischen Lappland mit dem Golf R und VW Driving Experience

Wenn sich silberne Spikes mit hoher Geschwindigkeit ins kalte Eis fräsen und egal ist, ob die Gänsehaut von den tiefen Minus-Temperaturen oder dem vielen Adrenalin kommt, dann befindet man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im schwedischen Lappland und fährt mit einem 270-PS-Boliden über einen zugefrorenen See.

Willkommen im Norden
Um genau zu sein, befinden wir uns in Arjeplog, einem Örtchen nur rund 100 Kilometer unterhalb des Polarkreises. Ortsunkundige Besucher sollten ohne Begleitung nicht zum alleinigen Querfeldein-Trip aufbrechen, denn mit einer Bevölkerungsdichte von null Einwohner pro Quadratkilometer kann es passieren, dass sich solche Abenteuer unfreiwillig in die Länge ziehen. Und genau in dieser Winter-Idylle finden sich jedes Jahr viele Hersteller der Automobilbranche ein, die Rang und Namen haben. So genannte Icemaker präparieren das Eis und verleihen ihm den gewünschten Schliff, egal ob Rundkurs oder Driftzirkel. Doch seit ein paar Jahren bereisen nicht nur Ingenieure der Autofirmen das 3.000-Einwohner-Nest. Immer mehr Touristen kommen auf den Geschmack, bei Minusgraden auf einem der zig zugefrorenen Seen ihren Spiel- und Abenteuer-Trieb in PS-Boliden auszuleben. So lädt auch VW Driving Experience regelmäßig in der kälteren Jahreszeit ein – wir haben für Sie teilgenommen.

Fahren, bis der Arzt kommt
Die eisige Kälte am Flughafen Arvidsjaur wird durch unsere Vorfreude auf das bestehende Fahrprogramm komplett verdrängt. Schon während der Busfahrt nach Arjeplog erläutern uns die Instrukteure das Motto der Veranstaltung: "Fahren, bis der Arzt kommt". Unsere Trainer sind keine geringeren als Ronny Wechselberger, ein absoluter Experte auf dem Rundkurs, und Matthias Kahle, mehrfacher deutscher Rally-Meister. Dem Motto entsprechend geht es direkt nach der Ankunft im Hotel im tiefsten Dunkel weiter auf das 90 Zentimeter dicke Eis des zugefrorenen Sees, um uns mit Auto und ,Straße" vertraut zu machen. Und dieses Tempo halten wir auch die weiteren drei Tage durch. Zur Verfügung stehen uns dabei jeweils fünf VW Golf und Scirocco mit dem kleinen, aber feinen Zusatz ,R". Während der frontgetriebene Scirocco für Brems- und Ausweich-Übungen eingesetzt wird, kommt der Golf mit Allradantrieb auf Kreisbahn und Rundstrecke ins Spiel.

Wechselschwung und Anpendeln
Wer sich zurück in jugendliche Zeiten am tief verschneiten Parkplatz versetzt, erinnert sich an das meist fehlende Feingefühl in Sachen Wechselschwung – die Kunst, den Schwung eines ausbrechenden Fahrzeugs in die nächste Biegung mitzunehmen – oder das Anpendeln, wobei man durch rhythmisches Hin- und Herlenken das Heck in die Kurve schwingen lässt. Zwei Knackpunkte, an denen so manche Felge und Schürze an hohen Bordsteinkanten schon ihr Nachsehen hatten. Nicht in Schweden, denn hier ist alles aus Schnee, auch der Bordstein – eine wichtige Voraussetzung, um unsere Grenzen gefahrlos auszutesten. Der eine oder andere Abflug in die Schneewand ist inklusive und wenn es einmal soweit ist, dann steht der silberne Engel à la Touareg mit Abschleppseil zur Verfügung.

Der Rundkurs
Die Königsdisziplin ist der sechs Kilometer lange Rundkurs, der viele Teilnehmer zum Verzweifeln bringt. Zuziehende Kurven und eine sich von Runde zu Runde verändernde Traktion sind eine große Herausforderung für den Fahrer. Oftmals streichelt der Golf an den immer selben Stellen die Schneebande, und es benötigt viele Runden und Tipps der Trainer, bis wir das nötige Fingerspitzengefühl entwickeln.

Der perfekte Drift
Doch wie fährt man sauber quer durch die Kurve? Wichtig ist das rechtzeitige Abbremsen bis zu der Stelle, die sich Bremspunkt nennt. Verpasst man diesen, schlittert man über die Vorderräder geradeaus in die Bande. Alles Weitere besteht aus sauberem Ein- und Gegenlenken mit ordentlich Druck auf dem Gaspedal. Um die Kurve im Ganzen unter dem eigenen Schneeschweif zu verbergen, muss die Biegung ordentlich von außen nach innen gefahren werden.

Rentierzunge und Elchkeule am Feuer
Am letzten Abend können wir im urigen Tippi die Tage an uns vorbei ziehen lassen. Am Lagerfeuer gibt es nordische Köstlichkeiten wie Rentierzunge und Elchkeule. Im Anschluss zeigen unsere Trainer Matthias Kahle und Ronny Wechselberger, was auf dem Eis möglich ist, und setzen neue Maßstäbe in Sachen Rundenzeit. Und während wir uns überlegen, wie die eine oder andere Kurve genau so anzufahren ist, sind wir schon unterwegs im Bus zum Flughafen. Der Flug zurück in das warme Deutschland wartet schon.

Eisdriften in Schweden