Speziell angefertigtes Einzelstück für die Motorrad-WM

Am vergangenen Wochenende startete die MotoGP-Serie in ihre neue Saison. Die Motorrad-Weltmeisterschaft gastierte bei ihrem Auftaktrennen auf dem ,Losail International Circuit" im Wüstenstaat Katar. Neben dem Sieg des Australiers Casey Stoner vom Repsol Honda Team gab es noch Weiteres zu bestaunen: das neue Safety Car, ein BMW 1er M Coupé.

Erste Einsätze noch vor der Markteinführung
Das neueste M-Modell kommt erst Ende April 2011 zu den Händlern. Bereits jetzt sorgt es in den Läufen der MotoGP in Gefahrensituationen für Sicherheit auf dem Rennkurs, also nach einem Unfall oder bei extrem widrigen Wetterverhältnissen. Das BMW Safety Car ist ein Unikat, das die M GmbH speziell für diese Rennserie aufgebaut hat. Lediglich der 340 PS starke Reihen-Sechszylinder-Motor mit TwinPower-Turbo sowie der komplette Antriebsstrang stammen unverändert vom Serienmodell – allerdings kommt am Ende doch noch ein Leistungsplus heraus.

Viel an Gewicht gespart
Zur Gewichtsoptimierung verfügt das Safety Car über eine kohlefaserverstärkte Motorhaube mit zusätzlichen großen Entlüftungsöffnungen sowie über Seiten- und Heckscheiben aus Polykarbonat. Eine spezielle Rennsportabgasanlage aus Titan spart nicht nur Gewicht, sondern sorgt gleichzeitig auch für ein beeindruckendes Klangerlebnis. Da Katalysatoren und Schalldämpfer fehlen, sinkt der Abgas-Gegendruck. Eine Mehrleistung von bis zu zehn PS dürfte drin sein. Ergänzend zur dezenten Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel sorgt ein großer verstellbarer Heckflügel für den nötigen Abtrieb. An der aerodynamisch optimierten Frontschürze mit definierter Luftführung einschließlich Air Curtains ist zusätzlich an der Unterseite ein Splitter integriert. Da der 1er auf der selben Basis wie der 3er fährt, konnten viele Teile vom M3 GTS übernommen werden. Der Innenraum des speziellen 1er M Coupé ist nur mit dem Allernötigsten ausgestattet: zwei Renn-Schalensitze mit Sechspunkt-Gurten, ein hinter der B-Säule verschraubter Überollkäfig, ein M-Lenkrad in Alcantara sowie ein Feuerlöscher. Auf Rücksitze wird verzichtet.

Spezielles Rennstrecken-Setup
Auch die Fahrwerkstechnik des 1er M Coupé wurde angepasst. So verfügt das Hochleistungsfahrwerk über ein einstellbares Rennstrecken-Setup. Dazu gehört ein Gewindefahrwerk, bei dem die Dämpfer in Zug- und Druckstufe unabhängig voneinander einstellbar sind. Das Fahrzeug rollt auf 19-Zoll-Mischreifen der Dimension 255/35 vorne und 285/30 hinten. Die Fahrzeughöhe ist variabel justierbar und der Sturz an Vorder- und Hinterachse kann je nach Streckenprofil geändert werden. Die Bremsanlage wurde gegen eine Sechskolben-Festsattel-Rennvariante getauscht. Das Rennsystem kam zuerst im M3 GTS zum Einsatz.

Weitere BMW-Modelle an der Strecke
BMW stellt der MotoGP-Serie in der aktuellen Rennsaison insgesamt acht Fahrzeuge zur Verfügung. Neben dem 1er M Coupé stehen als Ersatz-Safety-Cars ein X6 M und ein M3 an der Strecke bereit. Für das Organisationsteam sind ein X5 M für den Safety Officer sowie ein ActiveHybrid X6 für Stewards im Einsatz. Als Medical Car dient ein 535i Touring. Zwei Motorräder, eine BMW S 1000 RR und eine HP2 Sport, dienen zusätzlich als Safety Bikes.

1er als Safety Car