Die Sieger des Spritspar-Wettbewerbs stehen fest

Sie sind vergeben: zehn Millionen Dollar Preisgeld für die sparsamsten Autos der Welt. Beim Automotive X Prize wurden Fahrzeuge ausgezeichnet – Fahrzeuge, die im Schnitt höchstens 2,3 Liter Sprit pro 100 Kilometer verbrauchen durften.

Harte Bedingungen
Zum X-Prize-Wettbewerbs meldeten sich 111 Teams mit 136 Fahrzeugen. Aus Deutschland wollten die Firmen Herf Duo, Loremo und Twike um die Dollars kämpfen. Das Preisgeld sollte sich wie folgt aufteilen: Fünf Millonen Dollar bekommt der Sieger in der Mainstream-Klasse, jeweils 2,5 Millionen bleiben für die alternativen Kategorien mit Zweisitzern in Side-by-Side- oder Tandem-Anordnung. Fahrzeuge der Mainstream-Klasse mussten mindestens vier Räder und vier Sitze aufweisen, in 15 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen und 322 Kilometer (200 Meilen) weit kommen. Außerdem sollten Heizung, Klimaanlage und Radio mit an Bord sein. Bei den Zweisitzern war die Anzahl der Räder egal, der Spurt von null auf 100 km/h musste in 18 Sekunden geschafft werden und als Reichweite wurden 161 Kilometer (100 Meilen) gefordert.

Verbrennungsmotor gewinnt
Alleine an den theoretischen Voraussetzungen scheiterten bereits viele Kandidaten, so auch Herf Duo aus Deutschland, die einen VW Eos zum Hybridfahrzeug umbauen wollten. Und auch Loremo schaffte die Qualifikation mit seinem LS nicht. Auf dem US-amerikanischen Michigan International Speedway ging es zur Sache, nicht nur der Verbrauch, sondern auch Ausweich- und Bremsverhalten wurden überprüft. Die wichtige Mainstream-Kategorie konnte am Ende das Very Light Car von Edison2 aus Charlottesville in Virginia (USA) unter der Leitung des aus Deutschland stammenden Unternehmers Oliver Kuttner gewinnen. Der Wagen fährt mit einem E85-Bioethanol-Verbrennungsmotor, wiegt 340 Kilogramm und hat eine aerodynamisch günstige Form. Für die Aerodynamik wurde extra ein Entwicklungs-Chef des US-amerikanischen Luftfahrt-Konzerns Northrop Grumman angeheuert. So schaffte das aus Alu und Stahl bestehende Very Light Car den geforderten Verbrauch von 2,3 Liter auf 100 Kilometer.

Hybride ohne Chance
In der Side-by-Side-Klasse holte der Wave II von Li-Ion Motors (Charlotte, North Carolina, USA) die 2,5 Millionen Dollar. Das Elektroauto wiegt zwar wegen seiner Batterien zirka eine Tonne, konnte aber mit seinem geringen Energiebedarf punkten, der einem Verbrauch von 1,9 Liter pro 100 Kilometer entspricht. In der aerodynamisch günstigen Tandem-Kategorie holte die Schweiz den Sieg: Der Winterthurer Hersteller Peraves baute eines seiner MonoTracer genannten Kabinen-Motorräder auf Elektroantrieb um. Der so genannte E-Tracer 7009 konnte mit einer Verbrauchsäquivalenz von 1,2 Liter pro 100 Kilometer siegen. Das von Stützrädern gehaltene Fahrzeug wiegt 580 Kilogramm, wobei die Zusatzräder nur in Kurven und bei niedriger Geschwindigkeit ausfahren. Hybridfahrzeuge schafften es beim Automotive X Prize nicht nach ganz vorn. Aber der deutsche Hersteller Twike konnte mit seinem von Muskelkraft und Strom betriebenen TW4XP immerhin bis zum Ende des Wettbewerbs durchhalten. Die Hessen belegten nach dem Wave II und dem finnischen Elektrowagen RaceAbout den dritten Platz in der Side-by-Side-Gruppe – von nur drei in dieser Wettbewerbskategorie verbliebenen Fahrzeugen.

Zehn Millionen vergeben