Engländer stellen Zukunftsvision mit Supersportwagen-Studie vor

Jaguar stellt auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober) eine Supersportwagen-Studie mit Elektroantrieb und Reichweitenverlängerung vor. Als Referenz an 75 Jahre Jaguar-Design soll die Studie C-X75 einen Eindruck davon vermitteln, wie die Autos der britischen Traditionsmarke in Zukunft aussehen könnten und welche alternativen Antriebsarten künftig denkbar sind.

780 PS und 330 km/h
Der C-X75 ist von Jaguar-Rennwagen wie den C- und D-Types der 1950er und dem Le Mans Prototypen XJ13 von 1966 inspiriert. Was ihn von den alten Modellen grundlegend unterscheidet: Unter der Sportwagenkarosserie gibt es keinen herkömmlichen Verbrennungsmotor, denn der C-X75 fährt elektrisch. Der allradgetriebene Supersportwagen erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h und besitzt laut Hersteller allein mit seinem Elektroantrieb eine Reichweite von bis zu 110 Kilometer. Zuvor müssen seine Batterien an einer haushaltsüblichen Steckdose aufgeladen werden. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h gibt der Hersteller mit 3,4 Sekunden an. Auf Tempo 300 soll die insgesamt 780 PS starke Elektroflunder in 15,7 Sekunden sprinten.

Theoretisch 900 Kilometer Reichweite
Zwei kleine Gasturbinen, die ebenfalls an Bord sind, sollen für eine schnelle Aufladung der Lithium-Ionen-Batterien sorgen und die Reichweite in Fahrbetrieb auf bis zu 900 Kilometer ausweiten. Jede Turbine wiegt 35 Kilogramm und leistet 95 PS. Die Energie wird in den Batterien gespeichert und von vier voneinander unabhängigen Elektromotoren auf die Straße übertragen. Jeder der 50 Kilogramm schweren Motoren leistet 195 PS. Zusammen entwickeln sie ein Drehmoment von 1.600 Newtonmeter. Beim Wert für die CO2-Emissionen gibt Jaguar 28 Gramm je Kilometer an. Zum Vergleich: Ein Smart Fortwo CDI schafft 86 Gramm.

Traktionsvorteil dank Allrad
Jedes Rad wird von einem eigenen Elektromotor angetrieben. Dies bringt, so Jaguar, die Traktions- und Sicherheitsvorteile eines Allradantriebs ohne die Gewichtsnachteile einer rein mechanischen Konstruktion. Das Drehmoment kann bei diesem Konzept über den gesamten Drehzahlbereich unabhängig auf die einzelnen Räder verteilt werden. Daraus ließe sich ein Traktions- und Stabilitätsregelsystem entwickeln, das stufenlos arbeitet und sich spontan an die jeweilige Situation anpasst – mit Vorteilen für Fahrstabilität und Fahrzeugkontrolle bietet.

Sitze fix installiert
Auch im Innenraum gehen die Engländer neue Wege. Die Insassen nehmen auf fest installierten Sitzen Platz. Im Gegenzug passen sich Lenkrad, Bedienteile, Instrumente und Pedalerie der Sitzposition des Fahrers an. Die Kommunikation zwischen Fahrer und Auto erfolgt über eine neu entwickelte Mensch-Maschine-Schnittstelle mit dem ,Co-Pilot"-Display in der Mittelkonsole. Das Hauptinformationsdisplay sitzt im Kombiinstrument, wo die Anzeigen über den Betriebsstatus und die Drehzahl der beiden Gasturbinen informieren.

Gewichtseinsparung mit Aluminium
Jaguars Erfahrung mit Aluminium reicht bis zum ersten XK120 aus dem Jahr 1948 zurück. Beim C-X75 sind sowohl Chassis als auch Karosserie aus dem leichten Metall. Dabei wurde auf Erkennnisse aus Luft- und Raumfahrt zurückgegriffen. Neben dem geringen Gewicht soll auch die gute Recyclingfähigkeit einen Vorteil darstellen. Das Trockengewicht des Zukunftsflitzers beträgt 1.350 Kilogramm.

Wandelbare Aerodynamik
Die aerodynamische Effizienz soll sich durch bedarfsgesteuerte Kühlergrillöffnung und Kühlluftschächte der Bremsen erhöhen. Für mehr Stabilität und Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten fahren an den hinteren Ecken automatisch vertikale Kontrollbleche aus, die Luftwirbel von den Hinterrädern fernhalten sollen. Zur Erhöhung des Anpressdrucks wird der Luftstrom unter dem Fahrzeug durch ein aktives Luftleitprofil zu einem Heckdiffusor aus Kohlefaser gelenkt.

Bildergalerie: Stark-Strom: Jaguar C-X75