Auf dem Genfer Autosalon 1961 wurde der Sportwagen vorgestellt

Eine Legende wird 50 Jahre alt. Auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März 2011) feierte Jaguar das 50-jährige Jubiläum des E-Type. 1961 wurde der Sportwagen erstmals im Genfer ,Parc des Eaux Vives" enthüllt. Schnell wurde der damals 25.000 Mark teure Bolide zu einem der beliebtesten Sportwagen. Auch die Prominenz, wie Fußballlegende George Best oder Kinostar Brigitte Bardot legten sich einen E-Type zu. Mit solch einer positiven Resonanz rechnete Jaguar aber nicht: Zunächst sollten nur 1.000 Exemplare hergestellt werden. In 14 Jahren Bauzeit konnten sich weltweit 72.500 Käufer über das Coupé oder den Roadster freuen. Seit 1996 hat der E-Type sogar einen Platz im New Yorker Museum of Modern Art.

Markantes Design von Malcolm Sayer
Charakteristisch für den E-Type ist vor allem seine außergewöhnlich langen Motorhaube, die nach vorne geklappt wird. Auch die untypisch nach oben gebogenen Auspuffrohre sowie die seitlich angeschlagene Hecktür des Fastback gehören zum markanten Äußeren des Sportwagens. Verantwortlich für das Design war Malcolm Sayer, der ursprünglich aus der Luftfahrt kam und seine aerodynamischen Kenntnisse bereits zuvor bei den siegreichen LeMans-Rennwagen C- und D-Type einbrachte.

Erste Serie bereits als 2+2-Sitzer
Unter der extrem langen Nase installierte Jaguar einen 3,8-Liter-Sechszylinder. Ein Viergang-Getriebe leitete die 265 PS Leistung bei 5.500 Umdrehungen pro Minute auf die Hinterachse. Damit packte der E-Type eine Spitzengeschwindigkeit von 240 km/h. Bei Testfahrten mit dem Roadster wurde damals ein Beschleunigungswert auf 60 Meilen (96 km/h) von 7,1 Sekunden gemessen. 1964 setzte Jaguar einen 4,2-Liter-Motor ein, der ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmeter bei 4.000 Umdrehungen pro Minute lieferte. Erstmals wurden Exportmodelle mit Klimaanlagen ausgestattet. Für den Roadster gab es optional ein Hardtop. 1966 entwickelte Jaguar auf Wunsch der amerikanischen Kundschaft einen 2+2-Sitzer. Das Coupé war fünf Zentimeter länger, der Radstand streckte sich um 23 Zentimeter. Um 3,8 Zentimeter erhöhte sich das Dach. Für das längere Coupé wurde optional ein Dreigang-Automatikgetriebe angeboten.

Zweite Serie mit neuer Optik
Im Jahr 1968 kam das erste Facelift für den E-Type. Die zweite Serie hat freistehende und stärkere Scheinwerfer und einen weitaus größeren Kühlergrill. Die vorderen und hinteren Blinker sowie die Rückleuchten wurden eckig gestaltet und wanderten unter die Stoßstangen. Am Heck rückten die Auspuffrohre auseinander, die Kennzeichenhalterung zog weiter nach unten.

Dritte Serie mit V12-Motor
1971 strich Jaguar das kurze Coupé aus dem Programm und passte den Roadster in der dritten Serie den Maßen des 2+2-Sitzers an. Beide erhielten einen 5,3-Liter-V12. Der von Harry Mundy und Walter Hassen neu entwickelte Motor brachte eine Leistung von 276 PS und ein maximales Drehmoment von 408 Newtonmeter bei 3.600 Umdrehungen pro Minute. Gegenüber dem früheren Sechszylinder wog der V12 dank Voll-Aluminium-Bauweise nur 36 Kilogramm mehr. Die Luft strömt beim stärkeren E-Type durch einen verchromten Kühlergrill. Außerdem wurde die Spur um 82 Millimeter verbreitert. Die größeren Reifen erforderten zudem eine Kotflügelverbreiterung. Der V12 ist an vier Auspuffrohren zu erkennen – US-Kunden mussten sich aber dennoch mit lediglich zwei Endrohren begnügen. Den Sprint von null auf 100 km/h legte die Top-Version des E-Type in 6,4 Sekunden zurück.

Roadster erzielen höchste Auktionspreise
Den größten Markt für den Sportwagen bildete die USA. Knapp 70 Prozent aller Modelle gingen nach Übersee. Die meisten E-Type-Modelle produzierte Jaguar vom Roadster – insgesamt 33.996 Fahrzeuge. Vom kurzen Coupé waren es 20.297. Der 2+2-Sitzer wurde 18.222 Mal hergestellt. Für Sammler sind die Roadster der ersten Serie und die offene Variante der dritten Serie mit V12-Motor am begehrtesten. Für Roadster der ersten Serie sind Auktionspreise bis zu 100.000 Euro möglich.

Bildergalerie: Jaguar E-Type wird 50