BMW 1er oder Mini spontan mieten für wenige Stunden

Parkplatznot und häufige Staus: Viele Großstädter nutzen das Auto nur noch, wenn sie wirklich müssen. Dann aber ergibt es wegen der hohen Fixkosten nicht viel Sinn, das Auto zu besitzen. Wenn die Oma ins Krankenhaus gefahren werden muss, holt man ein Taxi. Wenn eine Fahrt zum Sperrmüll oder zu Ikea ansteht, mietet man ein Auto.

Carsharing: Ein Auto für wenige Stunden
Was aber, wenn man den Wagen nur für kurze Zeit braucht? Für ein paar Fahrten in der Stadt, den wöchentlichen Getränkeeinkauf, den Umtausch des Flachbildschirms? Für diese Fälle gibt es Carsharing. In Zukunft wollen die Autohersteller auch in diesem Geschäft mitmischen. So hat Daimler mit Car2Go ein Carsharing-Projekt in Ulm gestartet, und nun legt BMW mit Sixt los. Das Projekt DriveNow wurde nun in München vorgestellt. Wir haben uns vor Ort informiert.

Ohne feste Parkplätze
Das Konzept ist praktisch das gleiche wie bei Car2Go. Der wesentliche Unterschied besteht im Fahrzeug: DriveNow setzt zunächst den Mini Cooper und den BMW 118d ein, Mini Cabrio und später Elektrofahrzeuge sollen folgen. Bei DriveNow handelt es sich um ein stationsunabhängiges Carsharing, das heißt: Feste Annahme- und Rückgabestationen gibt es nicht. Kunden finden verfügbare Fahrzeuge im Internet unter www.drive-now.com, über eine Smartphone-App oder einfach auf der Straße. Die Fahrzeuge können sofort genutzt werden. Über Internet oder Smartphone-App können die Autos auch reserviert werden –jedoch nur eine Viertelstunde im Voraus. Das System ist ,keyless": Ein herkömmlicher Fahrzeugschlüssel wird nicht mehr benötigt. Die DriveNow-Fahrzeuge werden mit einem Chip auf dem Führerschein geöffnet und verschlossen und per Startknopf gestartet.

Einmalige Registrierungsgebühr von 29 Euro
Den Chip auf dem Führerschein bekommt man bei der Registrierung an einer Sixt-Station. Dafür bezahlt man einmalig 29 Euro. Voraussetzung ist neben einem gültigen Führerschein und einer Kreditkarte, über die danach die Fahrtkosten abgerechnet werden, ein Alter ab 21 Jahren. Fahranfänger zwischen 18 und 21 Jahren können Mitglied werden, wenn sie zuvor an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen haben, das BMW für 95 Euro anbietet. Bei der Fahrzeugnutzung wird ein Minutentarif von 29 Cent berechnet. Eingeschlossen sind Versicherung, Parkgebühren und Treibstoff. Beim Mini Cooper wird der Stundentarif auf maximal 14,90 Euro begrenzt, beim BMW 118d gibt es keine Deckelung – das heißt, man zahlt 60 mal 29 Cent gleich 17,40 Euro pro Stunde. Im Vergleich mit gängigen Mietpreisen rentiert sich DriveNow nur, wenn man sich auf wenige Stunden beschränkt.

Parken für zehn Cent pro Minute
Möchte der Kunde die Fahrt unterbrechen und sein DriveNow-Fahrzeug behalten, kostet ihn das zehn Cent pro Minute. In der Startphase bietet DriveNow den ersten 1.000 Mitgliedern zudem ein spezielles Einstiegsangebot. Sie zahlen nur 19 Euro einmalige Registrierungsgebühr und erhalten zudem 90 Minuten Fahrtguthaben. Das Fahrzeug abstellen kann man in München auf den öffentlichen ,Mischparkplätzen" im Bereich des Mittleren Rings. Das sind Parkplätze, die für Anwohner kostenfrei und für alle anderen Autofahrer gegen Parkgebühren nutzbar sind. DriveNow-Mitglieder können diese Plätze kostenfrei nutzen. Daneben stehen Stellplätze in ausgewählten Parkhäusern zur Verfügung. Wer sein Fahrzeug außerhalb des Mittleren Rings abstellt, muss eine Rückführungsgebühr zahlen. Die Strafen für Falschparken muss der Kunde begleichen.

Start in München und Berlin
DriveNow soll schon im April 2011 in München starten. Danach folgt Berlin und in den kommenden Jahren ist die Expansion in weitere europäische Metropolen geplant. Bis zum Jahr 2020 soll DriveNow weltweit eine Million Mitglieder haben. In München startet DriveNow mit rund 300 Fahrzeugen. Damit ist bei der Beschränkung auf den Bereich innerhalb des Mittleren Rings sichergestellt, dass Kunden im Durchschnitt höchstens 500 Meter zum nächsten verfügbaren Fahrzeug laufen müssen. In Berlin ist ein Start mit rund 500 Fahrzeugen geplant.

Neue Kunden angehen
Bei DriveNow handelt es sich um ein Joint Venture zwischen Sixt und BMW. Sixt sorgt für die Reservierung per Smartphone oder Call Center, die Reinigung der Autos sowie das Schadensmanagement. Der Autobauer beziehungsweise seine Submarke ,BMW i" bringt die Fahrzeuge ein und kümmert sich um die Modifikation mit dem Chipkartenleser und dem Touchscreen-Gerät im Auto. Und warum tut BMW all das, wenn das Kerngeschäft doch der Verkauf von Fahrzeugen ist? Vertriebsvorstand Ian Robertson: ,Wir wollen durch DriveNow ein profitables neues Geschäftsfeld eröffnen und zugleich neue potenzielle Kunden an unsere Marken heranführen." Darüber hinaus leistet das Angebot einen Beitrag zur Reduzierung des Parksuchverkehrs und ersetzt wenig genutzte, alte, ineffiziente Fahrzeuge, so Robertson weiter.

Carsharing von BMW