Aufsehen erregende Studie auf dem Pariser Autosalon 2010

Ist es nur eine Reminiszenz an den anno 1980 vorgestellten Audi quattro oder schon ein Ausblick auf einen kleinen Sportwagen mit vier Ringen? Diese Frage dürften sich viele Besucher des Pariser Automobilsalons (2. bis 17. Oktober 2010) beim Anblick der Studie Audi quattro concept stellen.

Radikale Kurzfassung
Schon beim ersten Blick auf das ,Col-de-Turini-Weiß" lackierte Showcar taucht die Erinnerung an einen legendären Urahn auf: Der 306 PS starke und seinerzeit gut 200.000 Mark teure Sportquattro war eine verkürzte quattro-Variante und lieferte die Basis für die berühmten Rallyefahrzeuge mit Walter Röhrl am Steuer. Auch für die aktuelle Studie wurde ein Serienfahrzeug verkürzt, denn die Basis liefert der Audi RS5. Gegenüber dem viersitzigen Coupé wurde der hintere Überhang um 20 Zentimeter reduziert, das Ergebnis ist eine Länge von 4,28 Meter. Gleichzeitig wurde der Radstand um 15 Zentimeter gekürzt und die Dachlinie rund vier Zentimeter abgesenkt.

Bullige Optik
Die Karosserie des Audi quattro concept ist überwiegend aus Aluminium gefertigt, die Motorhaube und die Heckklappe bestehen wie auch weitere Komponenten aus Karbon. Im Ergebnis schlägt ein Gewicht von 1.300 Kilogramm zu Buche, fast exakt das Niveau des 1984 vorgestellten Sportquattro. Auffällige Designmerkmale sind die kräftig konturierte C-Säule, 20-Zoll-Räder und ein großer Singleframe-Kühlergrill ohne Chromrahmen. Alle Leuchteinheiten arbeiten mit LED-Technik, die Rückleuchten erinnern mit ihrer geraden Form an den Audi 100 von 1976.

Reduzierter Innenraum
Aufgeräumt zeigt sich der Innenraum der Studie. Die Schalttafel ist sehr schlank gestaltet und schwebt förmlich über der separaten Mittelkonsole. Durch die Verkürzung des Radstands ist gegenüber der RS5-Basis die Rückbank entfallen, hier findet sich jetzt eine Ablagefläche für Helme und Gepäck. Die beiden Insassen erwarten filigrane Sitzschalen, die pro Stück 18 Kilogramm wiegen. Der Fahrer blickt auf ein voll digital ausgeführtes Kombiinstrument. Das visierartige Display enthält alle Informationen und ersetzt zugleich den MMI-Bildschirm. Der Pilot hat die Auswahl zwischen einem Alltags-Modus, der die Anzeige von Geschwindigkeit und Drehzahl mit den Inhalten des MMI zusammenfasst und dem Renn-Modus, dessen Grafik das digitale Instrument des Ur-quattro aus den 1980ern aufgreift. Zudem lässt sich ein so genanntes ,Gebetbuch" einblenden, die klassische Wegbeschreibung von Rallye-Copiloten. Es gibt präzise Auskunft über die voraus liegenden Streckenverhältnisse.

Modernste Technik
Anders als im RS5 arbeitet unter der Haube der Studie kein Achtzylinder, sondern ein Fünfzylinder-Reihenmotor mit 2,5 Liter Hubraum, dessen Basis aus dem TT RS stammt. Im Audi quattro concept leistet der Turbo-Direkteinspritzer 408 PS und beschleunigt das Auto in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Das maximale Drehmoment wird mit 480 Newtonmeter angegeben. An Bord ist eine Handschaltung mit sechs Gängen. Im Durchschnitt soll der Verbrauch bei 8,5 Liter liegen. Die Kraft wird mit der neuesten Generation des permanenten Allradantriebs auf die Straße gebracht. Zentrales Bauteil ist das so genannte Kronenrad-Mittendifferenzial. Es baut kompakt und kann die Verteilung der Momente zwischen Vorder- und Hinterachse breit variieren. Kohlefaser-Keramik-Bremsen an der Vorderachse sorgen für die Verzögerung.

Bildergalerie: Audi quattro concept