Wir haben den offenen Sportler erwischt

Die BMW-6er-Reihe steht kurz vor der Ablösung. Das auf dem 5er basierende Coupé wird in seiner neuesten Generation bereits als Studie ,Concept 6 Series" auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober 2010) gezeigt. Die Serienversion glitzert dann Anfang 2011 auf der Automesse in Detroit – und zwar zuerst als Cabrio. Schließlich ist Amerika der größte Absatzmarkt für den 6er und dort verkauft sich das Cabrio besser als das Coupé. Das Erscheinen der supersportlichen M-Variante des Cabrios ist für 2012 angepeilt. Unser Erlkönig-Fotograf hat den Wagen jetzt bei Dynamik-Tests erwischt.

Deutlich eleganter
Das neue 6er Cabrio bekommt wieder ein Stoffdach, was Puristen freuen wird. Ansonsten wurde der Wagen mit weicheren Linien gezeichnet als noch sein Vorgänger und auch der provokante Plateau-Kofferraumdeckel verliert seine Strenge. Mit einer Länge von zirka 4,95 Meter übertrifft der Wagen seinen Vorgänger um acht Zentimeter. Auch der Radstand wird zulegen. Zudem liegt das M6 Cabrio etwas tiefer als seine Modellgeschwister ohne M und berührt mit 20-Zoll-Rädern den Asphalt. Vielleicht kommt auch eine Mischbereifung mit 19-Zöllern vorn und 20-Zöllern hinten zum Einsatz. In den Felgen könnten optional erstmals Karbon-Keramik-Bremsscheiben sitzen. Da die in Paris stehende 6er-Studie mit Voll-LED-Scheinwerfern ausgerüstet ist, wird auch das neue M6 Cabrio mit diesem Lichtsystem auf die Straße schauen – vielleicht sogar serienmäßig.

Vom V10-Sauger zum V8-Turbo
Der V10-Saugmotor im aktuellen M6 Cabrio ist beinahe schon legendär – schließlich konnte das Aggregat mehrmals den Engine of the Year Award, die renommierteste Auszeichnung für Automobil-Motoren, nach München holen. Aber inzwischen ist das Triebwerk zu groß, zu schwer und vor allen Dingen zu durstig. Schließlich gingen die 507 PS und 520 Newtonmeter Drehmoment mit einem Durchschnittsverbrauch von 14,7 Liter Super Plus einher. Ersetzt wird der Zehnzylinder durch einen V8 mit Biturbo-Aufladung. Den Motor kennen wir bereits aus X5 M/X6 M. Dort leistet das 4,4-Liter-Aggregat 555 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 680 Newtonmeter. Für das M6 Cabrio wird sicher noch eine Schippe draufgelegt: Bis zu 600 PS und über 700 Newtonmeter Drehmoment sind drin.

Neues Getriebe
Aber nicht nur das Downsizing des Motors wird das neue M6 Cabrio sparsamer und agiler machen. Auch das Gewicht des Wagens wird unter die Zweitonnen-Marke rutschen. Den Fahrleistungen kommt dies zugute: Die bisherige Beschleunigung von null auf 100 km/h in 4,8 Sekunden wird mit dem neuen Renner unterboten. Das siebengängige automatisierte Schaltgetriebe wird im M6 auf jeden Fall abgelöst. Einige Fahrer waren von dem ruppigen Schaltwerk wegen seiner guten Sportperformance begeistert und technikverliebte japanische Kunden mochten das System ebenfalls. Aber viele haben diese Art von Getriebe gehasst und werden ihm keine Träne nachweinen. Als Ersatz könnte das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe aus dem M3 zur Verfügung stehen. Dieses müsste so gestärkt werden, dass es das maximale Drehmoment des neuen V8-Biturbo aushält. Genaueres wissen wir Mitte 2012.

Stoff-Brenner