Italienischer Designer entwirft Schiff im Lamborghini-Design

Ein bisschen finster und ziemlich eckig sieht sie aus, die Lamborghini-Yacht von Mauro Lecchi. Der Industrie-Designer aus dem norditalienischen Bergamo hat sich ein paar berühmte Lamborghini-Modelle vorgenommen und deren Formen auf ein Schiff übertragen.

Winkel-Spiele
Als Vorbild dienten Lecchi ein Lamborghini Countach, ein aktueller Gallardo und das Sondermodell Reventon. Besonders der Reventon, bei dessen Formen sich Lamborghini von Tarnkappen-Bombern inspirieren ließ, scheint viel von seiner Außenhülle an die Yacht abgegeben zu haben. Zudem wurde das Schiff in dunklen, matt wirkenden Tönen lackiert. Das Boot ist 15 Meter lang, vier Meter breit und 3,80 Meter hoch. Es gibt eine Lounge auf dem Vorderdeck, zwei Decks im Heck, eine Eigner-Kabine und ein darunter liegendes Gäste-Schlafzimmer. Für die aus Karbon oder Kevlar bestehende Yacht sollen drei verschiedene Motorisierungen mit jeweils mindestens 1.400 PS zur Verfügung stehen, wobei der Designer als eine Möglichkeit zwei Lamborghini-Zwölfzylinder vorschlägt. Den V12 mit 6,5 Liter Hubraum setzen die Italiener im Murciélago ein, dort leistet er 640 bis 670 PS. Zwei davon in einer Yacht würden einen Verbrauch von mehreren hundert Liter Super pro Stunde bedeuten.

Stealth: Nur Optik
Mauro Lecchi hat sich aufs Design von Beförderungsmitteln spezialisiert, schwärmt auf seiner Internetseite von einem Audi Sport quattro und einem NSU Prinz. Aber Stealth-Eigenschaften will er seiner bisher nur als Computermodell existierenden Yacht wohl nicht andichten. Zwar sieht das Boot mit seinen spitzen Winkeln ein wenig nach Tarnkappe aus, aber wer sich bereits existierende Stealth-Schiffe wie die Sea Shadow der US-Marine, Boote der französischen Lafayette-Klasse oder der schwedischen Visby-Klasse anschaut, wird deutliche Unterschiede erkennen. Neben der Minimierung der Radar-Querschnittfläche, zu der die Vermeidung von rechten Winkeln und runden Formen gehört, wäre auch noch eine radarabweisende Oberflächen-Beschichtung und ein leiser Antrieb notwendig – an dieser Stelle sei nochmal der Doppel-V12 erwähnt. Zudem müsste die Wärmesignatur verringert werden, ungekühlte Abgase wären ein Problem. Um das Kielwasser zu minimieren, sind der über dem Wasser und der unter dem Wasser befindliche Teil eines Stealth-Schiffs nur durch schmale Stege miteinander verbunden – ein Konstruktionsmerkmal, welches beim Lambo-Boot keine Rolle spielt.

Dramatisch ist beliebt
Ein Boot im Stealth-Look scheint ebenso aufregend zu sein wie das Pseudo-Tarnkappen-Auto Reventon. So hatte das Schnellboot ,Thunder" in der US-Fernsehserie ,Thunder in Paradise" eine Tarnfunktion. Die Sendung mit Hauptdarsteller Hulk Hogan stammt aus dem Jahr 1994. Und 1997 kam auch in einem James Bond ein Tarnkappen-Schiff zum Einsatz: In ,Der Morgen stirbt nie" setzt der Bösewicht ein fürs Radar schwer zu ortendes Boot ein. Die Ortung der Lambo-Yacht wird selbst mit einfachem Radar keinerlei Probleme bereiten. Ob das kantige Wassergefährt jemals gebaut wird, hängt davon ab, ob sich für das Projekt ein Geldgeber findet.

Lamborghini-Yacht