Venturi America fährt elektrisch

Venturi sieht sich als Erfinder des modernen Elektroautos, schließlich hat der französische Hersteller bereits 2004 mit dem Fétish einen elektrischen Sportwagen präsentiert. Jetzt legt Venturi nach: Auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober 2010) steht der America. Das Fahrzeug ist eine Art Sportwagen-Buggy mit 300 PS aus Lithium-Polymer-Akkus.

Karbon-Monocoque und Alu-Waben
Der zweisitzige America besteht aus leichtgewichtigen Materialien. Das Monocoque wird aus Karbon gefertigt, an Front und Heck kommen Crash-Komponenten aus Aluminium-Waben zum Einsatz. Dieses System soll sowohl die Passagiere als auch die 450 Kilogramm schwere Lithium-Polymer-Batterie schützen. Außerdem werden die Fahrzeuginsassen auf nicht näher bezeichnete Weise von den elektromagnetischen Einflüssen der Batterie abgeschirmt.

Liegt hoch, fährt schnell
Der America liegt recht hoch, seine Bodenfreiheit beträgt 19 Zentimeter unter den Achsen, unter der Mitte des 4,12 Meter langen Wagens sind sogar 28,5 Zentimeter Luft. Venturi bescheinigt seinem Stromer eine außergewöhnliche Vielfältigkeit – der Buggy soll sowohl gut im Gelände unterwegs sein als auch mit seinen 180 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der asphaltierten Piste eine gute Figur machen.

300-PS-Elektromotor
Für Vortrieb sorgt im America ein neuer Elektromotor mit einer Leistung von 220 Kilowatt (300 PS). Venturi spricht hier von der modernsten je für Autos entwickelten Elektromaschine. Das Aggregat kommt auch im Fétish der zweiten Generation zum Einsatz. Es generiert ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmeter, die zwischen null und 6.000 U/min anliegen. Der flüssig gekühlte Motor dreht bis zu 12.500 U/min hoch. Die Kraftübertragung erfolgt mit einem Eingang-Getriebe mit fester Untersetzung.

300 Kilometer Reichweite
Seine Energie bezieht das Triebwerk von einer ebenfalls flüssig gekühlten Lithium-Polymer-Batterie mit einer Kapazität von 54 Kilowattstunden. Bei konstant 90 km/h soll der America 300 Kilometer weit kommen. Ein kompletter Ladevorgang an der 230-Volt-Haushaltssteckdose dauert acht Stunden, mit einem externen Schnelllader geht die Ladezeit auf drei Stunden runter. Der mit einem Batterie-Management-System von Ventec ausgerüstete Akku soll über 1.800 Ladezyklen durchhalten. Ob und wann der 1.350 Kilogramm schwere Hecktriebler auf den Markt kommt, geben die Franzosen noch nicht bekannt. Allerdings ist man laut Venturi auch auf eine Großserienproduktion eingestellt.

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Elektromotor 
Leistung in PS 300 
Leistung in kW 220 
bei U/min 0-6.000 
Drehmoment in Nm 380 
Antrieb Hinterradantrieb 
Gänge
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.568 
Spurweite hinten in mm 1.600 
Radaufhängung vorn Dreiecks-Querlenker 
Radaufhängung hinten Dreiecks-Querlenker 
Bremsen vorn Scheibenbremsen, innen belüftet, 405 x 34 mm 
Bremsen hinten Scheibenbremsen, innen belüftet, 380 x 32 mm 
Räder, Reifen vorn 255/45 R20 auf 8,5J x 20 
Räder, Reifen hinten 255/45 R20 auf 8,5J x 20 
Geländekompetenz
Bodenfreiheit in mm 190 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.120 
Breite in mm 1.965 
Höhe in mm 1.390 
Radstand in mm 2.670 
Leergewicht in kg 1.350 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 180 
Weitere Informationen
1/moreName Lithium-Polymer 
2/moreName 54 kWh 
3/moreName 450 kg 
4/moreName über 1.800 Ladezyklen 
5/moreName 8 h 
6/moreName 3 h 
7/moreName 300 km 

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